Automobilgiganten – Die Top Ten im Direktvergleich

Wer hat den Größten ... Umsatz?
Die Endstufe kommt von VW: Trotz großer Dieselkrise bekam der neue Chiron grünes Licht von der Chefetage.
Die Endstufe kommt von VW: Trotz großer Dieselkrise bekam der neue Chiron grünes Licht von der Chefetage.
frederick
Einleitung von Fredereick Petkovski, Redakteur bei PKW.de 28.08.2017

Die Automobilbranche ist weltweit einer der wichtigsten Industriezweige überhaupt. Hersteller machen jedes Jahr einen Umsatz im Gesamtvolumen von mehreren Billionen Euro und beschäftigen jeweils viele tausend Mitarbeiter. Der Markt ist dementsprechend hart umkämpft und sieht sich angesichts gesellschaftlicher und klimatischer Veränderungen immer wieder neuen Herausforderungen ausgesetzt. Doch welcher der bekannten Fabrikanten gibt eigentlich den Ton an?

Warum der Automobilmarkt wie Politik ist

Um die Krone unter den Automobilriesen herrscht seit jeher ein zäher und enger Kampf, bei dem harte Bandagen zum Alltag gehören. Zuweilen erinnert der Konkurrenzkampf, ein Gerangel um Prestige, Macht und Einfluss, an einen politischen Wahlkampf, der nie enden will. Doch die Schattenseiten der mächtigen Industriebranche bleiben nicht unentdeckt. Nicht wenige Experten halten das unnachgiebige Wachstumsstreben der Großkonzerne für den Hauptgrund der Dieselmanipulationen. Die Angst, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken, scheint zu groß, um bei derartig rigorosen Maßnahmen auf Kosten der Verbraucher haltzumachen.

Um dauerhaft konkurrenzfähig zu bleiben, existieren mittlerweile mehrheitlich große Konzernnetzwerke aus einer Stammmarke, der mehrere Tochtergesellschaften zugehören. Für kleinere, eigenständige Marken ist das Überleben dagegen kaum mehr möglich. Denn vor allem die selbstständige Entwicklung neuer Modelle und Motoren ist ein gigantischer Kostenfaktor, der bei einem Massenabsatz nahezu nicht zu bewerkstelligen ist. Zudem sind viele Unternehmen durch Anteile und Kooperationen miteinander verbunden, um sich durch größere Marktanteile gegeneinander zu behaupten. PKW.de gibt einen kurzen Überblick über die zehn größten Automobilgesellschaften.

Die Umsatz-Top-Ten

10. Hyundai Motor Company

Seit 2003 ist die Automobilsparte des südkoreanischen Mischkonzerns als selbstständiges Unternehmen ausgegliedert. Eigenständig konnten mit den Pkws rund 81 Mrd. Dollar umgesetzt werden, was in dieser Rangliste für den zehnten Platz reicht. Auch der Hersteller KIA gehört seit 1998 zum Portfolio des asiatischen Produzenten. Hierzulande ist die Herstellergruppe insbesondere durch ihre Sponsorentätigkeit bei diversen Sportevents, wie Fußball-WM oder -EM, präsent.

Als Hauptsponsor von FIFA und UEFA ist Hyundai auch in Europa mittlerweile allseits bekannt.
Als Hauptsponsor von FIFA und UEFA ist Hyundai auch in Europa mittlerweile allseits bekannt.

Einen Hyundai ohne EM-Pokal finden Sie hier

9. BMW Group

Mit immerhin 102 Mrd. Dollar kann BMW den neunten Platz vorweisen. Die Bayerischen Motoren Werke sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar rein zahlenmäßig weit entfernt von den ganz Großen der Branche, doch seit über hundert Jahren wirtschaftet die Aktiengesellschaft solide und souverän mit guten Renditen. Die Fahrzeuge der Münchener prägen seit Generationen die weltweite Automobilindustrie und fahren in Sachen Qualität und Innovation ganz vorne mit. Zum Premiumhersteller gehört neben Mini auch die Rolls-Royce-Automobilsparte, die sich nach ihrer großen Pleite seit 2000 in der BMW Group wieder recht gut erholen konnte.

Seit jeher ein Garant für höchste Qualität: BMW genießt international einen Ruf, der seines gleichen sucht.
Seit jeher ein Garant für höchste Qualität: BMW genießt international einen Ruf, der seines gleichen sucht.

