Ford Capri: Eine bewegte Geschichte

Der Ford Capri ist eine automobile Ikone der 1970er-Jahre. Mit seiner Coupékarosserie versprach er zumindest optisch sportliche Fahrfreuden für kleines Geld. Allerdings boten die Einstiegsversionen äußerst zähen Vortrieb. Parallel es gab auch viele Starkversionen wie den RS 2600 oder der 2.8 Injection. Vor allem die Power-Capris sind heute seltene und teure Kult-Gebrauchte. Es gibt aber noch etliche einfachere Versionen, die man auch heute noch für relativ kleines Geld bekommen kann. Lässig kann der Auftritt auch mit diesen sein.

Ford Capri 2.8i Injection Serie III

  • 62.177 km
  • 07/1981
  • 118 kW (160 PS)

D-57627 Hachenburg -

€ 17.900,–
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Ford Capri 2,0 AUTOMATIK ,SSD,H-Kennzeichen

  • 148.000 km
  • 07/1982
  • 66 kW (90 PS)

D-12277 Berlin -

€ 4.950,–
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Ford Capri MKI mit H-Kennzeichen

  • 114.676 km
  • 07/1970
  • 66 kW (90 PS)

D-52525 Heinsberg -

€ 10.990,–
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Ford Capri 1,6 GL - AUTOMATIK - 1. HAND - 59800 KM -

  • 59.834 km
  • 02/1980
  • 54 kW (73 PS)

D-32805 Horn-Bad Meinberg -

€ 5.350,–
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Ford Capri GT

  • 79.000 km
  • 10/1977
  • 56 kW (76 PS)

D-85354 Freising -

€ 4.900,–
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Ford Capri 2,0 GL unrestauriert ungeschweißt 1Hd

  • 82.500 km
  • 09/1978
  • 74 kW (101 PS)

D-29229 Celle - 0,0g CO₂/km (komb.)*

€ 16.490,–
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Ford Capri I: Der Mustang für Europa

Es gab ihn nur in zwei Generationen, und vor fast 30 Jahren wurden die letzten Exemplare produziert. Dennoch gehört dieses Modell zu den kultigsten und von manchen gar mythisch verklärten Baureihen einer nicht gerade kleinen Ahnengalerie kultiger Fordmodelle. Die Rede ist natürlich vom Capri, der, ähnlich wie Manta und Scirocco, ein Symbol für machohafte Vorstadttypen, Discosausen und die Sportwagenträume des kleinen Mannes ist. Egal welche Baureihe und welches Alter: Heute ist der Ford Capri ein Liebhaberfahrzeug, für den zum Teil extrem hohe Preise verlangt werden. Je originaler, desto teuer. Je stärker, desto gesuchter. Für einen RS 2600 im Topzustand können auch schon mal 50.000 Euro und mehr verlangt werden.

Angefangen hat die Geschichte des Capri viel bescheidener. Offiziell feierte er im Januar 1969 auf dem Brüsseler Autosalon seine Weltpremiere. Zuvor hatten sich die Ford-Strategen überlegt, den Sensationserfolg des Ford Mustang in den USA auf Europa zu übertragen, allerdings mit einem an den hiesigen Autogeschmack angepassten Coupé-Modell. Unter dem Entwicklungsnamen Colt, den sich allerdings Mitsubishi bereits als Modellnamen markenrechtlich gesichert hatte, wurden Elemente verschiedener bestehender Ford-Baureihen kombiniert. So steuerte das Fahrwerk der englische Ford Cortina bei, während die Antriebe vor allem vom deutschen Taunus her bekannt waren.

Die Entdeckung der Langsamkeit

Aus heutiger Sicht exotisch muten dabei die Einstiegsmotoren an, denn hier kamen Vierzylinder-Viertakter in V-Bauform zum Einsatz. Mit 1,3, 1,5 und 1,7 Litern Hubraum leisteten diese bescheidene 50, 65 und 75 PS. Trotz der optisch durchaus gehobene Fahrfreuden versprechenden Coupé-Form konnte die europäische Inkarnation des Pony Cars mit diesem müden Muskelspiel wenig imponieren: Die 50-PS-Version brauchte 24 Sekunden für den 100-km/h-Sprint und erreichte maximal 133 km/h. Dabei erreichte der Spritkonsum zweistelliges Niveau. Die 75-PS-Variante schaffte immerhin 15 Sekunden und rund 150 km/h.

