09.07.2015

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Sicherheitsbeauftrager

Mercedes E-Klasse kommt 2016 mit Ohrschutz, Highend-LED-Licht und vielen Autonom-Fahrhilfen
Mercedes-Benz E-Klasse 2016.
Die Liste der Sicherheitssysteme wird 2016 für die Mercedes E-Klasse noch deutlich länger werden.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 09.07.2015

Köln, 09.07.2015 – Zuletzt strotzte die Mercedes E-Klasse im Jahr 2013 im Rahmen einer großen Modellpflege mit einer schier endlos scheinenden Liste neuer Sicherheitsfeatures. Mercedes hat dennoch reichlich Potenzial entdeckt, diese Liste zu erweitern. Die Anfang 2016 startende Neuauflage wird einen Blumenstrauß an Innovationen mit sich bringen. Das 84-Dioden-Matrix-Licht, eine autonome Einparkfunktion sowie ein spezieller Ohrenschutz lassen aufhorchen.

Ja, richtig gehört…pardon, gelesen: Statt sich von explodierenden Airbags das Trommelfell zerreißen zu lassen, wird das Ohr in der kommenden E-Klasse vor einem Aufprall auf die Folgen dieser besonderen Belastung vorbereitet. Hierbei wird über die Audioanlage ein lautes Rauschen ausgesteuert, welches einen Ohrmuskel-Reflex auslöst und durch diese Vorkonditionierung das Trommelfell vor dem Druck explodierender Airbags schützt.

Dank Pre-Safe Impuls Seite wird der Fahrer beim Seitencrash in die Fahrzeugmitte bugsiert.
Dank Pre-Safe Impuls Seite wird der Fahrer beim Seitencrash in die Fahrzeugmitte bugsiert.

Auch auf andere Weise werden in der E-Klasse die Folgen eines Aufpralls gemildert, zum Beispiel durch das Aufpumpen der Seitenwangen der Vordersitze, das den Passagier in die Fahrzeugmitte bugsiert. Die Fondinsassen werden dank des neuen Beltbags zudem besser beim Frontalcrash geschützt. Statt brutal in den Sicherheitsgurt zu fallen, sorgt der Airbag im Gurt bei Passagieren auf der Rückbank für ein sanfteren Kontakt und ein geringeres Verletzungsrisiko.

Der Beltbag in der neuen Mercedes E-Klasse verringert das Verletzungsrisiko bei Frontalcrashs.
Der Beltbag in der neuen Mercedes E-Klasse verringert das Verletzungsrisiko bei Frontalcrashs.

Sollte es zum Schlimmsten kommen, werden die Insassen in der E-Klasse also mehr denn je geschützt. Doch das Crashszenario selbst wird in der E-Klasse nochmals unwahrscheinlicher, denn vor allem zur Verhinderung von Unfällen wird das Modell der Oberen Mittelklasse neues, effektiveres Rüstzeug mit auf den Weg bekommen. Das fängt bereits vorne bei den Scheinwerfern an, denn die E-Klasse wird als erstes Fahrzeug des Konzerns mit neuen, hochauflösenden Matrix-LED-Scheinwerfern erhältlich sein.

Die Multibeam-Scheinwerfer der neuen Mercedes E-Klasse sehen edel aus.
Die Multibeam-Scheinwerfer der neuen Mercedes E-Klasse sehen edel aus.

Matrix-LEDs gibt es bereits, wie etwa beim Mercedes CLS. Allerdings wird die neue Generation mit 84 statt mit aktuell 24 Leuchtpunkten pro Scheinwerfer deutlich feinere Auflösungen erlauben, was auch bessere Möglichkeiten bei der vertikalen und horizontalen Steuerung des Lichts bietet.

Praktisch: Die neue Mercedes E-Klasse fährt dank Multibeam-Scheinwerfer mit Dauerfernlicht, ohne dabei andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.
Praktisch: Die neue Mercedes E-Klasse fährt dank Multibeam-Scheinwerfer mit Dauerfernlicht, ohne dabei andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.

Wichtig ist dabei die Funktion des Dauerfernlichts, welches seinen Lichtkegel mit der hochflexiblen Ausblendungen einiger Dioden auf die Situation und andere Verkehrsteilnehner anpasst. Obwohl das Fernlicht extrem gut und weit leuchtet, wird dabei der Gegenverkehr nicht geblendet. Vor allem nächtliche Unfälle aufgrund schlechter Sicht lassen sich durch das neue Hightech-Licht besser vermeiden

Die neue Mercedes E-Klasse kann die Intensität des Rücklichts situationsgerecht variieren.
Die neue Mercedes E-Klasse kann die Intensität des Rücklichts situationsgerecht variieren.

Clever ist auch das adaptive Rücklicht, welches dank LED-Technik situationsgerechte Lichtintensitäten bietet. Gedimmt wird zum Beispiel beim Ampelstopp, um den Hintermann nicht zu blenden. Hingegen besonders hell leuchten die Rücklichter bei Tageslicht oder bei einer Notbremsung.

