Ford Taunus: 70er-Jahre-Feeling für kleines Geld

Der Name Taunus sorgt in der Ford-Historie für etwas Verwirrung, denn bis 1967 trugen alle in Deutschland angebotenen Modelle den Markennamen Taunus. Danach verschwand der Name Taunus für einige Jahre, um dann 1970 als Modellname für eine neue Mittelklasse-Baureihe erneut Verwendung zu finden: der Ford Taunus war geboren. Dieser Taunus wurde über zwölf Jahre und in zwei Generationen produziert. Heute ist das einstige Volumenmodell aus dem Straßenbild nahezu verschwunden, doch es tummeln sich noch einige Exemplare auf dem Gebrauchtwagen-Markt. Noch kann man für kleines Geld den 70er-Jahre-Kult des Ford Taunus erleben.

Ford Taunus 1.6

  • 66.655 km
  • 05/1977
  • 50 kW (68 PS)

D-49451 Holdorf -

€ 8.500,–
Bei diesem Fahrzeug ist keine PKW.de-Fahrzeugbewertung vorhanden

Ford Taunus

  • 55.700 km
  • 04/1980
  • 51 kW (69 PS)

D-65719 Hofheim -

€ 3.990,–
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Ford Taunus GT Coupe *Vinyldach-Original Zustand*

  • 129.500 km
  • 07/1973
  • 65 kW (88 PS)

D-37520 Osterode am Harz -

€ 9.999,–
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Ford Taunus P6 Coupé 12M durchrostungsfrei

  • 85.673 km
  • 07/1968
  • 39 kW (53 PS)

D-79114 Freiburg - 0,0g CO₂/km (komb.)*

€ 4.000,–
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Ford Taunus 20mTS V6 *AUTOMATIK*LEDER*ALUFELGEN

  • 72.000 km
  • 12/1966
  • 66 kW (90 PS)

D-50374 Erftstadt -

€ 10.850,–
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Ford Taunus 12M G13AL

  • 53.474 km
  • 04/1962
  • 28 kW (38 PS)

D-78628 Rottweil -

€ 15.900,–
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Ford Taunus 1.6 Edition Köln III Limousine *H-Kennzeichen**

  • 53.000 km
  • 05/1979
  • 53 kW (72 PS)

D-45356 Essen -

€ 6.850,–
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Ford Taunus 17m P7a

  • 136.000 km
  • 12/1967
  • 44 kW (60 PS)

D-67368 Westheim/Pfalz -

€ 5.900,–
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Ford Taunus Automatik- Tüv bis 05.2018

  • 134.647 km
  • 06/1977
  • 66 kW (90 PS)

D-74931 Lobbach -

€ 3.200,–
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Ford Taunus KOMBI 1,3 L * 1981 * 1.HAND *

  • 147.000 km
  • 01/1981
  • 43 kW (58 PS)

D-32805 Horn-Bad Meinberg -

€ 3.900,–
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Ford Taunus: Von der Marke zum Modell

Nach dem zweiten Weltkrieg durfte Ford Deutschland über zwei Jahrzehnte aus namensrechtlichen Gründen den Markennamen Ford nicht verwenden. Ob Badewanne, Transit, 12M, 15M oder 17M – alle Fahrzeuge aus den Ford-Werken trugen in Deutschland stattdessen den Markennamen Taunus vorweg. Ab 1967 konnten die Kölner dann ihre Modelle endlich wieder Ford nennen. Unter anderem hieß also der 15M seither nicht mehr Taunus 15M sondern Ford 15M. 1970 hatte der Name Taunus allerdings sein Comeback. Eine neue Mittelklasse-Baureihe durfte sich für die nächsten 12 Jahre allein mit dem Namen Ford Taunus schmücken. In dieser Zeit erfuhr der Taunus mehrere zum Teil deutliche Überarbeitungen. 1982 verschwand der Name Taunus sang- und klanglos und wurde von der Baureihe Ford Sierra abgelöst, die in mehrfacher Weise für einen deutlichen Bruch mit der Vergangenheit stand.