So etwas wie dynamische Faszination war erst mit den späteren V6-Varianten angesagt: 12 Sekunden Sprintzeit und 165 km/h – erst mit dem 90 PS starken Capri 2000 war man nicht mehr zum Hinterherfahren verdammt. In kurzen Abständen folgten weitere Leistungshöhepunkte: Bis Ende 1969 kamen noch der 2300 GT mit 108 PS starker 2,3-Liter-V6-Maschine sowie der 2600 GT, der sogar 125 PS bot und damit bis zu 190 km/h erreichte, allerdings bei stolzen 15 Litern Verbrauch. Vorläufiger Höhepunkt war dann Ende 1970 die Einführung des betont sportlich gestylten RS 2600, der dank mechanischer Kugelfischer-Einspritzung 150 PS mobilisierte und den 1-Tonner in glatt neun Sekunden auf 100 km/h sprinten ließ und 202 km/h Top-Speed erlaubte. Mit 17 Litern war der Verbrauch aus heutiger Sicht allerdings unverschämt hoch.

1973 war das erfolgreichste Jahr

Zum Modelljahr 1973 wurde der Capri I in überarbeiteter Form angeboten. Erkennbar ist die modellgepflegte Version unter anderem an den optionalen Doppel-Rundscheinwerfern, Blinkern in der Stoßstange und den größeren Heckleuchten. Profitiert hat auch die Technik: Neben optimierten Sitzen und einer komfortableren Fahrwerksabstimmung wurden auch neue Motoren eingebaut. Die V4-Aggregate wurde durch Reihenvierzylinder mit 1,3 und 1,6 Litern Hubraum ersetzt. Außerdem wurde ab diesem Zeitpunkt auch in Deutschland der zunächst den Briten vorbehaltene Dreiliter-V6 angeboten, der allerdings mit 140 PS dem RS 2600 hinterfahren musste, der mit unveränderten Leistungsdaten im Programm blieb. 1973 war dann übrigens auch das erfolgreichste Jahr der Capri-Geschichte, denn 233.000 Exemplare konnte Ford in diesem Jahr absetzen und im August zudem den einmillionsten Capri produzieren.

Capri II: Es bleibt alles anders

Trotz dieser Erfolge war der Modellwechsel unausweichlich. Dieser erfolgte Anfang 1974 mit dem Capri II, der optisch zwar einen klaren Fortschritt andeutet, allerdings in seinen wesentlichen Elementen und auch antriebstechnisch weitgehend dem Capri I der letzten Evolutionsstufe entsprach. Der optisch stark geglättete Capri II sollte vor allem mehr Alltagsqualitäten bieten, um eine breitere Zielgruppe zu erschließen. Eine komfortablere Fahrwerksabstimmung, Karosserieversteifungen, größere Glasflächen und umklappbare Rücksitzlehnen sorgten für ein insgesamt gegenüber Alltagsaufgaben besser aufgestelltes 2+2-Coupé.

Bei den Motorisierungen wurden die Antriebe vom Vorgänger übernommen. Einen RS 2600 gab es allerdings nicht mehr. Den Einstieg markierte der 1300, dessen Vierzylinder-Reihenmotor lediglich 54 PS leistete und gekoppelt an ein Viergang-Schaltgetriebe beschauliche 23 Sekunden Sprintzeit und 140 km/h Höchstgeschwindigkeit erlaubte. Immerhin lag der Verbrauch nur noch knapp unter neun Liter. Die beiden größeren Vierzylinder leisteten 72 respektive 88 PS, die drei Sechszylinder mit 2,0, 2,3 und 3,0 Litern Hubraum waren für 90, 108 beziehungsweise 138 PS gut. Neben der üblichen Handschaltversion war für alle Motorisierungen jenseits des Basisaggregats eine Dreigang-Automatik von Borg-Warner im Angebot, die allerdings, wie damals üblich, die ohnehin bescheidenen Fahrwerte noch weiter verschlechterte. Die Automatik war nicht sonderlich beliebt, entsprechend selten ist diese auf dem Gebrauchtwagen-Markt anzutrffen.

