Ferraris elektrische Zukunft

Hybrid mal anders
Der FXX K auf der Rennstrecke Yas Marina.
Der FXX K ist das schnellste Labor der Welt. Ohne Straßenzulassung.
lukas
Einleitung von Lukas Thies, Redakteur bei PKW.de 15.11.2016

Das werden sich die Erfinder des Hybridantriebs wohl etwas anders gedacht haben: Ferrari kombiniert im LaFerrari FXX K einen V12-Motor mit Elektroantrieb. Das Ergebnis: 1050 PS.

LaFerrari – Aufregender Hybrid

Neben der schieren Freude am Fahren stand Ferrari auch schon immer ein wenig für Wahnsinn. Supersportwagen wie der F12 Berlinetta sind vor allem eines: Spielzeuge und Statusobjekte für Superreiche. Mit Hybridautos wie dem Toyota Prius hat das wenig zu tun. Bis jetzt. Denn auch das Traditionsunternehmen aus Maranello baut seit 2013 Hybridautos in Serie. Der Ferrari LaFerrari beweist vor allem eins: Hybrid muss nicht langweilig sein. In dem Supersportwagen steckt, wie für Ferrari typisch, ein V12-Motor, der alleine schon ganze 800 PS an die Hinterräder schickt. Dazu kommt ein Energierückgewinnungssystem, wie man es aus der Formel 1 kennt: Beim Bremsen werden Akkus im Boden des Sportwagens aufgeladen, die wiederum einen Elektromotor antreiben. So stehen dem Fahrer kurzzeitig bis zu 950 PS zur Verfügung.

Ferrari: Die Zukunft ist elektrisch

Jetzt wird klar, dass der LaFerrari mehr ist als nur ein neuer Supersportwagen: Laut Ferrari-Chef Sergio Marchionne will der Konzern bis 2020 deutlich mehr Modelle mit Hybridantrieb auf den Markt bringen. Der erste Hybrid-Ferrari ist also vor allem eine Machbarkeitsstudie. Die 499 gebauten Exemplare waren bereits innerhalb weniger Tage ausverkauft. Zu einem Preis von je einer Million Euro.

Forschung auf der Rennstrecke

Wie genau das zukünftige Programm der Italiener aussehen soll, darüber schweigt sich der Konzern wie immer beharrlich aus. Sicher ist nur, dass eine noch stärkere Version des LaFerrari eine wichtige Rolle spielen soll: Der FXX K mit insgesamt 1050 PS. Die Käufer des in Kleinserie gebauten Autos können an einem Testprogramm teilnehmen, mit dem Ferrari das Hybridkonzept weiter erforschen will. Es geht nicht nur um Rekordzeiten, sondern auch um Alltagstauglichkeit: Neue Patente deuten auf intensive Forschung im Bereich Elektromobilität hin. So sollen sich künftige Modelle auf kurzen Strecken auch rein elektrisch betreiben lassen.

Porsche und McLaren: Die Konkurrenz schläft nicht.

McLaren's Antwort auf den LaFerrari: der P1
McLaren's Antwort auf den LaFerrari: der P1

Wie wichtig die Zukunftsforschung auch für das italienische Traditionsunternehmen ist, zeigt sich an der starken Konkurrenz auf dem Markt für Supersportwagen mit Hybridantrieb. Porsche stattet mittlerweile den Cayenne und den Panamera mit Elektromotoren aus und auch der britische Autobauer McLaren hat mit dem P1 einen Supersportwagen mit Hybridantrieb im Programm.

(Bildmaterial: Ferrari Media, McLaren Media)


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