eCall aktiviert automatisch einen Notruf.
Ist ein Auto verunfallt, wird dank eCall automatisch ein 112-Notruf ausgelöst.

eCall wird Pflicht

Automatisches Notrufsystem wird 2018 verpflichtend für neue Autos

Köln, 28.04.2015 – Sicherheitsgurt, ABS oder ESP – diese Sicherheitsfeatures wurden irgendwann für neue Autos zur Pflicht und haben wohl seither viele Menschenleben gerettet. Gleiches dürfte auch bald auf das elektronische Rettungssystem eCall zutreffen, welches nach einem heutigen Beschluss des EU-Parlaments ab April 2018 für neue Fahrzeugtypen verpflichtend wird.

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von Mario Hommen, Redakteur*in bei PKW.de 28.04.2015

Neu ist der E-Call nicht. Bereits etliche Autohersteller bieten solche privaten Notrufsysteme an, die sich in der Praxis bewährt haben. Laut der EU-Kommission rechnet man aufgrund des künftig verpflichtenden Einbaus mit einer deutlichen Abnahme bei der Zahl der Verkehrstoten.

Gegen einen verpflichtenden Einbau gab es allerdings datenschutzrechtliche Bedenken. Beschlossen wurde deshalb, nur einige wenige wichtige Informationen mit dem Notruf zu kommunizieren: Unfallort, Zeitpunkt, Fahrtrichtung, Anzahl der Insassen und die Treibstoffart des Fahrzeugs werden weiter gegeben, wenn der Notruf automatisch oder per Knopfdruck ausgelöst wurde. Es sollen allerdings keine Daten über ein eCall-System gesammelt werden, die es ermöglichen könnten, Bewegungsprofile zu erstellen.

Mehrkosten von etwa 100 Euro pro Auto

Wie der ADAC in einer Pressemeldung betont, soll das eCall-System als offene Schnittstelle ausgelegt sein, die es Autofahrern ermöglicht, selbst zu entscheiden, welchen Dienstleister sie bei der Nutzung von vernetzten Diensten bevorzugen. Über diese Schnittstelle soll ein unabhängiger Marktteilnehmer – gleichberechtigt wie der jeweilige Fahrzeughersteller – seine Leistungen dem Verbraucher anbieten können. Dadurch werden die Wahlfreiheit des Verbrauchers und der Wettbewerb im automobilen Aftersales-Markt gesichert, so der ADAC.

Ganz umsonst gibt es das eCall-System übrigens nicht. Im EU-Parlament geht man davon aus, dass pro Fahrzeug Mehrkosten von etwa 100 Euro für den Käufer entstehen. Neben einem GPS-System muss auch ein mobiles Telefonmodul mit SIM-Karte an Bord sein.

(Bildmaterial: ADAC)


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