Führerschein umschreiben leicht gemacht!

Wann Sie Ihre Fahrerlaubnis anpassen lassen müssen und wie das geht
Alle 15 Jahre müssen Sie Ihr Lichtbild aktualisieren.
Bis zum 19.01.2033 brauchen Sie den neuen EU-Führerschein. Andrej Popov /Shutterstock.com
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Einleitung von Berit Hoffmann, Redakteur bei PKW.de 19.06.2018

Führerschein ist nicht gleich Führerschein. Auf unseren Straßen gibt es viele verschiedene Modelle, denn alleine schon in Deutschland wurden 6 verschiedene Versionen ausgestellt. Durch die Führerscheinreform soll das geändert werden. Ob Sie eine im Ausland ausgestellte Fahrerlaubnis haben, Ihre Daten sich geändert haben oder Ihr Führerschein noch nicht der neuen Klassennorm entspricht: PKW.de erklärt Ihnen die Details zum Umschreiben des Führerscheins!

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Der rosa Wisch war gestern – jetzt kommt der EU-Führerschein!

Endlich hat man es geschafft: Den eigenen Führerschein in den Händen! Vorbei mit Gängen zur Führerscheinstelle und fertig mit Papierkram. Seit 2013 ist das leider nicht mehr so. Der vorher unbegrenzt gültige, graue oder rosafarbene Lappen muss nun spätestens bis zum 19.01.2033 umgeschrieben werden. Für alle, deren Führerschein vor 2013 ausgestellt wurde, heißt das: nochmal die ganze Bürokratie. Auch wer schon einen EU-Führerschein hat, muss diesen bis dahin austauschen, denn alle 15 Jahre muss der aktualisiert werden. Die Führerscheinreform hat aber mehr Vor- als Nachteile: Der neue EU-Führerschein ist schwieriger zu fälschen und durch ein stets aktuelles Bild leichter zu identifizieren. Außerdem ist er seit der Änderung der Fahrerlaubnisverordnung FeV EU-weit gültig. Das Mieten eines Wagens oder auch Polizeikontrollen sollen durch einheitliche Führerscheine deutlich leichter und übersichtlicher werden. Die Umschreibung des alten Führerscheins ist dazu auch noch relativ leicht machbar. Je nach Kommune ist es mit einem Termin im Straßenverkehrsamt, dem Ordnungsamt oder dem Landratsamt schon getan.
Dafür brauchen Sie folgende Unterlagen:
• Ihre alte Fahrerlaubnis
• Ein aktuelles biometrisches Lichtbild
• Einen gültigen Personalausweis oder Reisepass
• Ca. 25€ Bearbeitungsgebühren
• Und für Lkw- oder Busfahrer ein Gesundheitszeugnis (~90€)

Nach einer Bearbeitungszeit von 2 bis 3 Wochen sollten Sie Ihren neuen EU-Führerschein in den Händen halten. Die Führerscheinklassen sind etwas verändert, wobei Sie jedoch nicht an Mobilität verlieren! Die vorherige Führerscheinklasse 3 wird zur Klasse B. In der ehemaligen Klasse 3 ebenfalls beinhaltet sind die Klassen AM, A , A1, BE, und L, wobei hier minimale Begrenzungen vorgenommen wurden. Beim Umschreiben Ihrer Fahrerlaubnis werden die meisten neuen Klassen direkt mit ausgestellt, allerdings müssen die Führerscheinklassen C, C1, und CE speziell beantragt werden. Generell sollten Sie nach dem Umschreiben Ihres Führerscheins kontrollieren, ob alle Fahrzeuge, die Sie laut Ihrer vorherigen Klasse führen dürfen, auch in Ihrem neuen EU-Führerschein vermerkt sind. Wir empfehlen, eine Kopie Ihres alten Führerscheines anzulegen, um eventuell auch im Nachhinein noch Fehler in der Führerscheinklasse korrigieren zu können. Wenn Sie Ihren alten Führerschein bis zum 19.01.2033 noch nicht umgeschrieben oder Ihren EU-Führerschein nach 15 Jahren nicht aktualisiert haben, fahren Sie ohne Fahrerlaubnis und machen sich somit strafbar. Also: Lieber zu früh zur Fahrerlaubnisbehörde als zu spät!

