Im Auto schlafen: Die mobile Notunterkunft

Was tun, wenn die Müdigkeit zu stark wird?
Für sicheres Fahren
In so einer Situation sollten Sie nicht mehr Autofahren. Vladimir Mucibabic / shutterstock.com
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Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 27.07.2018

Es passiert den Besten: Da fährt man mit dem Auto in die Stadt, um sich auf einen Kaffee zu treffen. Aus dem Kaffee wird ein Glas Wein und schon schwört man Wildfremden ewige Freundschaft und probiert ganz nebenbei alle lokalen Biersorten. An Autofahren ist jetzt hoffentlich nicht mehr zu denken, Bahnen fahren um diese Uhrzeit nicht mehr und ein Hotelzimmer ist viel zu teuer. Aber da wäre ja noch das Auto. Wer im Auto schlafen will, sollte ein paar Tipps beachten, damit die Nacht im Blech nicht zur Tortur wird. PKW.de hat es sich bequem gemacht und die wichtigsten Tipps zusammengetragen.

Im Auto schlafen, weil es nicht anders geht

Eine Nacht im Auto zu verbringen, ist in den meisten Fällen eine Lösung, die aus einer Notsituation heraus entsteht. Egal, ob man auf der Flucht vor Gewalt ist oder es vor Müdigkeit einfach nicht zur geplanten Unterkunft geschafft hat, das Auto ist immer noch ein besserer Schlafplatz als die nächste Brücke. Wer im Auto schlafen will, sollte sich zuallererst Gedanken über den richtigen Stellplatz machen. Die gute, und überraschende, Nachricht ist: Man darf in Deutschland im Auto schlafen, solange man es im öffentlichen Raum tut. Auf Privatgrundstücken muss man zum Schlafen aber aus dem Auto aussteigen. Natürlich sollte man sich trotzdem an die Straßenverkehrsordnung halten.

Die Wahl des richtigen Ortes

Ein wenig Gedanken über seinen Schlafplatz sollte man sich aber trotzdem machen. Der Rand des nächsten Waldes ist zwar ruhig, die Luft ist gut, aber wenn etwas passiert, ist der nächste Helfer vielleicht mehrere Kilometer weit entfernt. Die Nebenstraße des Industriegebietes ist etwas zentraler gelegen, allerdings könnten sich dort nachts finstere Gestalten rumtreiben, die einem einsamen Autoschläfer mit Misstrauen gegenübertreten könnten. Am sichersten schlafen Sie wahrscheinlich in einem Wohngebiet, in dem Sie zum Beispiel mit der Hupe schnell viele Menschen auf eine eventuelle Notsituation aufmerksam machen können. Autobahnraststätten sind vielleicht nicht sonderlich idyllisch, aber sie sind rund um die Uhr überwacht und verfügen über Duschen und Toiletten. Echter Luxus, wenn man im Auto schlafen muss.

Kleine Tipps, großer Komfort

So bequem kann ein Kofferraum aussehen.  Chanvut Huatsri / <a href='http://www.shutterstock.com'>shutterstock.com</a>
So bequem kann ein Kofferraum aussehen. Chanvut Huatsri / shutterstock.com

Wenn Sie die Gelegenheit haben, ein paar Dinge einzukaufen, sollten Sie sich unbedingt Ohrstöpsel und eine Schlafmaske besorgen. Wer Wert auf ein wenig Komfort legt, sollte auf eine Decke nicht verzichten und feuchte Hygienetücher werden zu einem echten Gottesgeschenk. Handtücher oder Bettlaken eignen sich, um die Fenster abzuhängen und Sie vor allzu neugierigen Blicken zu schützen. Vergessen Sie nicht, ein Fenster leicht geöffnet zu lassen, damit Sie genug Sauerstoff bekommen. Nicht in jedem Auto lassen sich die Sitze ganz flach umlegen, aber solange Sie keinen Smart fahren, sollten Sie doch eine ausreichend große, ausreichend waagerechte Fläche hinbekommen, um es sich für eine Nacht ausreichend bequem zu machen.

Im Auto schlafen: Im Blechzelt zum Campen?

Und dann wären da noch die Menschen, für die das Auto einen perfekten Zeltersatz darstellt. Tatsächlich sind die allermeisten Autos wasserdicht, isoliert und ruhig, also besser als jedes Zelt. Eine Matratze im Kofferraum, vielleicht auf einer erhöhten Plattform, macht aus jedem Auto ein Miniwohnmobil. Ein schwarzer Trinkwassersack wird, für eine Stunde in die Sonne gelegt, zur Dusche und ein Gaskocher auf einem Campingtisch kann als Küche herhalten. Unter der offenen Kofferraumklappe geht das sogar bei Regen.

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So bequem es im Auto sein kann, als langfristiger Wohnsitz kann es nicht herhalten, denn in Deutschland besteht die Meldepflicht, und am Auto kann man keinen Briefkasten anbringen. Außerdem sollten Sie beachten, dass man in anderen Ländern nicht einfach in seinem Auto schlafen kann. Die Schweiz und Holland halten das zum Beispiel für Wildcamping. Das ist immer noch verboten.


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