Falsch getankt – und was jetzt?

Wir erklären Ihnen, welche Maßnahmen in so einem Fall erforderlich sind

Falsch getankt? Motor starten, oder lieber doch nicht? Falsch getankt – dann sollten Sie einen kühlen Kopf bewahren!

Vor allem in hektischen aber auch gedankenlosen Momenten passiert es Autofahrern schnell, dass sie zum falschen Zapfhahn greifen. Kommt dann der entsprechend falsche Sprit auch noch in den Tank, kann das kleine Missgeschick teure Folgen haben. Wir erklären Ihnen, welche Maßnahmen Sie ergreifen sollten, wenn Sie falsch getankt haben.

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Was muss ich tun, wenn ich falsch getankt habe?

Wer an der Zapfsäule nicht aufpasst und falsch getankt hat, der kann nur hoffen, dass er seinen Fehler noch rechtzeitig bemerkt. Denn läuft der Motor und der falsche Kraftstoff verteilt sich im Einspritzsystem, kann unter Umständen eine teure Werkstattrechnung drohen. Haben Sie den Fehler noch früh genug bemerkt, sollten Sie Ruhe bewahren, den Motor nicht anlassen und sich am besten direkt bei einer Fachwerkstatt informieren.

Nicht immer muss eine Falschbetankung mit einer teuren Reparatur enden. Autofahrer, die etwa Benzin statt Diesel getankt haben und dies noch früh genug erkennen, kommen in vielen Fällen ohne hohe Werkstattrechnung davon. Dafür sollte der Motor jedoch keinesfalls mehr gestartet und der Wagen am besten direkt in eine Werkstatt transportiert werden. Denn aufgrund der fehlenden Schmierleistung des Benzins können schnell Schäden an der Einspritzanlage des Dieselmotors entstehen. In vielen Fällen reicht es dann, lediglich das Benzin-Diesel-Gemisch aus dem Tank abzupumpen sowie Dieselkraftstoff nachzutanken, um den Wagen wieder fahrbereit zu machen.

Bei älteren Selbstzünder-Modellen macht ein wenig Benzin im Diesel in aller Regel auch nicht viel aus. Je nach Motor und nach getankter Benzinmenge kann es dann durchaus reichen, wenn mam einfach Dieselkraftstoff nachfüllt, um weiterzufahren. In Ländern mit strengen Wintern ist es sogar durchaus üblich, dass dem Diesel 10 bis15 Prozent Benzin beigemischt wird, um ein Verklumpen des Kraftstoffs bei Minustemperaturen zu vermeiden. Gerade bei modernen Dieselaggregaten mit Common-Rail-Technik und Pumpe-Düse-Einheit sollte man auf so einen Selbstversuch jedoch besser verzichten und direkt eine Fachwerkstatt zu Rate ziehen. Denn wer falsch getankt hat und den Motor startet, riskiert eine Reparatur von mehreren Tausend Euro, denn eventuell wird ein Austausch des gesamten Einspritzsystems einschließlich Hochdruckpumpe, Injektoren, Kraftstoffleitungen und Tank erforderlich.

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Diesel in Benziner getankt – was nun?

Auch bei einer Fehlbetankung bei einem Benziner sollte der Motor nicht gestartet werden. Doch es passiert eher selten, dass Autofahrer Diesel in einen Benziner einfüllen, denn normalerweise passt die Diesel-Zapfpistole nicht in den Einfüllstutzen eines Benziner-Tanks. Dennoch hat der ADAC in einer Untersuchung festgestellt, dass bei einigen Fahrzeugmodelle eine irrtümliche Falschbetankung nicht ausgeschlossen ist. Darunter fallen etwa beliebte Benzinermodelle wie der VW Golf 5, der Toyota Aygo oder auch der Mazda 5. Hier sollte man beim Tanken also besonders vorsichtig sein.

Wer feststellt, dass er Diesel – und sei es nur eine geringe Menge – in einen Benziner eingefüllt hat, sollte ebenfalls den Motor nicht anlassen! Denn der Diesel sorgt für eine Verstopfung der Kraftstoffanlage samt Filter, Düsen und Ventile. Eine teure Reparatur ist dann unvermeidbar. Autofahrer, die falsch getankt und Diesel in einen Benziner gefüllt haben, kontaktieren ebenfalls am besten eine Werkstatt des Fahrzeugherstellers. Wurde der Motor nicht gestartet, genügt auch hier das Abpumpen des falschen Sprits. Allerdings schreiben manche Hersteller in so einem Fall auch die Reinigung der gesamten Kraftstoffanlage vor, da ansonsten die Garantieansprüche erlöschen.

Übrigens
Wenn Sie falsch getankt haben, müssen Sie im Regelfall selbst für den Schaden aufkommen, denn als sogenannter Betriebsschaden ist eine Fehlbetankung nicht abgesichert. Dennoch gibt es einige wenige Versicherer, die in ihren Verträgen eine Mitversicherung für eine Falschbetankung anbieten.

(Bildmaterial: ©iStock.com/pitrs)

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