Unschön: Eine Niesattacke am Steuer.
Hatschi und Hoppla: Für einen kurzen Augenblick hat man die Übersicht verloren.

Heuschnupfen im Auto

Die unsichtbare Gefahr und was man dagegen tun kann

Köln, 21.04.2015 – Wir stecken wieder mitten drin: Im Pollenterror der Pflanzenwelt, der so manches Immunsystem in einen Ausnahmezustand versetzt. Welche Gefahren Allergien für Autofahrer mit sich bringen können, und wie man sich bestmöglich schützt, hat soeben der Automobilclub ARCD verraten.

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von Mario Hommen, Redakteur*in bei PKW.de 21.04.2015

Laut ARCD leiden rund 15 Prozent der Deutschen unter heftigen Allergie-Reaktionen, wenn die Pollen der Pflanzen wieder verstärkt in der Luft umherwirbeln. Für die meisten ist der Heuschnupfen aber letztlich nicht mehr als eine lästige Begleiterscheinung des Frühlings. Als Gefahr für Leib und Leben sehen die meisten den Pollenterror hingegen nicht. Dabei bringt gerade für Autofahrer der Allergiestress große Gefahren mit sich.

Vor allem zwei Aspekte können negativen Einfluss auf die Sicherheit nehmen. Zum einen sind es plötzliche Niesattacken, die Autofahrer während der Fahrt beeinträchtigen könnten. Ein Verreißen des Lenkrads, ein kurzzeitiger Blindflug oder die schlechte Sicht aufgrund verquollener Augen können das Unfallrisiko erhöhen. Zum anderen birgt die Einnahme von Medikamenten gewisse Risiken. Tabletten gegen Allergien können nämlich die Fahrfähigkeit beeinträchtigen. Müdigkeit sowie verringertes Konzentrations- und Reaktionsvermögen sind typische Nebeneffekte einer Medikamenteneinnahme. Allergiker unterschätzen dabei vor allem das Risiko von Wechselwirkungen mit anderen Präparaten. Dabei kann eine Fahrt unter Medikamenteneinfluss als strafbare Trunkenheitsfahrt gewertet werden und den Verlust des Führerscheins und des Versicherungsschutzes nach sich ziehen.

Gegenmaßnahmen

Gerade bei der Einnahme von Medikamenten sollten sich Autofahrer deshalb den Beipackzettel genau durchlesen und auf Hinweise zu möglichen Nebenwirkungen achten. Wer andere Medikamente einnimmt, sollte sich zudem beim Arzt oder Apotheker über mögliche Wechselwirkungen schlau machen. Im Zweifelsfall verzichtet man auf die Einnahme oder die Fahrt.

Wer möglichst wenig unter dem Einfluss von Pollen leiden will, hat als Autofahrer darüber hinaus gute Möglichkeiten, sich wirksam zu schützen. Ein Tipp des ARCD ist, die mit Pollen kontaminierte Jacke vor dem Einsteigen im Kofferraum zu deponieren. Desweiteren sollte man Fenster und Schiebedach stets geschlossen halten und die Lüftung auf Umluftbetrieb schalten. Wer zudem das Fahrzeuginnere sauber hält, nicht unter Bäumen parkt und gegebenenfalls eine schützende Sonnenbrille trägt, wird weniger Allergiestress haben.

Pollenfilter und ECARF-Siegel

Optimal ist es, wenn ein Auto zudem mit Pollenfilter ausgestattet ist. In neueren Fahrzeugen gehört dieses einfache Reinigungssystem meist schon zur Serienausstattung. Allerdings vergessen viele Autofahrer die regelmäßige Reinigung dieser Filter. Am besten jährlich oder alle 15.000 bis 30.000 Kilometer sollte der Pollenfilter getauscht werden, so der ARCD. In den meisten Fällen kann man den Austausch selber vornehmen.

Mit ECARF-Siegel geadelt: Mercedes-Benz C-Klasse.
Mit ECARF-Siegel geadelt: Mercedes-Benz C-Klasse.
Schließlich kann der Kunde auch beim Kauf eines Autos darauf achten, wie allergiefreundlich das Fahrzeug insgesamt ist. Einen guten Hinweis gibt dabei das Europäische Zentrum für Allergieforschung mit dem ECARF-Siegel, welches für besonders allergiefreundliche Produkte wie etwa die neue Mercedes-Benz C-Klasse vergeben wird.

(Bildmaterial: ARCD/Mercedes-Benz)


Alle Artikel in: Autonews

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