Mit dem Namen muss nicht gleich auch der Führerschein gewechselt werden

Wenn es zum Beispiel durch eine Heirat oder auch eine Scheidung zu einer Namensänderung kommt, müssen Sie das in Ihren Ausweisdokumenten vermerken. Bei Ihrem Führerschein ist die Umschreibung durch eine Namensänderung jedoch nicht Pflicht, solange Sie sich anderweitig trotzdem ausweisen können. Da das allerdings oft zu Verwirrungen führen kann und der Vorgang nur 9€ kostet, lohnt es sich, Ihren Führerschein umzuschreiben. Auch hier müssen Sie Ihren Ausweis und ein Lichtbild mitbringen. Ist Ihre Namensänderung noch nicht in Ihrem Ausweis vermerkt, brauchen Sie zusätzlich auch einen Nachweis über diese, wie zum Beispiel eine Heiratsurkunde. Wenn Sie eh Ihren alten Führerschein umschreiben lassen müssen, kommen mit einer Namensänderung keine zusätzlichen Kosten auf Sie zu.

Umschreiben eines ausländischen Führerscheins

Wenn Sie einen EU-Führerschein haben, müssen Sie diesen nicht umschreiben lassen. ShutterOk / <a href='http://www.shutterstock.com'>Shutterstock.com</a>
Wenn Sie einen EU-Führerschein haben, müssen Sie diesen nicht umschreiben lassen. ShutterOk / Shutterstock.com

Auch wenn Sie mit einem im Ausland ausgestellten Führerschein in Deutschland sind, stellt sich die Frage einer Umschreibung. Hier gibt es drei verschiedene Fälle, in denen unterschiedlich vorgegangen werden muss. Allgemein gilt jedoch: Der Führerschein muss im Ausstellungsland gültig und der Besitzer über 18 Jahre alt sein. Handelt es sich um einen im EU-Ausland oder im Europäischen Wirtschaftsraum ausgestellten Führerschein, ist dieser ohne Weiteres in Deutschland gültig. Dabei ist irrelevant, ob Sie einen Wohnsitz in Deutschland haben oder wie lange Sie sich hier aufhalten. Ist eine Verlängerung des Führerscheines notwendig, können Sie ihn in den EU-Führerschein umschreiben lassen.

Wenn der Führerschein in einem Land ausgestellt wurde, das in der Anlage 11 der Fahrerlaubnisverordnung FeV aufgelistet ist, treffen andere Regelungen zu. Ist der Aufenthalt begrenzt und Ihr Wohnsitz nicht in Deutschland, können Sie Ihren ausländischen Führerschein nutzen. Liegt Ihr Wohnsitz jedoch in Deutschland, müssen Sie bei einem Aufenthalt von über 6 Monaten Ihren Führerschein umschreiben lassen. Meist muss keine erneute Prüfung abgelegt werden, dies kann aber für die unterschiedlichen Länder der Anlage 11 entnommen werden.

Für die Umschreibung eines ausländischen Führerscheins benötigen Sie folgende Unterlagen:
• Ihren Personalausweis oder Reisepass
• Ihren ausländischen Führerschein
• Eine offizielle Übersetzung des Führerscheins (zum Beispiel durch den ADAC)
• Ein biometrisches Lichtbild
• Einen Nachweis, dass Sie länger als 185 Tage vor der Ausstellung in dem entsprechenden Land gelebt haben (z.B. eine Melde- oder Schulbescheinigung)
• Bei einer notwendigen Prüfung Name und Anschrift der Fahrschule
• Und je nach Umständen 35-50€ Bearbeitungsgebühren.

Welche genauen Unterlagen Sie brauchen, klären Sie am besten vorher mit der für Sie zuständigen Behörde ab. Sie haben nach Ihrem Antrag mit einer Bearbeitungsdauer von über 4 Wochen zu rechnen. Wenn Sie sich nach Ihrer Wohnsitzverlegung weniger als 12 Monate in Deutschland aufhalten, können Sie auf Antrag auch auf eine Umschreibung verzichten und Ihren ausländischen Führerschein für den Zeitraum nutzen.

Wurde Ihr Führerschein in einem Drittland, das weder in der EU oder noch im EWR liegt, oder auf der Liste in der Anlage 11 der FeV ist, gelten gesonderte Regeln. Auch hier können Sie bei einem Aufenthalt ohne deutschen Wohnsitz oder unter 6 Monaten mit Ihrem ausländischen Führerschein fahren. Wenn Sie darüber hinaus in Deutschland eine Fahrerlaubnis haben möchten, müssen Sie Ihren Führerschein umschreiben. Im Regelfall muss eine erneute praktische und theoretische Prüfung abgelegt werden. Wir empfehlen Ihnen, sich in der für Sie zuständigen Behörde über die Regelungen bezüglich des Ausstellungslandes Ihres Führerscheins zu informieren.

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