Bereits 1970 markierte einen großen Umbruch in der Fordschen Mittelklasse: Dem frontgetriebenen Mitteklasse-Duo 12M/15M, intern P6 genannt, folgte der heckgetriebene Taunus, der zudem mit Reihenvierzylinder-Benzinern statt mit V4-Motoren angetrieben wurde. Auch optisch markierte der Taunus einen deutlichen Bruch mit dem Vorgänger. Ein besonders markantes Design-Element war die sogenannte Knudsen-Nase, benannt nach dem Ford-Chef Semon Knudsen, der Ende der 1960er-Jahre die Konzerngeschicke lenkte. Technisch war der Taunus eng mit dem in England gebauten Ford Cortina verwandt, der auch optisch ein enger Verwandter des Taunus war.

Knudsen-Taunus in vier Karosserievarianten

Der Taunus wurde in seiner ersten Generation in vier Karosserie-Varianten angeboten. Neben der klassischen Limousine mit zwei oder vier Türen gab es noch den praktischen Kombi, von Ford Turnier genannt, sowie das elegante Coupé, welches heute eine gesuchte Rarität ist. Neben vier Reihenvierzylinder-Benzinern waren für die Topversionen auch zwei V6-Aggregate im Portfolio. Basis war ein müder 1,3-Liter-R4 mit 55 PS, außerdem gab es 1,6-er-Benziner mit 68, 72 und 88 PS. Prestigereicher waren die V6-Motoren mit 2,0 bzw. 2,3 Litern Hubraum, die mit 90 beziehungsweise 108 PS bereits gehobene Vortriebsfreuden bieten konnten. Für die damalige Zeit respektable 175 km/h konnte dieser Power-Taunus auf den Tacho zaubern. Als Gebrauchtwagen ist der große V6 allerdings eine Rarität geworden. Mit den anderen, noch recht häufig anzutreffenden Motoren ist man allerdings zur Gemütlichkeit verdammt: Die Basisversion schaffte nur 135 km/h und braucht über 20 Sekunden für den Standardsprint. Und egal welche Motorisierung und welches Baujahr: Saufen taten sie alle, denn im günstigsten Fall waren es 10,5 Liter, die sich ein Taunus genehmigte.

Obwohl der Ford Taunus im Vergleich zum P6 in mehrfacher Hinsicht einen Fortschritt markierte, sorgte er trotz diverser positiver Entwicklungen auch für einige Negativ-Schlagzeilen. Unter anderem zeichnete er sich durch eine gehobene Fehleranfälligkeit und ein unausgewogenes Fahrwerk aus. Im Lauf der Jahre optimierten die Kölner den Taunus in mehreren Punkten, Ende 1973 und Anfang 1975 standen umfangreiche Modellpflegemaßnahmen an, bei denen die Baureihe in Details aufgewertet wurde. Dennoch blieben Schwächen, dank derer der Taunus jeglichen Baujahres ein aus heutiger Sicht eher bedingt empfehlenswerter Gebrauchtwagen ist.

Abschied vom schwungvollen Blechkleid

Recht radikal fiel die Überarbeitung zum Jahresbeginn 1976 aus, denn hier wurde vor allem die Optik drastisch erneuert. Die Außenhaut war fortan deutlich rechteckiger. Statt der barocken Schwünge im Blechkleid wurde ein strenges, schlichteres Erscheinungsbild gewählt. Die Knudsen-Nase verschwand, fortan war das Gesicht absolut plan. Den schwarzen Kühlergrill zierte mittig die heute übliche Ford-Pflaume.

Freunde des eleganten Coupés mussten mit der zweiten Taunus-Generation übrigens eine herbe Enttäuschung hinnehmen, denn Ford bot ab dem Modelljahr 1976 nur noch die zwei- und viertürige Limousine und kurze Zeit nach der Einführung der Stufenheck-Varianten auch den geräumigen Turnier an. Das heute gesuchte und seltene Coupé wurde ersatzlos gestrichen. Mit der neuen Taunus-Generation wurde auch die Ausstattungs-Nomenklatur überarbeitet. So tauchten erstmalig die Top-Versionen Ghia und S im Portfolio auf. S stand für Sport und war allein den kräftigeren V6-Versionen vorbehalten. Die V6-Aggregate blieben allerdings leistungstechnisch identisch mit den Motoren des Knudsen-Taunus. Gleiches galt auch für die vier Vierzylinder-Benziner.

