Der Concorso d'Eleganza

Die Krone der automobilen Schönheit

Traumhafte Modelle wie der Rolls Royce Sweptail begeistern vor einer malerischen Kulisse Alljährlich messen sich die schönsten Automobile der Welt beim Concorso d‘Eleganza am Comer See

Vom 26. bis 28. Mai war es wieder soweit: Ein Glas gekühlter Champagner vor dem tiefblauen Panorama des Comer Sees, flanierende Herrschaften in edlen Kostümen, dazu im Rücken eine der exklusivsten und schönsten Oldtimeraustellungen der Welt. Mit einer gehörigen Portion „La Dolce Vita“ trifft sich seit 1929 die Upper-Class der historischen Auto- und Motorradsammler an einem Wochenende im Frühsommer im Schatten der malerischen Villen d‘Este und Erba, um ihre alten Schätze in mehreren Kategorien miteinander zu messen. Einen kleinen Eindruck des exklusiven Spektakels können Sie in diesem Ratgeber gewinnen.

Außergewöhnliche Fahrzeugklassen und ein breites Unterhaltungsspektakel

Die kostbaren Schätze der Sammler werden dabei in verschiedene verheißungsvolle Klassen unterteilt. Unter ihnen etwa die pre-war-Klassen mit Exemplaren aus den 1920er und 1930er Jahren, die GT-Kategorie mit den spannendsten Vertretern des Gran Turismo zwischen 1950 und 1975, oder das Fast Flamboyant-Segment für sogenannte Playboy-Gefährte. Einen Kontrast bieten hier die Fahrzeuge der Concept Cars und Prototypen, die den Besuchern einen Blick in die Zukunft der Automobilindustrie ermöglichen. PKW.de hatte hier vor kurzem bereits das neue Flaggschiff aus dem Hause des Hauptsponsors BMW, den Concept 8er Coupé, vorgestellt, der schon 2018 in Serienproduktion gehen soll, sowie die Sonderanfertigung Sweptail des Tochterkonzerns Rolls Royce präsentiert, die mit satten 14 Millionen Euro nun das teuerste Automobil der Welt ist.

Ergänzt wird die unvergleichliche Ausstellung durch verschiedene Unterhaltungshighlights, wie etwa den traditionellen Oldtimer-Showlauf oder die alle zwei Jahre stattfindende Versteigerung des Auktionshauses Sothebys, bei der neue und alte Exemplare regelmäßig zu horrenden Preisen neue Besitzer finden. So auch ein Porsche 918 in der Weissach-Spezifikation, der in diesem Jahr für rund 1,3 Millionen Euro einen neuen Eigentümer fand.

Am Comer See werden Autos zum Kulturprogramm.Am Comer See werden Autos zum Kulturprogramm.

Automobillegenden vom Hauch der Geschichte umwabert

Fans klassischer und moderner Automobile ist beim Concorso ein Maximum an Unterhaltung gewiss. Und auch historisch Interessierte kommen auf ihre Kosten, denn viele der Klassiker haben eine ganz eigene Biographie und sind untrennbar mit dem Schicksal ihrer zum Teil weltberühmten Vorbesitzer verflochten. Die luxuriösen Schätze spiegeln den Stil und das Lebensgefühl ihrer Generation wieder und sind fester Teil von teils filmreifen Mythen und Geschichten, weshalb es sich lohnt bei vielen Modellen ganz genau hinzusehen. So begeistert eine alte Ghia 6.4 von Hollywoodlegende Dean Martin mit extra angefertigtem Revolverhalter unter dem Fahrersitz, genauso wie ein knallroter Lamborghini Miura des Sohns von Sherlock-Holmes-Erfinder Arthur Conan Doyle, der sich nach Kräften bemühte das enorme Vermögen seines berühmten Vaters wieder zu verprassen.

Das Dean Martin gute Kontakte zur Mafia hatte ist ein offenes Geheimnis. Und so hat seine alte Ghia auch eine Pistolenhalterung unter dem Fahrersitz.Das Dean Martin gute Kontakte zur Mafia hatte ist ein offenes Geheimnis. Und so hat seine alte Ghia auch eine Pistolenhalterung unter dem Fahrersitz.

Überraschungsgewinner Lurani Nibbio setzt sich die Krone auf

Im Rahmen des Concorso werden traditionell verschiedene äußerst begehrte Preise von einer, mit internationalen Experten besetzten, Jury und dem Publikum der geladenen Gäste verliehen, deren Auszeichnungen typischerweise mit einer enormen Wertsteigerung des jeweiligen Exponats einhergehen. Der diesjährige Gewinner des legendären Publikumspreises für das interessanteste Auto sorgte dann für eine echte Überraschung bei Presse und Jury. Bereits seit dem ersten Concorso 1929 wird die Trophäe verliehen, die in diesem Jahr an das kleinste und zugleich skurrilste Automobil ging. Publikumsliebling wurde ein rekonstruierter Lurani Nibbio mit archetypischer Seifenkistenoptik und V2 Motor mit 0,5 Litern Hubraum.

Der Juryfavorit und damit Gewinner der Best-Show-Trophäe unter ganzen 52 Klassikern, die in diesem Jahr unter dem Motto „in 80 Tagen um die Welt“ antraten, war passend zum 60 Geburtstag eine Alpha Romeo Giuletta SS Prototipo von 1957, die dann auch den Publikumspreis für das schönste Auto erhielt. Als kultigstes Automobil in der Kategorie Best Iconic Car konnte ein berüchtigter Ferrari 250 GT Berlinetta in der Ausführung Short Wheel Base Competizione eine der begehrten Auszeichnungen gewinnen.

Mit seiner außergewöhnlichen Seifenkistenoptik begeisterte der Nibbio wie kein anderer Oldtimer die Besucher.Mit seiner außergewöhnlichen Seifenkistenoptik begeisterte der Nibbio wie kein anderer Oldtimer die Besucher.

Passend zum 60. Geburtstag erhielt die Giulietta SS Prototipo aus dem Hause Alpha Romeo von der fachkundigen Jury die Best-Show-Trophäe.Passend zum 60. Geburtstag erhielt die Giulietta SS Prototipo aus dem Hause Alpha Romeo von der fachkundigen Jury die Best-Show-Trophäe.

(Bildmaterial: ©BMW-Group)

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