KITT – Ein Auto löst Kriminalfälle

Filmdarsteller müssen nicht menschlich sein. Im ersten Teil unserer Serie über Autos in Film und Fernsehen geht es um den Pontiac Firebird, der eine Generation geprägt hat.
Der Firebird KITT
Selbst unter anderen bekannten Filmautos ist KITT ein Star. Darren Brode / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 01.12.2016

Die amerikanischen Serien der Achtzigerjahre hatten viele Gemeinsamkeiten: haarige Männer in offenen Hemden retteten schöne Frauen vor schmierigen Antagonisten. In der Zwischenzeit wurde geschossen, geschlagen und natürlich gefahren. Die Geschichten waren simpel und die Autos schnell. Das schnellste von allen: Der Knight Industries Two Thousand, der von seinem Fahrer liebevoll KITT genannt wurde.

Computer auf vier Rädern

Die ersten Heimcomputer lösten Anfang der Achtzigerjahre eine Welle der Begeisterung für Technologie aus. Die Menschen träumten von einer modernen Zukunft, in der Comuter das Leben aller Menschen einfacher und sicherer machen sollte. Alles schien möglich. Die Fernsehproduzenten dieser Zeit erkannten den Trend und schnell erschienen Fernsehserien verschiedenster Qualitäten, die sich den Technologieglauben zunutze machten. Knight Rider erschien 1982 mit einem Protagonisten, wie er ungewöhnlicher nicht hätte sein können: Nicht der, von David Hasselhof verkörperte, Detektiv Michael Knight spielte die eigentliche Hauptrolle, sondern sein Fahrzeug: Ein schwarzer Pontiac Firebird Trans Am mit Namen KITT.

Auto mit Attitüde

Ausgestattet mit einer künstlichen Intelligenz konnte KITT sich nicht nur selbst fahren, sondern gab seinem Fahrer auch regelmäßig Widerworte. Was für Hersteller von Navigationssoftware heute ein Albtraum wäre, sorgte damals beim, überwiegend männlichen, Publikum für einige Lacher. Ein „Na großartig! Du hast dich schon wieder verfahren“ will wohl kein Autofahrer von seinem Navigationssystem hören. KITT und Michael Knight lösten in 90 Episoden für die Foundation für Recht und Verfassung verschiedene Kriminalfälle, die meist in einer Prügelei endeten. Die Lösung der Fälle bedurfte fast immer einer von KITTs Spezialfähigkeiten: Mal galt es, Verfolger mittels Ölspur oder Nebelwerfer abzuschütteln, mal musste das Roboterauto sich und seinen Fahrer mit Enterhaken und Seilwinden aus einer misslichen Lage befreien oder die Umgebung mit dem Überwachungsmodus kontrollieren.

Knight Rider – Relikt einer anderen Zeit

Insbesondere in den USA war Knight Rider sehr erfolgreich. Allerdings kann das Konzept mit modernen Standards nicht mehr mithalten: Seit 1991 wird immer wieder versucht, an den Erfolg des Originals anzuknüpfen. Das Knight Rider-Reboot von 2008 wurde nach wenigen Monaten eingestellt, weil die Quoten weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren. Was also war es, dass eine der Kultserien der Achtzigerjahre damals so faszinierend machte? Die Serie spielte gekonnt mit der kindlichen Faszination für schnelle Autos. Mit leuchtenden Augen saß eine ganze Generation vor dem Fernseher, um die neuesten Abenteuer von KITT und Michael Knight zu verfolgen und laut „TURBOBOOST“ zu rufen, wenn es mal wieder um Geschwindigkeit ging. Die technologische Aufbruchsstimmung der Achtzigerjahre beflügelte die Fantasie und David Hasselhof galt als der Inbegriff der Männlichkeit.

Keine Zukunft für KITT?

Die Medienwelt hat seit Knight Rider zum Glück große Fortschritte gemacht. Die Geschichten sind komplexer geworden, die Rollenbilder haben sich geändert und auch Frauen dürfen in Film und Fernsehen Stärke zeigen. Eines aber hat sich nicht geändert: Das Auto als Protagonist in Film und Fernsehen ist immer noch beliebt und aktuell.

Hier geht es zum nächsten Teil unserer Serie über Filmautos: Zurück in die Zukunft – Ein DeLorean auf Abwegen

(Bildmaterial: Shutterstock.com)


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