Internationaler Führerschein – Auto fahren in der Fremde

So geht Auto fahren im Ausland
Überall Autofahren mit nur einem Dokument
Mit nur einem Dokument kann man fast überall Autofahren. Sergey Peterman / Shutterstock
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 12.04.2018

Wer schon einmal durch Rom gefahren ist oder Videos vom Straßenverkehr in Ländern wie Bangladesch gesehen hat, der fragt sich: Dürfen Menschen, die so fahren, auch in Deutschland ein Auto bewegen? Die Antwort lautet: Ja, mit einem internationalen Führerschein. Auch wenn sich die Straßenverkehrsordnungen verschiedener Länder teils recht stark voneinander unterscheiden, ist das Grundprinzip doch immer dasselbe. Darum gibt es seit 1949 ein internationales Abkommen über die Führerscheine von Fremdstaaten. Wie Sie an so einen Führerschein kommen, was dafür nötig ist, und wo Sie damit fahren dürfen, weiß PKW.de.

Dank internationalem Führerschein bis nach Malaysia?

Sie wollen mit dem Auto nach Malaysia fahren? Klar, eine ganz normale, rationale Idee. Allerdings sollten Sie neben Ersatzreifen und Malariapillen auch alle wichtigen Ausweisdokumente parat haben. Um auch im Ausland ein Auto bewegen zu dürfen, bedarf es eines Zusatzdokumentes, das die Straßenverkehrsämter ausstellen können. Eine rigorose Fahrprüfung muss man dafür nicht bestehen, es reicht ein Führerschein, ein aktuelles biometrisches Lichtbild und ein Unkostenbeitrag von 15 €. Wer noch seinen „Lappen“, also einen Führerschein aus Papier, besitzt, muss diesen bei der Beantragung eines internationalen Führerscheines auf eigene Kosten gegen das moderne Exemplar eintauschen. Dann kann die Reise aber losgehen.

Nicht jeder internationale Führerschein ist gleich

Mittlerweile werden internationale Führerscheine fast auf der ganzen Welt akzeptiert. Aber Achtung: Es gibt zwei verschiedene Systeme: Neben dem Genfer Vertrag von 1949 existiert auch noch das Wiener Abkommen. Manche Länder sind in beiden Institutionen Mitglied, andere nur in einem. Zwar werden die unterschiedlichen internationalen Führerscheine gegenseitig meist akzeptiert, allerdings nur kulanzweise. Gerät man also an einen besonders prinzipientreuen Beamten, besteht unter Umständen kein Rechtsanspruch. Wer im Hinterland eines Entwicklungslandes mit den Behörden aneinandergerät, sollte genug Geld mit sich führen, um sich allzu hartnäckige Beamte vom Leib zu halten.

Internationale Führerscheine braucht man in Europa nicht

Innerhalb der EU braucht niemand mehr einen internationalen Führerschein. Hier genügt die Fahrerlaubnis des jeweiligen Landes vollkommen. Wer plant, weiter zu reisen, sollte sich vor Fahrtantritt aber trotzdem über eventuelle Sonderregelungen informieren, denn die Fahrbestimmungen für Ausländer sind teils recht absurd. Japan zum Beispiel fordert eine beglaubigte Übersetzung des deutschen Führerscheines, die nur vor Ort beantragt werden kann. In weiten Teilen Indonesiens dürfen Ausländer nicht mal ein Auto zum Selbstfahren mieten. Hier muss man zusätzlich einen Fahrer mieten, der ohne Herzinfarkt durch die Hölle des lokalen Straßenverkehrs navigieren kann.


Weitere Artikel zu diesem Thema