Was das Fahren der Klassen des Brummischeins bereithält

Das dürfen Sie mit den Klassen C und D.
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Der Brummi ist der Größte auf Deutschlands Straßen. Solcan Design / Shutterstock.com
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Einleitung von Christoph Sedlmaier, Redakteur bei PKW.de 20.04.2018

Trucks und Busse sind auf deutschen Straßen kein seltenes Bild. Manche hassen sie, andere sind von den großen Mehrachsern fasziniert. Doch was bedeutet es, einen Lkw, Bus oder auch Traktor fahren zu dürfen? Und was sind die Voraussetzungen und Bestimmungen, die es zu beachten gilt? PKW.de gibt Ihnen einen Überblick über das Fahren der wirklich großen Fahrzeuge und die über die unterschiedlichen Klassen des Führerscheinklasse C und D.

Der Lkw-Führerschein

Fangen wir mit den Führerscheinklassen des Lkw an. Die unterschiedlichen Klassen für das Führen eines Lkw sind die Klassen C1, C1E, C und CE. Sollten Sie sich für einen Lkw-Führerschein interessieren, dann gibt es einige Auflagen seitens des Gesetzgebers zu beachten. Inhaber der Klasse C1 dürfen Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3.500, bis maximal 7.500, kg führen. Mit diesen Fahrzeugen dürfen Sie nicht mehr als 8 Personen befördern. Ein angekoppelter Anhänger darf keine zulässige Gesamtmasse von über 750 kg haben.

Die Klasse C1E erlaubt die Nutzung von Fahrzeugkombinationen aus einem Zugfahrzeug der Klasse C1 und einem Anhänger über 750 kg. Das Gesamtgewicht der Kraftfahrzeugkombination darf 12.000 kg nicht übersteigen. Diese Erlaubnis berechtigt Sie, ein Fahrzeug der Klasse B mit einem Sattelanhänger von einer zulässigen Masse mit mehr als 3.500 kg zu fahren. Die Klassen BE und D1E (sofern der Inhaber zum Führen der Fahrzeuge der Klasse D1 berechtigt ist) sind in dieser Klasse eingeschlossen.

Die Klasse C ist die Erlaubnis zum Führen von Kraftfahrzeugen, die mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 t unterwegs und zur Beförderung von nicht mehr als 8 Personen ausgelegt sind. Der mitgeführte Anhänger darf das erlaubte Gesamtgewicht von 750 kg nicht überschreiten. Die Einstufung „CE“ ermöglicht Kombinationen aus einem Zugfahrzeug der Klasse C und einem Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse über 750 kg. Das Mindestalter bei den Klassen liegt bei 18 (C1/C1E), bei C und CE beträgt es hingegen 21 Jahre. Wichtige Anmerkungen zu den Klassen des Lkw:

Es gilt ein Besitzstandschutz im Inland für alle Fahrerlaubnisse, die vor dem 28.12.2016 erteilt wurden. Da diese Regelung aber mit dem europäischen Recht kollidiert, können bei Fahrten im Ausland mit ab dem 19.01.2013 bis zum 27.12.2016 erteilten Fahrerlaubnissen Beanstandungen durch ausländische Behörden geltend gemacht werden. Einsatzfahrzeuge, Post- und Rundfunk-Lkw, rollstuhlgerechte Kraftfahrzeuge sowie Wohnmobile sind von dieser Regelung ausgenommen. Dies gilt auch bei einem Gespann der Klasse C1E/CE. Diese dürfen weiterhin geführt werden, auch wenn die Klasse ab dem 19.01.2013 erteilt worden ist.

Was die Klasse D bewegt

Busse dürfen hingegen mit den Führerscheinklassen D1, D1E, D und DE geführt werden, aber auch sie unterscheiden sich hinsichtlich der verschiedenen Bestimmungen und Auflagen voneinander. Die Klasse D1 erlaubt das Führen von Kleinbussen bis 8 Metern Länge, in denen maximal 16 Fahrgäste befördert werden. Deren Anhänger sollte weniger als 750 kg Gesamtmasse aufweisen. D1E erlaubt die Fahrt mit einem Kleinbus, dessen Hänger über 750 kg wiegt.

Die Führerscheinlasse D beinhaltet den klassischen Reisebus, und auch hier darf der Anhänger nicht mehr als 750 kg zulässiges Gesamtgewicht überschreiten. Bei der Klasse DE darf der Hänger mehr als 750 kg Gesamtmasse aufweisen. Das Mindestalter liegt bei 21 (D1 u. D1E) und 24 (D u. DE) Jahren.

Flurförder- und Landfahrzeuge

Für die Berechtigung des Führens von Flurförder- und Landfahrzeugen ist die Sachlage nicht ganz so kompliziert (Inhaber des Führerscheins der Klasse B dürfen diese Fahrzeuge auch nutzen):

Die Führerscheinklasse L beinhaltet die Erlaubnis für Zugmaschinen bis zu 40 km/h (mit Anhängern maximal 25 km/h), die nach ihrer Baurart bedingten Höchstgeschwindigkeit für die Verwendung im land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb vorgesehen sind. Ebenso dürfen selbst fahrende Arbeitsmaschinen und Futtermischwagen, Stapler und andere Flurförderfahrzeuge jeweils mit bis zu 25 km/h (auch mit Anhänger) gefahren werden.

Die Klasse T ermöglicht das Führen von Zugmaschinen mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h und selbst fahrenden Arbeitsmaschinen bis 40 km/h. Die Fahrzeuge dieser Klasse sind ausschließlich für Zwecke innerhalb der Forst- oder Landwirtschaft vorgesehen und dürfen mit einem Anhänger eingesetzt werden.


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