main.jpg
Der Dhabiyan. slava296 / Shutterstock.com

Die Highlights der Dubai Motor Show 2017

Die Kundschaft der Superlative setzt auf PS-Power.

Auf der letzten Dubai Motor Show standen besonders die Sportwagen und SUV im Vordergrund. Leistungsstarke Autos für eine Kundschaft, die es sich leisten kann, dem Luxus den Vorzug zu geben. PKW.de blickt auf die Highlights der alle zwei Jahre stattfindenden Messe zurück.

christoph
von Christoph Sedlmaier, Redakteur*in bei PKW.de 16.03.2018

Formel-1-Technik für die Straße

Der neue Supersportwagen von Mercedes. slava296 / <a href='http://www.shutterstock.com/'>Shutterstock.com</a>
Der neue Supersportwagen von Mercedes. slava296 / Shutterstock.com

Auf der letzten Dubai Motor Show standen besonders die leistungsstarken und Autos mit großem Hubraum im Vordergrund. Bärenstarke SUV oder windschnittige Supersportwagen. Varianten, die der wohlhabenden Kundschaft aus den reichen Emiraten durchaus gefallen und ihren Absatz finden.

Unter den vielen Luxusautos stechen besonders zwei hervor: Das „AMG Project One“ und der Aston Martin „Valkyrie“. Beide Modelle sind absolute Supersportler und wurden von der F1-Technik inspiriert. Der Sportler aus dem Hause AMG weist eine straßentaugliche Variante des Erfolgsmotors der Schwaben auf, während der britische Konkurrent unter tatkräftiger Hilfe des österreichischen F1-Teams Red Bull Racing mitentwickelt wurde. Der Aston Martin (intern unter „AM-RB001“ bekannt) entstammt größtenteils den Entwürfen des Design-Genies Adrian Newey und wurde dem Design wurde den Red Bull Konzepten X2010, X2011 und X2014 entnommen. Diese Conceptcars waren besonders in den erfolgreichen Rennspielen der Gran Turismo-Reihe steuerbar. Das technische Herz des Mercedes schlägt hingegen vollkommen mit der Technik des Formel-1-Engagements. Ein 1,6-Liter-V6 spornt den Project One an, dessen Funktionsweise dem technischen Vorbild mehr als ähnelt. Vier Elektromotoren sind mit dem Verbrenner gekoppelt und sorgen für Leistung, ebenso basiert die Zusammenwirkung dieser Antriebskomponenten auf dem 2017er Mercedes-Boliden aus Brixworth. Wie im F1-Renner ist ein Elektromotor mit dem Turbolader verbunden, der nächste direkt mit dem Verbrennungsmotor und zwei werden den Vorderrädern Vortrieb geben.

Doch nicht nur die Antriebskonzeption ist der Königsklasse entnommen, sondern auch das Interieur, dessen Cockpit aus Kohlefaser und Metall besteht, ebenso sind sportliche Schalensitze aus Carbon integriert und geben den perfekten Halt für zackige Ausfahrten. Dabei ist das Lenkrad absolut an der Formel 1 orientiert, da es wie sein Vorbild rechteckig ist und über fast alle wichtigen Steuerkomponenten verfügt. Neben dem Innendesign ist auch die Linienführung und Aerodynamik des AMG an den Rennsport angelehnt: Das Design erinnert an den glorreichen 1998er CLK GTR, hat aber auch einen Lufteinlass über der Fahrgastzelle und eine Heckfinne, womit er auch an den Mercedes F1 W08 EQ Power+ der Saison 2017 erinnert. Stolz sind aber auch die Preise, die sich eher an der Königsklasse orientieren: Beide Modelle werden über 2,5 Millionen Euro kosten und im Jahr 2019 auf dem Markt eingeführt. Auch wenn der Project One ein Hybridsupersportler sein wird, ist er doch eher auf seinen Verbrenner konzentriert, da sich mit 25 km Reichweite die rein elektronische Reichweite eher nach unten orientiert.

Futuristische Crossroad-Vehikel

Es sind nicht nur Supersportwagen, die auf der Motor Show einen prägenden Eindruck hinterlassen. Auch große Geländefahrzeuge, die eher an Vehikel aus Science-Fiction-Filmen erinnern, sind zu finden. Zu nennen sind hier besonders Modelle wie der Karlmann King von IAT, der DEVEL 60 oder der überdimensionale „Dhabiyan“.

