Mercedes W168 – Kompaktwagen mit Charakter

Mit dem Mercedes W168 brachten die Stuttgarter im Jahr 1997 den ersten Spross der A-Klasse auf den Markt und landeten sofort einen durchschlagenden Erfolg. Trotz (oder gerade wegen) der großen Aufregung um den missglückten Elchtest konnte sich die A-Klasse durchsetzen, was zum großen Teil an ihrer durchdachten Konstruktion liegt: Die Sandwichbauweise verschafft dem Kompakten trotz der kurzen Karosserie einen geräumigen Innenraum und ein gutes Crashverhalten. Der Motor und viele andere Bauteile werden nämlich bei einem Aufprall einfach unter den Wagen geschoben. Wer sich den Mercedes W168 als Gebrauchtwagen zulegen möchte, sollte das Fahrzeug seiner Wahl allerdings sehr genau beäugen. Zwar gibt es den Mercedes W168 gebraucht bereits ab 500 € – die Rostvorsorge und die Langlebigkeit der Motorkomponenten wurde damals allerdings eher stiefmütterlich behandelt. Wer darüber hinwegsehen kann, oder eines der von Mercedes auf Kulanz nachträglich optimierten Modelle erwischt, erhält allerdings einen robusten Kleinwagen, der mit dem Alltag spielend fertig wird.

Mercedes-Benz A-Klasse Panoramadach TÜV NEU

  • 190.000 km
  • 08/1998
  • 60 kW (82 PS)

D-67346 Speyer - 7,4 l/100 km (komb.)*, 177,0g CO₂/km (komb.)*

€ 1.399,–
Superpreis laut PKW.de-Bewertung
€ 105,– unter dem Marktpreis!

Mercedes-Benz A-Klasse **Ganzjahresreifen*Klima**NUR 97TKM**

  • 97.000 km
  • 10/2004
  • 70 kW (95 PS)

D-22415 Hamburg - 7,2 l/100 km (komb.)*, 171,0g CO₂/km (komb.)*

€ 3.780,–
Superpreis laut PKW.de-Bewertung
€ 235,– unter dem Marktpreis!

Mercedes-Benz A-Klasse Elegance Klima el. Fenster

  • 125.000 km
  • 04/2002
  • 60 kW (82 PS)

D-94060 Pocking - 7,4 l/100 km (komb.)*, 177,0g CO₂/km (komb.)*

€ 1.490,–
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Der Mercedes W168 überzeugt als Gebrauchtwagen mit seinem Charme

Vor dem Jahr 1997 stand der Name Mercedes in den Köpfen der Fahrer vor allem für dicke Limousinen. Mit dem Aufkommen der A-Klasse änderte sich diese Sichtweise jedoch, denn ihr erster Vertreter, der Mercedes W168, überzeugte bereits damals mit seiner cleveren Konstruktionsweise und einem freundlichen Design.

Durch seine hochbauende Keilform wirkt der Kleinwagen auf den ersten Blick etwas kurios, wenngleich der Rest recht konventionell geraten ist. Der Kühlergrill ist nicht zu wuchtig, während die Scheinwerfer abgerundet und groß in die Welt blicken. Nimmt man die steile Front und die schmalen Hüften des Mercedes W168 hinzu, erhält man einen Gebrauchtwagen, der sich hervorragend in der Innenstadt zurechtfindet. Neben seinen vertretbaren Außenabmessungen weist der kleine Wunderknabe aus Stuttgart nämlich ein erstaunlich geräumiges Innenleben auf. Dieses Kunststück wurde durch die sogenannte Sandwichbauweise ermöglicht, bei welcher ein Teil der sperrigen Technik in die Bodengruppe verbannt wurde. Ein ebenfalls nicht zu verachtender Vorteil ist, dass der Vierzylindermotor des Mercedes W168 im Falle eines Aufpralls unter den Wagen geschoben wird. Den finalen Tusch stellt die erhöhte Sitzposition dar: Im Mercedes W168 saß der Fahrer bereits lange vor der SUV-Schwemme wie ein König auf seinem Thron und überblickt das Verkehrsgeschehen mit Leichtigkeit. Der Einstieg gestaltet sich ebenfalls problemlos, was den Mercedes W168 auch zum geeigneten Gebrauchtwagen für etwas ältere Semester macht.

Die Kehrseite der Sandwichbauweise ist der verlagerte Schwerpunkt, der dem Wagen zum Marktstart dank des berühmt-berüchtigten Elchtests zum Verhängnis wurde. Mercedes besserte jedoch nach und verpasste dem Wagen ein serienmäßiges ESP. Dieses bremst den Mercedes W168 stark aus, verhindert aber auch rigoros viele knifflige Situationen und hält den Kleinwagen selbst bei gewagten Fahrmanövern eisern auf Kurs. Nachdem sich der W168 nicht mehr ganz so sprichwörtlich in die Kurve warf, erlangte er durch das Aufsehen um den Elchtest herum schnell an Publicity und konnte bis zum Jahr 2004 ordentliche Verkaufzahlen vorweisen. Ab diesem Zeitpunkt gab der Kleinwagen das Zepter an seinen Nachfolger Mercedes W169 weiter.