Großes Facelift und eigentlich ein Capri III

Im Frühjahr 1978 wurde der Capri sehr gründlich überarbeitet, weshalb man eigentlich auch vom Capri III sprechen könnte. Erkennungsmerkmal dieser sogar noch bis 1986 gebauten finalen Version waren die Doppel-Rundscheinwerfer, die umgreifenden Stoßfänger oder die Frontschürze mit integriertem Spoiler. Das Motorenprogramm bestand vorläufig unter anderem aus drei Vierzylindern mit 1,6 beziehungsweise 2,0 Litern Hubraum, die 70, 73 und 101 PS leisteten. Außerdem gab es wieder Sechszylinder mit 2,0, 2,3 und 3,0 Litern Hubraum, die 90, 114 und 150 PS leisteten. Wobei das große Drei-Liter-Aggregat 1981 ausgemustert wurde. An seine Stelle trat der modernere 2,8 injection, ein 2,8-Liter-V6 mit einer K-Jetronic von Bosch. Seine 160 PS ermöglichten einen Sprint in glatt 9,0 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.

Eine besondere Ausnahmeerscheinung in der Capri-Historie ist der 2.8 Turbo, von dem 1981/82 nur 200 Exemplare entstanden. Dieser leistete 188 PS und 263 Newtonmeter Drehmoment und konnte in acht Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sprinten. Die Höchstgeschwindigkeit wurde trotz Sportfahrwerk auf 220 km/h begrenzt. Neben der Außenoptik wurde auch der Innenraum betont sportlich und zudem luxuriös (Ghia-Ausstattung) ausgestaltet. Mit 33.000 D-Mark war der Turbo allerdings auch sehr teuer.

Richtig selten, richtig teuer: Der RS 2600

Heute wird man nach einem Original-Turbo vergeblich Ausschau halten, denn nur äußerst selten dürfte eines der verbliebenen Exemplare auf dem Gebrauchtwagen-Markt angeboten werden. Gleiches gilt für den großen Dreiliter-V6. Doch ansonsten ist das Angebot durchaus vielfältig, noch tummeln sich mehrere Dutzend Capri der ersten und zweiten Generation auf dem Markt. Bei den Preisen ist eigentlich alles möglich. So gibt es einige verbastelte Ruinen für kleines Geld, manchmal sind auch noch bezahlbare, weitgehend originalbelassene Capri in aufbereitungswürdigem Zustand zu finden. Wer sich ein zeitintensives Hobby zulegen mag, könnte mit der Restauration eines Capri durchaus auch eine Wertanlage schaffen. Allerdings werden die richtig hohen Preise vor allem für die RS 2600 der ersten Capri-Generation verlangt.

Rostfraß ist nur eines von vielen Problemzonen beim Ford Capri. Kommt man mit Schweiß- und Spachtelausbesserungen nicht weiter, kann es schwierig werden. Wer Ersatzteile für die Karosserie benötigt, wird sich mit nachgearbeiteten Blechteilen arrangieren müssen, denn Originalteile gibt es eigentlich nicht mehr. Geht es um technische Teile, lassen sich hingegen noch viele Komponenten bei Ford beziehen. Der Vorteil des Capri: Seine Technik stammt aus dem Ford-Regal, welche in vielen anderen Baureihen identisch verwendet wurde. Austauschwürdig kann einiges sein. Ob Fahrwerkskomponenten, Lenkgetriebe, Stirnräder bei den kleinen V4-Motoren, die Kugelfischer-Einspritzpumpe – Problemzonen hat der Capri zur Genüge aufzuweisen. Immerhin ist seine Technik noch recht einfach, so dass man kein Kfz-Spezialist sein muss, um Reparaturarbeiten vorzunehmen.

Ford Capri I RS 2600
Produktionszeitraum1972–73
Preis (Gebrauchtwagen)ab ca. 35.000 Euro
Höchstgeschwindigkeit202 km/h
0–100 km/h8,6 Sek.
Verbrauch (kombiniert)11,3 l/100 km
CO₂k. A.
Zylinder/Ventile6/12
Hubraum2.637 cm³
Leistung (kW/PS bei U/min.)110/150 bei 5.800
Drehmoment (Nm bei U/min.)k.A.
Maße (L x B x H)4.240 mm x 1.672 mm x 1.283 mm
AntriebHeck
Tankinhalt58 l
TreibstoffBenzin
Leergewicht1.080 kg
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem »Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen« entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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