BMW i8 mit Brennstoffzellen-Antrieb.
Sieht nach Autozukunft aus: Ein umgebauter BMW i8 mit Brennstoffzellentechnik.

Der Stromer mit dem Super-Tank

BMW stellt kleine, innovative Brennstoffzellen-Flotte vor.

Köln, 06.07.2015 – Beim batterieelektrischen Auto war BMW nicht erster, doch immerhin haben die Münchener das Thema in Form des i3 so konsequent wie kein anderer Hersteller zuvor bearbeitet. Auch bei der Brennstoffzelle lässt sich BMW etwas mehr Zeit, während Toyota und [Hyundai](https://www.pkw.de/ratgeber/autonews/hyundai-ix35-fuel-cell-preis) bereits Serienmodelle zum Kauf anbieten. Aber BMW ist dran an dem Thema und hat jetzt seine kleine Brennstoffzellen-Flotte mit innovativem Tanksystem vorgestellt.

sascha
von Sascha Nendza, Redakteur*in bei PKW.de 06.07.2015

Der kleinen Schar 5er GTs sieht man ihr zukunftsweisendes Inneres nicht an, während ein ebenfalls zum Brennstoffzellen-Fahrzeug umgebauter i8 zumindest optisch auf sein besonderes Wesen aufmerksam macht. Allein seine futuristische Grundform eignet sich dafür, doch BMW hat das Brennstoffzellen-Unikat optisch noch deutlich in Richtung Experimentalfahrzeug getrimmt.

Sieht aus wie ein normaler BMW 5er GT, doch unter der Blechhaut steckt ein Wasserstoffauto.
Sieht aus wie ein normaler BMW 5er GT, doch unter der Blechhaut steckt ein Wasserstoffauto.

Entscheidender ist hingegen, was unter der Blech- beziehungsweise Carbonhaut steckt: Nämlich eine komplizierte Apparatur, die aus Wasserstoff Strom gewinnt, der zum Antrieb des Fahrzeugs genutzt wird. Der Vorteil im Vergleich zu Batterie-Stromern wie dem i3 ist der Verzicht auf schwere und teure Riesen-Akkus und die größeren Reichweiten pro kurzweiliger Tankfüllung.

In Hinblick auf die Betankung will BMW im Vergleich zu Brennstoffzellenfahrzeugen anderer Hersteller einen entscheidenden Vorteil bieten können, denn ein neues Tanksystem soll für den Alltagseinsatz besonders gut gerüstet sein. Der carbonummantelte, doppelwandige Tank für das explosive Gas soll einen Tankkomfort ermöglichen, der ein ähnlich unkompliziertes und kurzweiliges Befüllen wie bei normalen Benzinern erlaubt.

Die Betankung des BMW 5er GT mit Brennstoffzelle soll leicht von der Hand gehen. Die Tankstelle muss allerdings noch vorfahren.
Die Betankung des BMW 5er GT mit Brennstoffzelle soll leicht von der Hand gehen. Die Tankstelle muss allerdings noch vorfahren.

Während die im vorderen Fahrzeugteil untergebrachte Brennstoffzelle vom Kooperationspartner Toyota stammt, sind der im Mitteltunnel des 5er GT untergebrachte Wasserstofftank sowie der an der Hinterachse montierte 245-PS-Elektromotor von BMW selbst. Der BMW-Tank erlaubt ein Befüllen mit vergleichsweise niedrigen Temperaturen (-200 Grad) und niedrigem Druck (350 statt der üblichen 700 bar), was wiederum die Speicherung größerer Mengen von Wasserstoff ermöglichen soll. Im Fall des 5er GT sollen gut sieben Kilogramm Wasserstoff mitgeführt werden können, womit die Reichweite trotz des vergleichsweise kompakten Tanks auf rund 500 Kilometer steigen soll. Der i8 mit kleinerem Tank schafft nur etwa die Hälfte.

Könnte auch ein Atom-Samowar sein: Die Brensstoffzelle von Toyota, die Wasserstoff in Strom wandelt.
Könnte auch ein Atom-Samowar sein: Die Brensstoffzelle von Toyota, die Wasserstoff in Strom wandelt.

Insofern verspricht das System von BMW einen gehobenen Alltagsnutzen, zumal der Tank das Verflüchtigungsproblem bei früheren BMW-Wasserstoff-Autos, wie etwa dem Hydrogen 7, nicht mehr haben soll. Ein wichtiger Vorteil, denn an dem Problem der weiterhin nicht vorhandenen Tankstelleninfrastruktur für Wasserstoff wird BMW vorerst nichts ändern können. Sollte die Infrastruktur allerdings kommen, könnte ein Wasserstoff-BMW mit guten Fahrleistungen (der 5er GT sprintet in 8, der i8 in 6 Sekunden von 0 auf 100 km/h) und konventionellen Reichweiten-Szenarien Überzeugungsarbeit leisten, sofern der Kaufpreis nicht zu abgehoben ist. Darüber hinaus wird der Wasserstoff-BMW laut- und emissionslos fahren und könnte im Fall von regenerativ gewonnenem Wasserstoff zudem noch eine CO₂-neutrale Mobilität erlauben. 2020 möchte man bei BMW ein Brennstoffzellenauto zur Serienreife bringen, welches dann in vermutlich ähnlich konsequenter Weise auf die Anforderungen der speziellen Technik wie jüngst der i3 abgestimmt wird.

Lesen Sie hier mehr über den BMW 5er GT auf PKW.de

(Bildmaterial: BMW)


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