Zum Finale ein großes Facelift

Auf den ersten Blick wirkt der zum Modelljahr 1980 letztmalig überarbeitete Ford Taunus im Vergleich zum Vorgänger lediglich leicht modifiziert. Tatsächlich gestalteten die Kölner damals aber so ziemlich jedes äußere Blechteil neu. Eine höhere Dachlinie, vergrößerte Fensterflächen oder auch die gewachsenen Kotflügel waren Modifikationen, die weit über den normalen Facelift-Umfang hinausreichten. Auffällige neue Merkmale sind die umgreifenden Stoßfänger mit Kunststoffecken, ausgeprägtere Schutzleisten in den Flanken, größere Rückleuchten oder eine neue Frontschürze. Das Karosserieangebot beschränkte sich weiterhin auf die beiden Limousinen mit zwei oder vier Türen sowie den Kombi Turnier.

Einen allgemeinen Leistungsschub und eine attraktive Erweiterung des Vierzylinderprogramms sorgte bei der letzten Modellpflege für frischen Wind bei den Antrieben. Die Basismotorisierung 1,3 l erstarkte auf 59 PS, die drei 1,6-er waren nun 70, 73 und 90 PS stark. Neu war ein Zweiliter-Vierzylinder, welcher stolze 101 PS bereitstellen konnte. Mit diesem konnte man sich sogar leicht vom 2,0-Liter-V6 absetzen, der unverändert mit 90 PS antreten musste. Weiterhin Topmodell war der V6 mit 2,3 Litern Hubraum, dessen Leistung auf 114 PS anstieg.

In dieser erstarkten und aufgefrischten Form wurde der Ford Taunus in den europäischen Werken Köln und Genk bis in den Sommer 1982 weiter gebaut. Abgelöst wurde der heute sehr klassisch anmutende Mittelklässler vom deutlich progressiver auftretenden Sierra. Mit dem Mittelklassemodell Sierra verschwand der etwas piefig anmutende Modellname Taunus endgültig aus dem fordschen Namensrepertoire in Deutschland. Das war allerdings noch lange nicht das Ende des Taunus. Unter anderem wurde die Baureihe in der Türkei in nochmalig modifizierter Form bis weit in die 1990er-Jahre für den dortigen Markt weiter gebaut.

Trotz Liebhaber-Status: Teuer ist der Taunus nicht

Und natürlich hatte der Ford Taunus in Deutschland noch eine lange Karriere als Gebrauchtwagen vor sich. Mittlerweile gehören die zwischen 1970 und 1982 gebauten Generationen des Ford Taunus allerdings zum alten und seltenen Eisen. Er gilt zwar als ein Klassiker, der in manchen Kreisen sogar einen gewissen Kultfaktor genießt, allerdings ist er kein preislich entrücktes Liebhaber-Spekulationsobjekt. Am begehrtesten ist der alte Knudsen-Taunus. Dennoch bewegen sich auch hier die Preise selbst für gut erhaltene alte Exemplare mit wenig Laufleistung meist auf vierstelligem Niveau. Einen heruntergekommenen Second-Hand-Taunus kann man auch schon für dreistellige Summen bekommen.

Die Auswahl an verfügbaren Fahrzeugen ist allerdings mittlerweile überschaubar geworden. Wer will, sollte leicht für günstiges Geld einen Taunus bekommen, mit dem sich authentisches 70er-Jahre-Feeling erleben lässt. Angesichts seiner durchwachsenen Durabilitätsqualitäten sollte man aber das Talent und die Lust haben, gerne selber Hand anzulegen. Immerhin stellt die simple Technik selbst unbedarftere Bastler vor nicht allzu schwierige Aufgaben. Als Spekulationsobjekt mit Wertsteigerungspotential eignet sich der Traunus allerdings (noch) nicht.

Ford Taunus 1600
Produktionszeitraum1976–82
Preis (Gebrauchtwagen)ab ca. 1.000 Euro
Höchstgeschwindigkeit152 km/h
0–100 km/h14,5 Sek.
Verbrauch (kombiniert)13,0–13,5 l/100 km
CO₂209
Zylinder/Ventile4/8
Hubraum1.593 cm³
Leistung (kW/PS bei U/min.)54/72 bei 5.300
Drehmoment (Nm bei U/min.)117 bei 2.700
Maße (L x B x H)4.340 mm x 1.710 mm x 1.360 mm
AntriebHeck
Tankinhaltk. A.
TreibstoffBenzin
Leergewicht1.065 kg

Ford Taunus 17 M P2 "Barocktaunus"

  • 123.694 km
  • 02/1959
  • 44 kW (60 PS)

D-22587 Hamburg -

€ 12.900,–
Bei diesem Fahrzeug ist keine PKW.de-Fahrzeugbewertung vorhanden
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem »Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen« entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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