Carsharing für weniger Verkehr und mehr Parkplätze

Carsharing wird in deutschen Städten immer beliebter.
Für Carsharing werden meist kleine Autos eingesetzt
Carsharing-Anbieter setzen meist modernste Fahrzeuge ein. So wird auch die Umwelt entlastet. Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 22.02.2017

Auf Deutschlands Straßen sind immer mehr Autos unterwegs. Kluge Menschen entwickeln immer mehr verschiedene Lösungsansätze, um dem Verkehrsproblem in Deutschlands Innenstädten Herr zu werden. Es geht um öffentlichen Nahverkehr, Elektroautos und Fahrradwege. Eines aber haben alle Ideen gemeinsam: Ein Auto pro Einwohner ist einfach zu viel und kann auf Dauer nicht praktikabel sein. Damit trotzdem jeder pünktlich zur Arbeit kommt, auch wenn die Bahn mal nicht fährt oder Starkregen die morgendliche Fahrradtour verhindert, gibt es Carsharing. Diese Firmen vermieten Autos stunden- oder minutenweise und bieten so Mobilität ohne die Verpflichtungen, die ein eigenes Auto mit sich bringt.

Carsharing – Teilen Sie Ihr Auto

Ein eigenes Auto zu betreiben ist nicht immer ein Vergnügen. Kosten für Benzin, Versicherung und Reparaturen gehen jeden Monat in die Hunderte und weil Parkplätze oft so gesucht sind wie günstiger Wohnraum, wird das eigene Auto nur ungern bewegt. Die Lösung könnten Autovermietungen darstellen, aber warum ein Auto für einen ganzen Tag mieten, wenn die Fahrt zum Supermarkt um die Ecke nur 10 Minuten dauert? Wäre es nicht besser, das Fahrzeug minutenweise mieten zu können? Diese Frage beantworten Carsharing-Anbieter mit einem klaren „Ja“. Carsharing bedeutet übersetzt soviel wie „Autoteilen“, und genau darum geht es: Die Teilnehmer eines Carsharing-Programms teilen sich die Nutzung einer Fahrzeugflotte. Für den Mietpreis übernimmt der Anbieter sämtliche Kosten für Wartung, Versicherung und häufig sogar den Treibstoff. So genießt der Kunde sämtliche Vorteile eines eigenen Autos ohne die Verpflichtungen, die damit verbunden sind. Oder?

Ist Carsharing eine echte Alternative?

Nicht ganz, denn ein Auto aus einer Carsharing-Flotte muss anders benutzt werden, als ein eigenes Fahrzeug. Sobald das Auto abgestellt und verlassen wird, kann es von einem anderen Benutzer reserviert werden. Darum sollten alle persönlichen Gegenstände beim Aussteigen mitgenommen werden. Zwar haben die meisten Carsharing-Anbieter eine Fundsachenkartei, aber man ist, genau wie im öffentlichen Nahverkehr, auf die Ehrlichkeit des Finders angewiesen. Immer wieder gibt es Berichte von Nutzern, die Handys oder andere Wertsachen in einem Carsharing-Auto liegen gelassen und ihre Habseligkeiten nie wieder gesehen haben. Natürlich will man das Mietauto in einem einwandfreien Zustand auffinden. Beschädigungen am Fahrzeug müssen darum vor Fahrtantritt gemeldet und der Innenraum muss sauber gehalten werden. Manche Anbieter stellen die Innenreinigung sonst dem Benutzer in Rechnung. Der größte Nachteil am Carsharing dürfte aber die eingeschränkte Flexibilität sein. Die Autos dürfen zwar aus den Großstädten entfernt werden, müssen aber nach Fahrtende wieder innerhalb des Geschäftsgebietes abgestellt werden. Sonst muss der Benutzer eventuell die Rückführung durch einen Servicemitarbeiter bezahlen. Ein längerer Ausflug aufs Land oder sogar eine Fahrt in den Urlaub ist mit einem Carsharing-Auto also nur für einen sehr hohen Preis möglich. Apropos Preis: Carsharing kostet, je nach Anbieter, zwischen 20 und 60 Cent pro Minute. Damit ist der Weg zum nächsten Supermarkt zwar für wenige Euro zu bewältigen, wer allerdings danach ohne Auto auf dem Parkplatz steht, weil ein anderer Benutzer das Fahrzeug für sich in Anspruch genommen hat, wird sich darüber ärgern, kein Straßenbahnticket gekauft zu haben.

Carsharing der Zukunft: zurück zu den Wurzeln

In der Zukunft der Mobilität wird Carsharing mit Sicherheit eine wichtige Rolle spielen. Autonome Fahrzeuge, wie sie derzeit von Tesla und Google getestet werden, könnten diese Art der Fortbewegung weiter revolutionieren. Anstatt zum nächsten Fahrzeug laufen zu müssen, könnte man über eine Carsharing-App einfach ein Auto bestellen, das dann in wenigen Minuten vor dem Haus vorfährt und den Benutzer ohne eigenes Zutun ans Ziel bringt. Durch die automatische Mitnahme weiterer Fahrgäste könnte außerdem der Fahrpreis drastisch reduziert werden. So könnten sich dutzende Passagiere ein großes Fahrzeug teilen. Eine Idee, die öffentliche Verkehrsbetriebe schon vor mehr als 100 Jahren hatten.

(Bildmaterial: ©Shutterstock)

Anzeige *

Anzeige *


Weitere Artikel zu diesem Thema

Bei denen mit * gekennzeichneten Links handelt es sich um Werbe- bzw. sog. Affiliate-Verlinkungen. Klicken Sie auf einen solchen Link und kaufen über diesen Link ein, erhalten wir von dem betreffenden Unternehmen hierdurch eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis nicht.