Kann autonom fahren, darf dies aber noch nicht

Desweiteren kann die E-Klasse den Fahrer mit Assistenzsystemen derart unterstützen, dass man eigentlich schon vom autonomen Fahren sprechen kann. An Bord befinden sich eine Vielzahl an radar- und kamerabasierten Sensoren. Zusammen mit einer hohen Rechnerkapazität ergeben sich eine Vielzahl von Möglichkeiten. Fast schon eine Standardanwendung ist der Abstandstempomat, der die Geschwindigkeit selber regelt und sie dank einer Verkehrschilderkennung auch auf das geltende Tempolimit hin anpassen kann. Unter anderem bietet dieses System einen Staufolge-Assistenten, der zum Beispiel im Stop-and-Go-Verkehr sogar das Lenken in Kurven übernehmen kann, während sich der Fahrer in Ruhe auf die Landschaft oder sein Smartphone konzentriert. Das geht auch bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn. Vor allem in engen Baustellen kann die Technik durch Lenkkorrekturen den Fahrer entlasten, wenngleich dieser aus gesetzlichen Gründen dabei nicht die Hände vom Lenkrad nehmen darf. Sollte er dies tun, wird der Fahrer umgehend aufgefordert, wieder das Steuer zu übernehmen. Allein die Gesetzgebung hindert die E-Klasse daran, autonom zu fahren.

Kann Unfälle mit Fußgängern verhindern: Der aktive Bremsassistent der neuen Mercedes E-Klasse.
Kann Unfälle mit Fußgängern verhindern: Der aktive Bremsassistent der neuen Mercedes E-Klasse.

Neu für die E-Klasse wird unter anderem ein Unfallverhinderer mit Fußgängererkennung sein, der zunächst vor einer drohenden Kollision mit Personen warnen und im nächsten Schritt sogar autonom eingreifen kann. Ignoriert der Fahrer die Warnung, wird eine Bremsung automatisch eingeleitet, die Unfälle mit Fußgängern bis zu einer Geschwindigkeit von 65 km/h verhindern soll. Bei Querverkehr geht diese Funktion bis 70 km/h, am Stauende bis 90 km/h.

Sollte der Fahrer auf einen drohenden Crash mit einem Ausweichmanöver reagieren, wird er zusätzlich von der Technik unterstützt. Hier wird das optimale Lenkmoment zum Ausweichen und anschließenden Weiterfahren errechnet und umgesetzt, sofern der Fahrer nicht beherzt und präzise genug agiert.

Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern möglich

Ein weiteres spannendes Innovationsfeld betriftt internetbasierte Kommunikationsdienste, denn mit dem grundsätzlich serienmäßigen KOM-Modul an Bord werden künftige E-Klassen über das Mobilfunknetz stets online sein. Neben der autonomen Notruffunktion erlaubt diese Technik weitere Möglichkeiten der Car-to-X-Kommunikation. Ein plötzliches Stauende kann dann als Warnung an das Mercedes-Back-End geschickt werden, von wo aus es an andere, dem System angeschlossene Verkehrsteilnehmer weitergegeben wird. Dann könnte die Warnung eingeblendet werden, dass ein Stauende in zwei Kilometern folgt.

Die neue Mercedes E-Klasse kann autonom einparken. Der Fahrer steigt aus und gibt mit seinem Smartphone den Befehl dafür.
Die neue Mercedes E-Klasse kann autonom einparken. Der Fahrer steigt aus und gibt mit seinem Smartphone den Befehl dafür.

Spektakulär sind noch die Funktionsmöglichkeiten im Zusammenhang mit einem Smartphone. Dieses kann unter anderem den Zündschlüssel ersetzen und den Besitzer als rechtmäßigen Fahrer identifizieren und ihm über die sogenannte Near-Field-Communication (NFC) Einlass ins Fahrzeug gewähren. Ein anderes Nutzungs-Szenario für das Smartphone bietet das autonome Einparken. Vor einer Quer- oder Längsparklücke kann der Fahrer aussteigen und dem Fahrzeug per Wischgeste auf dem Handydisplay den Einparkbefehl erteilen. Die neue E-Klasse erledigt den Rest ganz von allein.

Premiere auf der Detroit Motor Show

Trotz der enormen technischen Aufrüstung: Auch die neue E-Klasse wird letztlich ein konventionell zu fahrendes Auto bleiben, welches Fahrspaß und Komfort auf besonders hohem Niveau in Einklang bringen dürfte. Im Frühjahr 2016 wird es soweit sein. Bis zur Premiere auf der Detroit Motor Show im Januar 2016 wird Mercedes wohl noch einige weitere Informationshäppchen kredenzen.

Lesen Sie hier mehr über den Mercedes-Benz E-Klasse auf PKW.de

(Bildmaterial: Mercedes-Benz)


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