AdBlue macht den Diesel sauber

Mit gutem Gewissen Dieselautos fahren

Der Tank für AdBlue liegt normalerweise direkt neben der normalen Tanköffnung AdBlue wird in einen separaten Tank gefüllt. otomobil / Shutterstock.com

AdBlue ist spätestens seit der Einführung der Abgasnorm Euro 6 für Besitzer von Dieselfahrzeugen ein unverzichtbarer Zusatzstoff. Die Lösung soll den Schadstoffaustsoß signifikant verringern und so dafür sorgen, dass Selbstzünder auch in Zukunft noch konkurrenzfähig bleiben. Was ist drin im Wundermittel für den Dieselmotor? Und hält der Zusatzstoff, was die Hersteller versprechen?

AdBlue – Risikolose Chemikalie

AdBlue besteht zu 32,5% aus Harnstoff, wie er auch im Urin der meisten Säugetiere zu finden ist. Die restlichen 67,5% sind reines Wasser. Diese Mischung ist, rein chemisch betrachtet, wenig komplex. Die Wirkung aber hat es in sich: Der Einsatz von Harnstofflösungen in Dieselmotoren kann den Ausstoß von Stickoxiden, also Stickstoff-Sauerstoff Verbindungen, um bis zu 90 Prozent reduzieren. Die Mischung selbst ist dabei komplett harmlos, auch wenn der Gedanke an die Bestandteile anderes vermuten lässt. Harnstoff ist in seiner Reinform geruchlos, nicht brennbar und sowohl gesundheitlich als auch hygienisch unbedenklich. Da der Zusatzstoff bereits bei -11,5 Grad Celsius gefriert, sind die Tanks normalerweise beheizbar. Ein wenig Vorsicht ist beim AdBlue nachfüllen aber trotzdem geboten: Bestimmte Metalle werden von der Lösung angegriffen.

AdBlue niemals direkt zum Diesel geben

Dieselfahrzeuge, die der Abgasnorm Euro 6 entsprechen, verfügen meist über einen Zusatztank, in den man AdBlue nachfüllen kann. Der Zusatzstoff wird dann in die Abgasanlage eingespritzt und reagiert unter hohen Temperaturen im Katalysator mit den Stickoxiden im Dieselabgas. Zunächst wird der Harnstoff zu Ammoniak umgewandelt, das dann die Stickoxide im Abgas zu harmlosem Stickstoff und Wasserdampf umwandelt. Damit diese Reaktion richtig funktionieren kann, muss das Gemisch möglichst rein sein.

Regelmäßig AdBlue nachfüllen

Die Einspritzung von AdBlue wird von einer elektronischen Steuereinheit übernommen, die den Abgasstrom ständig überwacht und genau die richtige Menge des Zusatzstoffes in den Katalysator leitet. Diese Elektronik erkennt auch, wenn der Zusatztank leer ist. Um die entsprechenden Abgasnormen erfüllen zu können, schaltet der Motor dann in einen Notlaufmodus oder lässt sich im schlimmsten Fall gar nicht mehr starten. Zu trauriger Berühmtheit brachte es diese Technologie durch den Abgasskandal, in den VW seit 2015 verwickelt ist. Nicht nur der Dieselverbrauch, sondern auch die Einspritzsteuerung für AdBlue war im Rahmen der groß angelegten Täuschung manipuliert worden.

AdBlue kostet wenig, bringt aber viel.

Die Mehrkosten, die AdBlue an der Tankstelle mit sich bringt, sind im Vergleich zu den viel besseren Abgaswerten kaum erwähnenswert. Der Verbrauch liegt normalerweise zwischen 1 und 6% des Dieselkraftstoffes. Die Preise für den Abgasreiniger liegen, je nach Portionsgröße, zwischen 1 und 6 Euro pro Liter. AdBlue nachfüllen sollte meist auch kein Problem sein: In der Gebrauchsanleitung aller Neuwagen mit Dieselantrieb steht klar beschrieben, wo sich der entsprechende Einfüllstutzen befindet.

(Bildmaterial: ©Shutterstock)

Ähnliche Artikel zum Thema Wartung und Pflege

PKW.de – Gebrauchtwagen, Neuwagen, Jahreswagen und alles rund ums Auto.