Gesundheitsgefahr in Autometropolen

In Stuttgart und München ist die Luft am schlechtesten. Grund: die Autos.
Dicke Luft in Städten.
München und Stuttgart haben oft eine Vorreiterrolle. Das gilt leider auch bei der Luftverschmutzung.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 24.04.2015

Köln, 24.04.2015 – Städte wie Stuttgart oder München gelten als Orte mit besonders hoher Lebensqualität. Unter anderem dank der dort ansässigen Autoindustrie gibt es zudem Jobs und Wohlstand. Doch die Autos selbst machen Probleme: Besonders in Autometropolen wie Stuttgart und München gilt die Verschmutzung der Luft durch Feinstaub und Stickoxide als tödliche Gefahr für Mensch und Umwelt, wie jetzt Spiegel Online anlässlich einer aktuellen Anfrage der Grünen an das Bundesumweltministerium berichtete.

Man riecht es nicht, man schmeckt es nicht und man sieht es nicht – doch unsere Luft ist vor allem in Städten voll von Stoffen, die teilweise deutlich negative Folgen für Umwelt und Menschen haben. Nicht, dass wir Zustände wie in Metropolen Chinas hätten, doch es gibt eben offizielle und ernstzunehmende Grenzwerte, die mancherorts gelegentlich bis häufig überschritten werden. Mit drastischen Folgen für die Gesundheit.

Als problematisch werden dabei besonders der Feinstaub sowie Stickoxide eingeschätzt. Beide sind vor allem auf den Autoverkehr zurückzuführen. Insbesondere die seit vielen Jahren stetig wachsende Zahl von Dieselfahrzeugen sorgt für einen zunehmend bedenklichen Giftcocktail.

EU-weit jährlich 430.000 Todesfälle

Dieser Cocktail hat Folgen: So dringen feine und feinste Staubpartikel in die Lungen von Menschen und stehen im Verdacht, Lungenkrebs zu verursachen. Spiegel Online beruft sich dabei auf eine Studie der Europäischen Umweltagentur, die davon spricht, dass es allein in der EU jährlich bei 430.000 Menschen zu durch Feinstaub verursachten vorzeitigen Todesfällen kommt.

Nach den Ergebnissen für das Berichtsjahr 2013 des Bundesumweltministeriums ist Stuttgart die Stadt, in der am häufigsten die vorgeschriebenen Grenzwerte für Feinstaubmengen in der Luft überschritten werden. Danach folgen unter anderem Reutlingen, Tübingen, Gelsenkirchen und die Autometropole München.

Stickoxide wachsendes Problem

Ein weiteres Problem für Luft und Gesundheit sind die ebenfalls vor allem auf Dieselfahrzeuge zurückzuführenden hohen Konzentrationen an Stickoxiden. Diese klimawirksamen Gase sind nicht nur für sauren Regen und das Absterben von Blättern an Bäumen verantwortlich, sie reizen und schädigen auch die Atmungsorgane von Menschen. Die mit Abstand höchsten Jahresmittelwerte wurden dabei 2014 wiederum in Stuttgart gemessen, diesmal dicht gefolgt von München auf Platz 2.

Das Problem und die Diskussion um Feinstaub und Stickoxide sind nicht neu, doch zum Positiven hat sich trotz der Einführung der Umweltzonen im Jahr 2008 wenig geändert, wie nun die Anfrage der Grünen ans Bundesumweltministerium ergab. Dabei sind die Lösungen längst klar: Mehr E-Mobilität, bessere Abgasreinigungssysteme und eine Eindämmung des Autoverkehrs, vor allem in hochbelasteten Regionen – dann stünden auch München und Stuttgart als Autometropolen mit einer weißen Weste dar.

(Bildmaterial: ©iStock.com/manwolste)


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