Luxus aus zweiter Hand – lohnt sich das?

Die edlen Autos vergangener Tage werden immer günstiger. Doch der vermeintliche Luxus birgt Risiken.

Der Silver Shadow von Rolls Royce Der Rolls Royce Silver Shadow - luxuriös, günstig, unpraktisch.

Wer ein gebrauchtes Auto kauft, tut dies meistens, weil das Budget einen Neuwagen einfach nicht zulässt. PKW.de listet gebrauchte Autos in allen Preiskategorien. Die Auswahl fällt da oft schwer: Soll es ein VW Polo von 2012 für knapp 9.000 Euro oder vielleicht doch ein 3er BMW von 2006 für schlappe 8.000 Euro sein. Oder vielleicht ein Rolls Royce Silver Shadow aus den Siebzigerjahren. Für unter 15.000 Euro.

Der Luxus vergangener Tage

Eines der genannten Fahrzeuge fällt ganz klar aus der Reihe. Der Polo ist recht handlich, ein häufig gesehener Kleinwagen auf deutschen Straßen, der 3er BMW ist ein Klassiker unter Autofans, und der Rolls Royce ist bei Menschen wie Freddy Mercury oder Andy Warhol beliebt. Oder der Königin von England. Luxuskarossen aus den Siebziger- und Achtzigerjahren werden immer günstiger. Daher stellt sich tatsächlich manchmal die Frage, ob es anstatt des neuen Golfs nicht doch etwas extravaganteres sein darf.

Gebrauchte Nobelbriten

Der Reiz des klassischen Luxus liegt auf der Hand: Wer mit seinem 5 Meter langen Rolls Royce auf den Parkplatz vor dem Discounter rollt, dem sind die neidischen Blicke seiner Mitmenschen sicher. Immer vorausgesetzt, es gibt auch einen Parkplatz, der das Monstrum aufnimmt. Oder wie wäre es mit einem gebrauchten Jaguar X-Type von 2001 für 1.500 Euro? Mit seinen 4,7 Metern wirkt dieses alte Luxusauto fast handlich und macht sowohl bei der Parkplatzsuche in der modernen Innenstadt als auch geparkt vor der örtlichen Kneipe eine tolle Figur.

Der Preis des günstigen Preises

Autos, die noch vor einigen Jahren für die meisten wohl ein Traum bleiben mussten, sind heute günstiger als viele Fahrzeuge der unteren Klassen. Ist der Luxus also zum Greifen nah? Wohl eher nicht. Die geringen Preise für die Nobelkarossen von dazumal kommen nicht von ungefähr: Die Zuverlässigkeit vieler dieser gebrauchten Autos war schon zu ihrer Einführung nicht unbedingt legendär und wer einmal versucht hat, eine neue Zylinderkopfdichtung für einen Rolls Royce zu kaufen, der weiß die Betriebswerkstätten von Honda, Suzuki und Co. zu schätzen. Denn Ersatzteile sind rar und dementsprechend sehr teuer. Außerdem sind besonders Autos aus den Siebziger- und Achtzigerjahren ganz eindeutig Produkte einer für Autofahrer besseren Zeit: 20 Liter Verbrauch auf 100 Kilometern sind hier keine Seltenheit, ein neuer Polo kommt mit 20 Litern gute 400 Kilometer weit. Und man kann ihn parken, ohne eigens ein Grundstück zu kaufen.

Echte Kultautos, trotz aller Macken

Die edlen Gebrauchten von früher sind also unzuverlässig, ineffizient, viel zu groß und unpraktisch. Aber es sind immer noch echte Kultautos. Ein Fan wird sich von Ölflecken auf dem Boden seiner Garage und horrenden Benzinrechnungen wohl kaum aufhalten lassen. Wer kann schon von sich behaupten, nicht nur einen echten Oldtimer zu fahren, sondern auch den Spirit of Ecstasy, die klassische Kühlerfigur eines echten Rolls Royce, auf der Motorhaube vor sich zu sehen.

(Bildmaterial: Rolls Royce Media)

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