Größter Absatz im ersten Produktionsjahr des VW Derby

Der erste VW Derby war ab 1977 erhältlich und bot zunächst alle Vorteile des VW Polo 1. Seine größte Stärke war jedoch sein für die Kleinwagenklasse sehr großer, separater Kofferraum. Zwar konnten beim Derby die Rücksitzlehnen nicht umgeklappt werden, dennoch fasste das Gepäckabteil acht Wasserkästen. Damit bot er im normalen Zustand mehr Platz als die Kompaktlimousine. Bis auf die Karosserieform und den üppigen Gepäckraum glich der Derby seinem Bruder Polo bis zur B-Säule sowie in Ausstattung und Motorenauswahl. Als Gebrauchtwagen kann der VW Derby der ersten Generation daher in drei Ausstattungsvarianten erhältlich sein: Die Basisvariante heißt einfach nur VW Derby; mit dem Zusatz S wird die nächsthöhere Stufe gekennzeichnet, während die Zusatzbezeichnung GLS auf das höchste Ausstattungsniveau hinweist.

In puncto Antrieb hatten Käufer die Wahl zwischen mehreren Ottomotoren mit vier Zylindern. Als Gebrauchtwagen kann der Derby über einen 40 bis 60 PS starken Benzinmotor mit einem Hubraum zwischen 0,9 und 1,3 Litern verfügen, der das Fahrzeug serienmäßig über die Frontachse antreibt. Eine Besonderheit stellt der 1.1 Formel E dar, welcher erstmalig 1981 angeboten wurde. Dieser Motor wurde an ein 3+E-Getriebe gekoppelt, dessen vierter Gang besonders lang übersetzt war und dadurch eine höhere Spritersparnis versprach. Damit verbrauchte der Formel-E-Benziner bei mehr Leistung (50 PS) nur 8,5 l auf 100 km (kombiniert), was dem Verbrauch des leistungsschwächeren 0,9-l-Benziners (40 PS) entsprach. Die übrigen Aggregate konnten nur mit einen manuellen Viergang-Schaltgetriebe erworben werden.

Den größten Erfolg feierte der Derby im ersten Jahr nach seiner Markteinführung. In dieser Zeit konnten mit insgesamt knapp 72.500 Exemplaren sogar mehr Stufenheck- als Schräghecklimousinen abgesetzt werden. Danach gingen die Verkaufszahlen allerdings deutlich zurück. Doch aufgeben wollte Volkswagen den Derby nicht. Anfang 1979 spendierte ihm der Wolfsburger Autobauer eine kleine Modellpflege, welche u. a. eine Überarbeitung der Armaturentafel sowie neue Stoßfänger aus Kunststoff mit sich brachte. Die nächsten zwei Jahre blieb der VW Derby 1 trotz rückgängiger Absatzzahlen auf dem Markt, bis er 1981 von der zweiten Generation abgelöst wurde.

Auch die zweite Auflage des VW Derby kann den Absatzrückgang nicht stoppen

Mit dem VW Derby 2 startete der Wolfsburger Autobauer Volkswagen 1981 einen erneuten Versuch, die Baureihe den deutschen Autokäufern schmackhaft zu machen. Dafür wurde der Derby grundlegend überarbeitet und optisch modernisiert. Ein neuer Kühlergrill und rechteckige statt runde Scheinwerfer prägten fortan die Front. Die neue Auflage kam wiederum in drei Ausstattungsvarianten namens (C, CL und GL) daher. Die Motorenpalette reichte von einem 1,0-l-Benzinmotor mit 40 PS über einen 1,1-l-Benziner mit 50 PS bis hin zu einem 1,3-l-Triebwerk, das zunächst 60 PS und später 55 PS (ab 1983) realisierte. Die beiden stärkeren Aggregate gab es wieder als Formel-E-Varianten, wobei der 1,1-l-Motor 50 PS leistete und der 1,3-l-Motor 55 PS mobilisieren konnte.

Trotz der umfangreichen Auffrischung waren die Absatzzahlen des VW Derby weiterhin rückläufig. Als letzten Rettungsversuch schickte Volkswagen den Derby ab 1985 unter dem Namen des Schwestermodells VW Polo in den Markt und verpasste ihm die für den VW Polo 2 charakteristischen runden Frontscheinwerfer. 1988 wurde die Stufenheckvariante dann endgültig eingestellt. Insgesamt wurden vom Derby der zweiten Auflage knapp 370.000 Exemplare verkauft. Dennoch ist auch dieses Modell als Gebrauchtwagen nur noch äußerst selten anzutreffen.

VW Derby als Gebrauchtwagen: Intakte Karosserie ist das Wichtigste

Wer sich für einen VW Derby als Gebrauchtwagen interessiert, wird lange suchen, denn unverbastelte Fahrzeuge in gutem Originalzustand sind selten. Zwar gibt es den Derby schon ab 650 Euro, doch handelt es sich bei den billigen Exemplaren zumeist um Restaurationsobjekte. Ein Grund dafür ist sein größter Feind: der Rost. Die erste Derby-Generation ist besonders gefährdet, denn hier macht sich die braune Pest praktisch überall breit. Gefährdet sind vor allem die Übergänge zum Schweller, und zwar insbesondere dort, wo die Schweißpunkte sitzen. Am Windlaufblech unter der Windschutzscheibe, am Rahmenträger vorn und hinten, am Übergang zur A-Säule, aber auch unter den Teppichen sowie unter der Rücksitzbank finden sich ebenfalls häufig fatale Korrosionsschäden. Das Tückische dabei: Die gesamte Karosserie des VW Derby rostet von innen nach außen, sodass die ersten Anzeichen von Rost nicht sofort bemerkt werden. Wer sich für den Kauf eines VW Derby als Gebrauchtwagen entscheidet, sollte das gesamte Fahrzeug entsprechend auf den Kopf stellen und akribisch unter die Lupe nehmen. Wenn das Fahrzeug rostfrei ist, sollte es versiegelt werden, um künftiger Korrosion vorzubeugen.

Bei einem gebrauchten VW Derby ist die Karosserie der Teil, der weitestgehend in Ordnung sein muss. An Ersatzteile kommt man noch relativ einfach – viele erhält man vom VW-Händler, teilweise noch als Originalteile. Karosserieteile sowie Elemente der Innenausstattung sind dagegen schwieriger zu finden. Diese bekommt man oft nur noch von schrottplatzreifen Fahrzeugen.

VW Derby
Produktionszeitraum 1977–1985
Preis (Gebrauchtwagen) ab 650 €
Höchstgeschwindigkeit 132–155 km/h
0–100 km/h 21–14,5 Sek.
Verbrauch (kombiniert) 10–7,5 l/100 km
CO₂ k. A.
Zylinder/Ventile 4/k.A.
Hubraum 895–1.272 cm³
Leistung (kW/PS bei U/min.) 29–44/40–60 bei 5.300–5.900
Drehmoment (Nm bei U/min.) 61–94 bei 2.700–3.500
Maße (L x B x H) 3.836–3.975 mm x 1.560–1.600 mm x 1.352–1.355 mm
Antrieb Front
Tankinhalt k. A.
Treibstoff Benzin
Leergewicht 730–800 kg

* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem »Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen« entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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