Aufbauseminar: Was tun, wenn der Lappen in Gefahr ist?

Das erwartet Sie bei der Ehrenrunde in der Fahrschule
Erwischt!
Sie haben sich bei einem Verkehrsvergehen erwischen lassen? Das kommt auf Sie zu, wenn Sie zum Aufbauseminar verdonnert werden. Wolfilser / shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 04.10.2018

Es gibt Menschen auf der Welt, die sind nicht besonders klug. Sie glauben, dass die Welt eine Scheibe ist, dass Kondensstreifen gefährliche Chemikalien enthalten und das Milliardäre gute Politiker sein können. Aber diese Menschen sind wahre Einsteins gegen die, die eben erst ihren Führerschein gemacht haben und sich tatsächlich zum Beispiel mit einem Handy am Steuer erwischen lassen. Das hat nichts mit „Ich wollte ja nur …“ oder „Man wird doch wohl noch …“ zu tun. Für Verstöße wie diese gibt es schlicht und einfach keine Entschuldigung. Weil das deutsche Recht, sonst nicht gerade für seine Nachgiebigkeit bekannt, dem Auto aber eine besondere Rolle zuerkennt, gibt es auch für die dümmsten Autofahrer Möglichkeiten, nach einem solchen Verstoß doch noch einmal hinters Steuer zu dürfen. Ein sogenanntes Aufbauseminar ist nicht dasselbe wie ein Punkteabbauseminar. Worin der Unterschied besteht, wer wann warum wohin muss, und was dabei vermittelt wird, weiß PKW.de.

Aufbauseminare dauern quälend lange

Sie haben es also geschafft, in der Probezeit so viel Mist zu bauen, dass man Ihnen die Teilnahme an einem Aufbauseminar angeordnet hat. Herzlichen Glückwunsch. Wie geht es nun weiter? Zunächst einmal müssen Sie wissen, dass die Teilnahme an dem Seminar verpflichtend ist, wenn Sie in den nächsten Jahren noch einmal etwas Größeres als einen Rasenmäher bedienen wollen. Dazu kommt noch, dass Sie den Preis für die Teilnahme selbst bezahlen müssen. Bis zu 500 Euro können dafür fällig werden. Was bekommen Sie für das sauer verdiente Geld der Eltern? Im Prinzip stellt das Aufbauseminar eine Freiheitsstrafe von knapp 9 Stunden dar, denn so viel Zeit verbringen Sie insgesamt in der Fahrschule. Diese Zeit ist auf 4 Sitzungen aufgeteilt, an denen zwischen 6 und 12 auffällig gewordene Fahranfänger teilnehmen. Zu diesen 9 Stunden gehört auch eine halbstündige Probefahrt, während der die grundlegenden Probleme eines auffälligen Autofahrers ergründet werden sollen.

Sie dürfen nicht mehr fahren? Werden Sie hier Ihr Auto los.

Warum müssen Sie zum Aufbauseminar?

Im Rest der Zeit sollen jungen Fahrern einige wichtige Informationen über Gefahren im Straßenverkehr vermittelt werden. Wer mit besonders guten „Noten“ aus dem Seminar gehen möchte, kann sich mit unserem Spickzettel einen klaren Vorteil verschaffen.

Der PKW.de-Spickzettel fürs Aufbauseminar

  • •Betrunken Auto fahren: blöd
  • •Zu schnell fahren: blöd
  • •Handy am Steuer: blöd
  • •Unfallflucht: extrem blöd
  • •Drängeln: blöd
  • •Parken auf der Autobahn: extrem blöd
  • •Hirn einschalten: cool!

Aufbauseminare sollten eigentlich unnötig sein

Jeder Mensch, der einen Führerschein sein Eigen nennen darf, sollte eigentlich ein Auto fahren können. Wer also trotzdem seinen Führerschein verliert, ist mit großer Wahrscheinlichkeit selbst schuld. Ein schwerer Verstoß der Kategorie A oder zwei leichtere Verstöße der Kategorie B ziehen bereits eine Einladung zum Aufbauseminar nach sich. Wer nicht daran teilnimmt, muss sich also wieder in die Straßenbahn oder aufs Fahrrad schwingen. Wenn es Ihnen das wert ist, werden wir Sie nicht abhalten. Aber niemand, der ein Auto fahren darf, sollte in eine Situation geraten, in der ein Aufbauseminar nötig wird. Da müssen Sie jetzt wohl durch.

Sie dürfen nicht mehr fahren? Werden Sie hier Ihr Auto los.


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