Der Mercedes W168 sollte als Gebrauchtwagen vor dem Kauf kontrolliert werden

Wer sich den Mercedes W168 als Gebrauchtwagen zulegen möchte, freut sich bei der ersten Preisbeschau: Der Kompakte geht bereits ab 500 € über den Tisch und sieht auf dem Kiesplatz auch nicht übel aus. Vor dem Kauf sollte hier allerdings etwas genauer hingesehen werden, denn der erste Spross der A-Klasse hat mit einigen Mängeln zu kämpfen. Der erste Blick gilt den Türen, der Heckklappe und der Motorhaube. Hier rückt der Rost, vor allem bei einem W168 der lange Stand, unerbittlich vor. Ist ein Fachmann vor Ort, wirft dieser einen Blick unter den Wagen; damals wurde die Hohlraumversiegelung eher nebensächlich behandelt. Beim Mercedes W168 ist vor dem Gebrauchtwagenkauf auch eine Kontrolle der Bremsleitungen und der Hinterachslager zu empfehlen. Im Motorraum werden die Steuerketten und Keilriemen auf Verschleiß hin kontrolliert; die Bremse und das Automatikgetriebe stehen ebenfalls auf der Liste der Übeltäter.

Wer jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, der darf beruhigt werden: Nachdem die Probleme bekannt wurden, behob Mercedes die Macken auf Kulanz kostenlos. Das Ergebnis ist, dass der Mercedes W168 als Gebrauchtwagen oft sehr günstig ausgezeichnet wird, die Mängel allerdings bereits behoben wurden. Der umfassende Check ist trotzdem zwingend notwendig, denn wenn der Käufer an eines der maroden Urmodelle gerät, werden hinterher Klagen laut.

Gemütlicher Gebrauchtwagen: Der Mercedes W168 wurde anständig motorisiert

Die A-Klasse von 1997 ist als Alltagsheld natürlich kein Rennwagen und setzt eher auf Ausdauer denn auf Flinkheit – die hätte durch das dominante ESP sowieso keine Chance. Dementsprechend gemütlich fangen die vierzylindrigen Benziner an: Mit dem A140 erwarten den Fahrer 82 PS bei 5.000 U/min. und ein maximales Drehmoment von 130 Nm bei 3.750 U/min. – auf 100 Sachen spaziert der Mercedes W168 damit in 14,6 Sekunden, während bei 167 km/h auch wieder Schluss ist. Der A160 legt 102 PS und eine Beschleunigung von 10,8 Sekunden vor, während der A190 125 PS und 8,8 Sekunden aufweist. Wer bei seinem Mercedes W168 als Gebrauchtwagen nicht auf ein wenig mehr Power verzichten kann, greift zum A210 Evolution. Das Topmodell aus dem Jahr 2002 bietet mit 140 PS bei 5.600 U/min. und einem maximalen Drehmoment von 205 Nm bei 4.000 U/min. eine etwas strammere Längsdynamik: Die 100er-Grenze wird hier in immerhin 8,2 Sekunden geknackt, während bei 203 km/h Schluss ist.

Etwas seltener, aber immer noch beliebt, sind die Dieselaggregate, die mit dem A160 CDI und 60 PS einsteigen und sich über den geupdateten 160 CDI mit 75 PS sowie dem A170 CDI mit 90 PS zum Top-Diesel vorarbeiten. Der mit einem Update versehene A170 aus dem Jahr 2001 bringt neben 95 PS bei 4.200 U/min. ein maximales Drehmoment von 180 Nm bei 3.600 U/min. mit und schafft es in 12.1 Sekunden auf 100 Sachen. Der eigentliche Knackpunkt ist für den sparsamen Fahrer jedoch der vertretbare Verbrauch von rund fünf Litern auf 100 km.

Mercedes A-Klasse
Produktionszeitraum1997–2004
Preis (Gebrauchtwagen)ab 500 €
Höchstgeschwindigkeit155–203 km/h
0–100 km/h17,6–8,2 Sek.
Verbrauch (kombiniert)7,9–4,5 l/100 km
CO₂190–119 g/km
Zylinder/Ventile4/8; 4/16
Hubraum1.397–2.084 cm³
Leistung (kW/PS bei U/min.)44/60 bei 3.600; 103/140 bei 5.500
Drehmoment (Nm bei U/min.)130 bei 3.750; 205 bei 4.000
Maße (L x B x H)3.575 mm x 1.719 mm x 1.575; 3.776 mm x 1.719 mm x 1.603
AntriebFront
Tankinhalt54 l
TreibstoffSuper/Diesel
Leergewicht1.095–1.190 kg
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem »Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen« entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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