BMWs jeder Generation finden Sie auf PKW.de

8. Saic

Der chinesische Hersteller Saic dürfte für viele wohl eher ein großer Unbekannter sein. Doch der Kooperationspartner von VW und GM erreicht, insbesondere aufgrund des starken Heimatmarktes, einen nicht unerheblichen Umsatz von etwa 106 Mrd. Dollar. Zum chinesischen Fabrikanten gehört neben diverser Kooperationsbeteiligungen unter anderem die koreanische Marke SsangYong, von der man vereinzelt auch hierzulande einige Modelle auf der Straße findet.

SsangYong hat zahlreiche Allrad-SUV im Aufgebot.
SsangYong hat zahlreiche Allrad-SUV im Aufgebot.

Einen koreanischen Exoten hat auch PKW.de im Aufgebot

7. Honda

Die Honda Motor Company beansprucht den siebten Platz unter den Automobilgiganten, ist mit 22 Millionen Stück jedoch ebenso der weltweit größte Fabrikant für Motoren aller Art. Das Unternehmen ist in vielen technischen Geschäftsfeldern tätig und fertigt unter anderem auch ein eigenes Flugzeug. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte Honda rund 2,43 Millionen Fahrzeuge absetzen und einen Umsatz von 121 Mrd. Dollar erzielen.

Der Honda Civic Type R ist eine waschechte Rennsemmel

6. Ford

Der Automobilpionier sitzt mit 149 Mrd. Dollar auf dem sechsten Platz. Baute die Motor Company in den 40ern bereits Bomber für die US-Army, setzen die Amerikaner heute hauptsächlich auf ihre Stammmarke, denn Kooperationen mit Jaguar, Land Rover oder Volvo waren nicht sonderlich von Erfolg gekrönt. Die Umstrukturierung trägt Früchte: Etwa 4,6 Mrd. Dollar Gewinn bleiben nach der Abrechnung 2016 hängen.

Mit seiner Fließbandfertigung hat Ford die Automobilindustrie revolutioniert.
Mit seiner Fließbandfertigung hat Ford die Automobilindustrie revolutioniert.

Auch Modelle der ersten Stunde hat PKW.de auf Lager

5. General Motors

GM ist immer noch der fünftgrößte Autobauer der Welt, verliert aber zum bis 2007 behaupteten Spitzenplatz weiter an Boden. Die Amerikaner machten mit ihrer riesigen Markenpalette, die von Cadillac bis Chevrolet reicht, einen Umsatz von etwa 152 Mrd. Dollar. Doch gerade der Heimatmarkt, wo immer mehr deutsche SUVs gefragt sind, bereitet den Detroitern Sorge, sodass sich der Konzernriese sozusagen notorisch in der Strukturkrise befindet. Die verfallene Innenstadt von Detroit steht sinnbildlich für die Entwicklung des Autobauers. Bereits 2013 musste die US-Regierung GM mit über 50 Mrd. US-Dollar vor dem Bankrott bewahren. Mittlerweile geht es jedoch wieder ein wenig aufwärts, sodass im letzten Geschäftsjahr etwa 9,4 Mrd. Dollar Gewinn erwirtschaftet wurden. Die unter GM schwächelnde Marke Opel/Vauxhall wurde kürzlich an die Group PSA verkauft, die auch Peugeot und Citroёn unter ihrem Dach vereint.

Cadillac ist die unangefochtene GM-Topmarke.
Cadillac ist die unangefochtene GM-Topmarke.

Echte und günstige Ami-Schlitten jeder Art auf PKW.de

4. Daimler AG

Nicht schlecht steht es um Daimler, die mit fast 166 Mrd. Dollar Umsatz im Jahr 2016 wacker den Platz Nummer vier behaupten. Nach dem recht kurzen Intermezzo mit Chrysler, das 2007 beendet wurde, läuft das Geschäft unter CEO Zetsche vor allem für die Stammmarke Mercedes so gut wie nie. Unter dem Dach der Aktiengesellschaft vereinigen sich aber auch einige andere lukrative Unternehmen. So gehört Smart ebenso wie der Highend-Premiumhersteller Maybach zur Daimler AG. Aber auch die Start-ups Car2Go oder MyTaxi gesellen sich zum Portfolio der Schwaben und der hauseigene Premiumtuner AMG versorgt indes seit Kurzem den britischen Sportwagenklassiker Aston Martin mit frischen Motoren.

