29.11.2017

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Ab 2018 ist eCall Pflicht in allen Neuwagen

Das Notrufsystem eCall soll uns bald schneller Hilfe bringen
Das Notrufsystem eCall soll ab 2018 in allen Neuwagen verbaut werden
Ab 2018 werden unsere Autos sicherer - mit dem Notrufsystem eCall. Lanski / Shutterstock.com
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Einleitung von Rabea Gräfe, Redakteur bei PKW.de 29.11.2017

Bei schweren Autounfällen sind die Insassen des Wagens oft nicht mehr dazu in der Lage, ihr Handy zu bedienen. Hier greift ab dem Jahr 2018 das Notrufsystem eCall, denn es wird in allen Neuwagen zur Pflicht.

Was ist eCall und was kann dieses neue Notrufsystem?

Das Notrufsystem für Neuwagen hört auf den Namen eCall. Doch was kann dieses neuartige System, dessen Name an ein Apple-Produkt erinnert? In jedem Neuwagen verbaut, wird das Notrufsystem ab 2018 bei einem Unfall automatisch einen Notruf an die europäisch einheitliche Notrufnummer 112 absetzen. Ein Verkehrsunfall wird über sogenannte Crash-Sensoren erkannt, wenn beispielsweise die Airbags im Wagen auslösen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, eCall selbst zu aktivieren, sollten die Insassen des Fahrzeugs noch bei Bewusstsein sein. Wird das Notrufsystem ausgelöst, so werden die genauen Standortdaten, der Unfallzeitpunkt, Fahrzeugtyp, Fahrtrichtung sowie die Art des Treibstoffs übermittelt. Auch eine Kontaktaufnahme durch die Notrufzentrale mit den Insassen soll ermöglicht werden. Während der Debatte über den verpflichtenden Einbau des eCalls wurden vor allem Bedenken aufgrund des Datenschutzes laut. Um einen Missbrauch der Daten zu umgehen, soll das System unbenutzte Informationen löschen und zudem keine Meta-Daten nutzen, die zur Erstellung von Bewegungsprofilen genutzt werden könnten. Weiterhin dürfen keinerlei Daten ohne die vorherige Zustimmung der betroffen Person weitergegeben werden.

Ab 2018 ist das Notrufsystem eCall Pflicht in Neuwagen

Laut der R+V Versicherung sind im Jahr 2014 europaweit 25.700 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Auch die Zahl der im Straßenverkehr verletzten Menschen ist hoch. Durch das Notrufsystem erhofft man sich, dass Rettungskräfte schneller am Unfallort eintreffen und Verletzte versorgen können. So soll die Zahl der Verkehrstoten eingedämmt werden. In ländlichen Gebieten soll die Reaktionszeit um bis zu 50% und in städtischen Gebieten um bis zu 40% reduziert werden. Die Pflicht, eCall einzubauen, greift für Neuwagen, die ab dem 31. März 2018 zugelassen werden. Wer das System interessant findet, aber ein älteres Auto fährt und von einer teuren Umrüstung absehen möchte, kann auf eine kostengünstige Alternative für den Zigarettenanzünder zurückgreifen. Das Notrufsystem wird einfach in den 12-Volt Anschluss gesteckt und mit dem Smartphone verbunden. Bei einem starken Aufprall sendet das Gerät ein Signal an die Notrufzentrale und übermittelt die Standortdaten. Anschließend wird eine Telefonverbindung hergestellt, antwortet keiner der Insassen, wird ein Rettungsfahrzeug entsendet. Auch bei kleineren Unfällen kann dieses Notrufsystem hilfreich sein, denn hier wird ein Signal an den jeweiligen Kfz-Versicherer geschickt und die Pannenhilfe macht sich auf den Weg.

(Bildmaterial: ©Shutterstock)


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