Der aus China finanzierte IAT wird in Italien gefertigt werden und als Highend-SUV rund 3,8 Millionen US-Dollar kosten. Das futuristisch anmutende SUV wird auf dem arabischen Markt sicherlich seine Verehrer finden, wo der Preis pro Liter bei 45 Cent liegt und das Geld unendlich zu sein scheint. Das in seiner Aufmachung an einen Militärgeländewagen aus Filmen wie Equilibrium erinnernde SUV ist aber alles andere als puristisch: Von einem 6,8-Liter-V10 angetrieben, ist auch der Innenraum luxuriös und komfortabel ausgestattet, um die anspruchsvolle Kundschaft zufriedenzustellen.

Der der „Defining Extrem Vehicle Car Industry“ (DEVEL) 60 entstammende Familienvan erinnert mehr an einen Schützenpanzer aus dem 2014er RoboCop-Remake als an einen Van für Familienausflüge. Der von einem 700-PS-starken Ford-V8 angespornte Sechsrad-Van bietet Platz für 6 Gäste und sein Marktstart in Kleinserie wird für Ende 2018 erwartet. Aber auch hier ist innerhalb dieses schwarzen Ungetüms neben einem leistungsstarken Diesel auch ein hochmoderner und komfortabler Innenraum zu erwarten. Noch dazu werden Ausflüge durch die Wüste, Wälder oder Schotterpisten aufgrund der großen Geländereifen ein absolutes Kinderspiel sein. Der gigantische „Dhabiyan“ ist ein von Hamad bin Hamdan Al Nahyan, einem Mitglied der Königsfamilie der Emirate, umgebauter US-Militärlaster. Der verchromte Fünfachser besitzt die Karosserie eines Jeep Wranglers als Fahrerkabine und die Front eines 1946er GMC Trucks. Der Fürst hat sich ein fürstliches Gefährt konstruiert, womit er mühelos die Wüsten der Welt durchqueren kann. Als persönliche Kühlerfigur hat der Prinz ein verchromtes Kamel gewählt. So ziert ein für die Wüste robustes Tier die Front dieses eigentümlichen Wüstenschiffs.

Wenig alternative Antriebe

Kia's neue Limousine. Jahanzaib Naiyyer / <a href='http://www.shutterstock.com/'>Shutterstock.com</a>
Kia's neue Limousine. Jahanzaib Naiyyer / Shutterstock.com

In Gesellschaft der bereits genannten Beispiele war es für Autos der alternativen Antriebe natürlich schwerer, aufzufallen. Allerdings ist dies mit dem Kia Stinger, einer Limousine mit Plug-in-Hybridmotor oder der Konzeptstudie des Nissan BladeGlider, der als ein reiner Elektrosportwagen geplant ist, recht gut gelungen.

Besonders der Kia ist sehr interessant und sticht in Gesellschaft der PS-Monster aufgrund seiner Konzeption hervor. Die optionalen Plug-in oder reinen Hybridmodelle haben durchaus faire Verbrauchswerte und unterliegen der 150.000 km Garantie des südkoreanischen Autobauers, ebenso hat er ein durchaus ansprechendes und elegantes Design. Außen wie innen setzt der Kia auf eine konsequente Gestaltung, die eine prägnante Karosserie und ein modernes Interieur beinhaltet. Der Nissan BladeGlider sticht besonders durch seine drei Sitze sowie seine schmale, pfeilspitzartige Front hervor, die ihm einen durch und durch futuristischen Touch verleiht.

Trotz der beiden genannten Modelle sind die Hybrid- wie Elektroautos eher selten, was aber auch aufgrund des heißen Klimas auf der arabischen Halbinsel durchaus nachvollziehbar ist und die Batterie eines E-Autos bereits durch die Nutzung der Klimaanlage strapazieren würde.


Alle Artikel in: Autonews

Bei denen mit * gekennzeichneten Links handelt es sich um Werbe- bzw. sog. Affiliate-Verlinkungen. Klicken Sie auf einen solchen Link und kaufen über diesen Link ein, erhalten wir von dem betreffenden Unternehmen hierdurch eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis nicht.