Mit gewohnt höchster Qualität und neuen Designkonzepten hat Mercedes das Altherrenimage längst abgelegt.
Mit gewohnt höchster Qualität und neuen Designkonzepten hat Mercedes das Altherrenimage längst abgelegt.

Mit Mercedes-Benz in die Oberklasse einsteigen

3. Renault-Nissan

Wie aus einem klugen Bündnis ein neuer Automobilriese entsteht, zeigt das Beispiel der Renault-Nissan-Allianz. Ab 1999 arbeiteten die beiden Produzenten zusammen, bis drei Jahre später sogar eine GmbH aus den beiden Unternehmen erwuchs, die nun allerhand etablierte Marken untereinander vereint. Neben den Stammmarken Renault und Nissan Motors gehören auch Dacia, Renault-Samsung, Infiniti, Datsun sowie Mitsubishi Motors zum Konglomerat. Ebenso kann der russische Fabrikant AwtoWAS mit dem legendären Lada zum Unternehmensgeflecht gezählt werden. Trotzdem operieren die beiden Großkonzerne weitestgehend unabhängig voneinander, wollen in Zukunft jedoch zwecks Effektivität und Kostensprung immer stärker zusammenarbeiten. Während Renault 2016 etwa 51 Mrd. verdiente, kam Nissan dank des starken asiatischen Marktes auf einen Umsatz von etwas über 100 Mrd. Euro. Zusammen sind dies umgerechnet schlappe 178 Mrd. Dollar – das reicht locker für Platz drei.

Seit Jahrzehnten ein nahezu unveränderter Klassiker: Der Lada von AwtoWAS
Seit Jahrzehnten ein nahezu unveränderter Klassiker: Der Lada von AwtoWAS

Renault oder Nissan, hauptsache französisch

2. Toyota

Unangefochten auf dem asiatischen Markt, reicht es im Gesamtranking für Toyota mit etwa 231 Mrd. Euro Umsatz dagegen „nur“ für den zweiten Platz, denn mit 8,9 Millionen verkauften die ehemaligen Spitzenreiter 2016 rund eine Million Fahrzeuge weniger als noch im Jahr zuvor. Während andere Konzerne umsatztechnisch nicht ansatzweise mit den beiden Spitzenreitern mithalten können, bleibt der Kampf um die Krone unter den ersten beiden nichtsdestotrotz so eng wie eh und je. Zum Rankingzweiten gehören neben der Luxussparte Lexus auch der Kleinwagenhersteller Daihatsu und die Pick-up-Sparte Isuzu. Zudem ist der Konzern in größerem Umfang am Allradspezialisten Subaru beteiligt.

Der Prius hat zwar das Image eines Spießerwagens, ist jedoch ein absoluter Verkaufsschlager.
Der Prius hat zwar das Image eines Spießerwagens, ist jedoch ein absoluter Verkaufsschlager.

Den umweltfreundlichen Hybrid-Klassiker gibt’s hier

1. Volkswagen

Ein gigantischer Umsatz von 236,6 Mrd. Dollar hievt VW trotz Skandale, zumindest vorerst, wieder an die Spitze als größter Autobauer der Welt. Doch der nächste Angriff von Toyota und Co. lässt bestimmt nicht lange auf sich warten. Angesichts der Empörungswellen im Heimatland und den USA bezüglich der Abgasmanipulationen, scheint der Sieg dennoch sehr teuer erkauft worden zu sein. Der VW-Konzern ist mit seinen vielen Tochtergesellschaften extrem breit aufgestellt. Unter den zwölf Marken sind auch SEAT, Audi und Skoda zu finden. Mit Porsche, Bentley, Bugatti oder Lamborghini hat VW zudem ganz besonders exklusive Fahrzeuge im Aufgebot.

Seit 2009 gehört auch der Premiumhersteller Porsche zum umfassenden VW-Portfolio.
Seit 2009 gehört auch der Premiumhersteller Porsche zum umfassenden VW-Portfolio.

Zahlreiche Supersportwagen alla VW: Jetzt günstig zuschlagen

Alle Angaben ohne Gewähr.

(Bildmaterial: ©Hyundai, ©BMW AG, ©SAIC, ©Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, ©Daimler AG, ©Honda, ©Ford, ©GM, ©AwtoWAS, ©Toyota)


Weitere Artikel zu diesem Thema