VW T1 Samba: Der Edel-Bulli als Oldtimer

Der VW T1 Samba gehört zu den großen und gefragten Klassikern der Oldtimer-Szene. Das Sondermodell des erfolgreichen Kult-Busses galt seinerzeit als ein üppig bestückter Luxuswagen und war entsprechend teuer. Auch heute werden für den T1 Samba als Gebrauchtwagen gern kosmische Preise verlangt – für ein fahrtüchtiges und halbwegs gepflegtes Exemplar werden mindestens 35.000 Euro fällig, für liebevoll und aufwendig restaurierte Modelle muss man weit über 100.000 Euro hinblättern. Für einen über ein halbes Jahrhundert alten Bus ist das eine Menge Geld. Aber was soll’s, schließlich ist es ein Samba.

VW T1 Samba: Seinerzeit ein Edel-Bulli, heute ein gefragter Oldtimer

Der VW Bus gehört schon seit Jahrzehnten zu den Klassikern des Volkswagen-Konzerns. Insbesondere Modelle der ersten Transporter-Generation (VW T1) sind heute äußerst gefragte Oldtimer. Ein seltenes, aber sehr begehrtes Objekt auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist dabei das Sondermodell VW T1 Samba. Seinerzeit war dieser Edel-Bulli die am besten ausgestattete und teuerste Transporter-Variante, die zwischen 1951 und 1967 produziert wurde. Seinen Wert erhöht zudem der Umstand, dass es den Samba-Bus nur in der ersten Bulli-Generation gab. Für den ab 1967 gebauten VW T2 wurde kein Samba mehr angeboten.

Während das T1-Standardmodell recht spartanisch ausgestattet war, bot der T1 Samba für die damalige Zeit jede Menge Luxus: Innen wie außen war der Edel-Bus mit schicken Chromelementen gespickt und fiel zudem durch seine zweifarbige Lackierung auf, wobei die Bereiche zwischen den beiden Farben durch Chromleisten voneinander getrennt wurden. Besonders markant ist jedoch das verchromte VW-Emblem, das die Front des Samba-Busses fast schon majestätisch ziert.

Auch der Fahrgastraum war im Vergleich zum Serienmodell umfangreicher und hochwertiger ausgestattet. So kam dieser bis zu neun Sitzplätze bietende VW Transporter mit einem serienmäßigen Röhrenradio, einem Faltschiebedach über dem Passagierbereich sowie einem durchgehenden Armaturenbrett daher, das einige Jahre später auch für den Serien-T1 übernommen wurde. Das Armaturenbrett wies neben hübschen Chromringen um die Instrumente sogar eine analoge Uhr auf. Und in puncto Reisekomfort bot der VW T1 Samba gemütliche, weich gepolsterte Sitze. Für noch mehr Behaglichkeit sorgten die insgesamt 23 (später 21) Fenster, die jede Menge Licht in den Bulli reinließen und damit eine angenehme Atmosphäre schufen. Auch seine Heckklappe wies ein größeres Fenster als der Serien-Bulli auf, wobei bei Modellen ab 1963 die beiden hinteren Eckfenster gestrichen wurden und stattdessen eine noch größere Heckscheibe zum Einsatz kam.

Im VW T1 Samba muss man sich auf eine Zeitreise begeben

Obwohl die ältesten Gebrauchtwagen des T1 Samba schon über ein halbes Jahrhundert alt sind, ist das Modell nach wie vor gefragt. Vor allem für die Fans historischer Fahrzeuge bzw. Transporter ist der Besitz eines Samba-Bullis wohl das Höchste der Gefühle. Das Modell ist hübsch und hat den Charme des ersten VW Bulli, was dem gepflegten Samba jede Menge bewundernder Blicke zuteilwerden lässt. Seinen Besitzer freut’s, und noch mehr freut ihn der noch immer steigende Wert des Fahrzeugs.

Gewisse Schwächen hat der charmante VW Bus dennoch. Da wären zum einen die durch den natürlichen Alterungsprozess bedingten Krankheiten. Zum anderen muss man bei diesem Modell grundsätzlich Abstriche machen, da es einfach aus einer anderen Zeit kommt. Beim Samba-Bulli muss man sich mit dem einfachsten Komfort zufrieden geben: Der Geräuschpegel im Wageninneren beispielsweise ist sehr hoch, und auch die Sicherheitsstandards sind ein Witz im Vergleich zu den heutigen; zudem ist das Licht der Frontscheinwerfer miserabel, während die Dachfenster (acht Stück aus 4 mm starkem, gewölbtem Plexiglas) undicht sein können. Aber was macht das alles schon, wenn in diesem Bulli das Herz Samba tanzt? Und den Takt dazu gibt der 30 PS starke Vierzylinder-Saugmotor an.

T1 Samba als Gebrauchtwagen: Käufer sollten sich auf extrem hohe Preise einstellen

Der VW T1 Samba ist bereits im Laufe seiner Produktionszeit zu einem sehr gefragten Modell geworden. Während vom Samba-Bulli im ersten Produktionsjahr gerade mal 270 Einheiten vom Band rollten, wurden es in den darauffolgenden sieben Jahren über 6.200 Exemplare. Im letzten Produktionsjahr baute Volkswagen sogar knapp 18.800 Fahrzeuge.

Dabei ging der T1 Samba nicht nur in Deutschland weg wie warme Semmeln, er war auch im Ausland beliebt. Die in anderen Märkten unter der Bezeichnung Microbus Deluxe vermarkteten Sambas wurden später zu Restaurationszwecken vor allem aus den USA wieder zurück nach Deutschland importiert, da diese Wagen oft über eine rostfreie Karosserie verfügen. Wer den VW T1 Samba als Gebrauchtwagen kaufen und selbst restaurieren möchte, sollte sich am besten eine US-Karosse besorgen.

Im Übrigen kommt man auch nach einem halben Jahrhundert relativ gut an die Ersatzteile ran, beispielsweise über den Hersteller selbst oder über einige Händler. Kennt man sich jedoch nicht aus, welche Händler gute Ersatzteile für den T1 Samba liefern, kann man sich auch in der weitvernetzten VW-Bulli-Szene informieren. In Szenekreisen lassen sich viele Ersatzteile oder Originalzubehör organisieren. Wem das handwerkliche Geschick und die Geduld für eine eigenhändige Restauration eines Samba fehlt, kann sich natürlich auch auf die Suche nach einem bereits restaurierten Modell machen. Diese werden jedoch gern zu Preisen von über 100.000 Euro gehandelt. Da muss die Liebe schon sehr groß sein. Und das Portemonnaie auch.

VW T1 Samba
Produktionszeitraum1951–1967
Preis (Gebrauchtwagen)ab 34.900 €
Höchstgeschwindigkeit88 km/h
0–80 km/h48 Sek.
Verbrauch (kombiniert)10,0 l/100 km
CO₂k. A.
Zylinder/Ventile4/8
Hubraum1.192 cm³
Leistung (kW/PS bei U/min.)22/30 bei 3.400
Drehmoment (Nm bei U/min.)75,5 bei 2.000
Maße (L x B x H)4.220 mm x 1.750 mm x 1.940 mm
AntriebHeck
Tankinhaltk. A.
TreibstoffBenzin
Leergewicht1.110 kg
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem »Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen« entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
PKW.de – Gebrauchtwagen, Neuwagen, Jahreswagen und alles rund ums Auto.