Lichthupe: Wann darf man das Leuchtsignal benutzen?

Wann man aufblenden darf
Die Lichthupe darf nicht immer benutzt werden.
Wann dürfen Sie im Straßenverkehr aufblenden? Lutsina Tatiana / shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 25.10.2018

Dauernd wird man im Straßenverkehr angeblinkt. Fußgängern wird mit der Lichthupe signalisiert, dass man sie vorlässt, Georg aus der Uni wird durch anblinken gegrüßt und weil man ein solidarischer Autofahrer ist, warnt man den entgegenkommenden Fahrer vor dem Blitzer, der einen letztens erst erwischt hat. Ach ja, und dann sind da noch die schwierigen Individuen, die auf der Autobahn mit einem Abstand von 10 Zentimetern hinter dem Vorausfahrenden unterwegs sind und mit der Lichthupe versuchen, ihre eigenen Minderwertigkeitskomplexe zu verarbeiten. Es mag Sie überraschen, aber all diese Dinge sind mindestens Ordnungswidrigkeiten. Wenn der Gebrauch der Lichthupe als Nötigung interpretiert werden kann, kann er sogar bis zu drei Jahre hinter Gittern nach sich ziehen. Wen man wann anblinken darf, klären wir hier.

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Die Lichthupe darf nur in Ausnahmen genutzt werden

Die Lichthupe scheint eine Funktion zu sein, die man so gut wie nie einsetzen darf. Immerhin stört das Blinken meist niemanden und wird in vielen Situationen sogar als freundliche Geste interpretiert. Das Problem ist aber, dass man nie genau wissen kann, was oder wer gemeint ist. Stellen Sie sich vor, Sie fahren an eine Kreuzung heran und signalisieren einem Fußgänger durch Blinken, dass er die Straße vor Ihrem Auto überqueren kann. Links steht aber auch ein Auto, dessen Fahrer den Fußgänger nicht sehen kann. Er glaubt, Sie würden zu seinen Gunsten auf Ihre Vorfahrt verzichten. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, und aus einem Fußgänger kann ein Rollstuhlfahrer werden. Notfalls sollten Sie zur Verständigung an der Kreuzung Handzeichen verwenden und sich nicht auf die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer verlassen.

Die Lichthupe darf man einsetzen, wenn man die Hupe einsetzen darf

Wozu also darf man die Lichthupe denn nun einsetzen? Tatsächlich darf man mit der Lichthupe einen Überholvorgang ankündigen, wenn man außerhalb einer Ortschaft unterwegs ist. Wenn Sie also auf der Landstraße unterwegs sind und jemand hinter Ihnen aufblinkt, tut er das nicht, um Sie zu drängeln, sondern um Sie zu warnen. Das Blinken sagt: Achtung, ich überhole dich jetzt. Bitte fahre nicht schneller. Wer auf der Autobahn oder der Landstraße einen Fahrer beobachtet, der unaufmerksam scheint oder mehr als eine Spur belegt, darf ihn mit der Lichthupe zur Vorsicht ermahnen. Wer der Meinung ist, dass der Fahrer vor ihm einfach viel zu langsam unterwegs und generell ein unterlegener Mensch ist, und das der eigene Sportwagen bei dem hohen Preis mit eingebauter Vorfahrt kommen sollte und diese Meinungen mit der Lichthupe vertritt, der macht sich der Nötigung schuldig. Und das wird teuer und / oder langwierig.


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