Christine – Fury heißt Wut

Ein Filmauto stillt seinen Blutdurst

Der Plymouth Fury wurde nach dem Film zu einem begehrten Sammlerstück. Schön und gefährlich: Filmauto Christine. Steve Lagreca / Shutterstock.com

Das Auto als Protagonist auf der Leinwand ist keine echte Neuheit mehr. In unzähligen Filmen und Fernsehserien retteten Autos bereits ihre Fahrer vor so mancher Gefahr. Was aber passiert, wenn der fahrbare Untersatz mal einen schlechten Tag hat? Christine ist der Name eines wunderschönen Plymouth Fury aus dem Jahr 1958. Eigentlich ein Traumauto, aber als Besitzer von Christine muss man damit rechnen, dass der Wagen nicht nur ärger macht, sondern auch immer mehr Leichen im näheren Bekanntenkreis auftauchen.

Christine und Arnold

Alles hätte so schön sein können: Arnold Cunningham kauft sein erstes eigenes Auto. Nicht irgendein beliebiges Fahrzeug vom örtlichen Gebrauchtwagenhändler soll es sein. Nein, etwas Extravagantes muss her. Der rote Plymouth Fury hat es ihm angetan. Der Wagen braucht zwar einige Reparaturen, aber mit viel Liebe macht sich „Arnie“ an die Restauration des Oldtimers. Die Arbeit tut ihm gut, er gibt sich selbstbewusster und kann sogar auf seine Brille verzichten. Den örtlichen Schulhofschlägern gefällt dieser neue Arnie gar nicht und in einem Versuch, ihm sein Betragen heimzuzahlen, machen sie sich über Christine her. Arnold indes fällt beim Begutachten des Schadens auf, dass sein Auto mehr zu sein scheint als nur ein Fahrzeug. Als sich der Wagen wie von Zauberhand selbst repariert, tritt er mit den Worten „Show me!“ unversehens eine automobile Mordserie los, die ihresgleichen sucht.

Ein Plymouth Fury sinnt auf Rache

Das rachsüchtige Auto macht sich zunächst über die Rüpel der örtlichen Highschool her, die auf mehr oder minder kreative Weise in kurzer Zeit das Zeitliche segnen. Der Besitzer der Autowerkstatt, die für den Moment Christines Heimat ist, macht den Fehler sich in das Auto zu setzen. Nur aufstehen tut auch er danach nicht mehr. Der beherzte Versuch seiner Freunde, Arnold vor sich selbst und seinem mordlustigen Oldtimer zu retten, endet schließlich in der scheinbaren Zerstörung des Autos, aber nicht ohne dass Arnold selbst vorher auf recht blutige Weise seinem Auto zum Opfer fällt.

Christine und ihre Schwestern

Genau wie menschliche Schauspieler haben auch automobile Filmhelden normalerweise Stuntdoubles, die in den gefährlichen Szenen zum Einsatz kommen und deren Verlust weniger dramatisch wäre. Bei Christine erwies sich die Beschaffung solcher Stuntautos als problematisch. Der Plymouth Fury war auf 5303 Exemplare limitiert, von denen viele zur Zeit der Dreharbeiten schon unrettbar verloren waren. Darum wurden für viele Szenen andere Modelle benutzt. Die meisten Stuntautos waren Plymouth Belvederes oder Savoys, die leichter und günstiger zu bekommen waren. Insgesamt wurden 20 Exemplare von Christine gebaut, von denen heute nur noch 2 existieren.

Was ist eigentlich Horror?

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Stephen King drehte John Carpenter mit Christine einen Film, der von den Kritikern zwar nur mittelmäßig bewertet wurde, der sich aber trotz seiner, beim Ansehen offensichtlichen, Schwächen zu einem echten Kultfilm entwickelt hat. Warum also wollten so viele Zuschauer einen Film über ein blutrünstiges Auto sehen? Der Psychologe Dr. Glenn Walters beschreibt unter anderem den Faktor der Relevanz, der Horrorfilme für uns interessant macht. Besonders Amerikaner können sich mit dem Charakter Arnold Cunningham identifizieren. Er ist, zumindest zu Beginn des Filmes, nahbar und seine Lebenswelt darum relevant.

Christine – beliebter denn je

Der Plymouth Fury ist heute ein begehrtes Sammlerauto. Gute Exemplare erzielen auf Auktionen regelmäßig Höchstpreise. Es bleibt nur zu hoffen, dass nicht eines dieser Autos eine ähnlich eigenwillige Persönlichkeit hat, wie die Filmvorlage.

(Bildmaterial: ©Shutterstock)

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