Freiheit auf zwei Rädern – das Motorradfahren

So genießen Sie sicher den Ritt auf der Maschine.
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Mobilität, Frischluft und Freiheit beleben das Biker-Herz. Dimitry Kozhanov / Shutterstock.com
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Einleitung von Christoph Sedlmaier, Redakteur bei PKW.de 20.04.2018

Endlich ist der Winter vorbei! Nun beginnt wieder eine neue Saison, neben Cabrios sind besonders auch wieder Motorradfahrer unterwegs. Sollten Sie sich entschieden haben, ebenfalls einer zu werden, sollten Sie sich auf viele neue Details und Tipps einstellen. PKW.de stellt die wichtigsten Tipps für Anfänger und angehenden Motorradfahrer, sowie die wichtigsten Regeln des Scheins der Klasse A, für Sie vor.

Die verschiedenen Klassen des Motorradführerscheins

Der Führerschein der Klasse A, berechtigt Sie, ein Kraftrad mit mehr als 50cm³ Hubraum sowie einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 50 km/h zu führen. Handelsübliche Motorräder der Marken BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki, Triumph Motorcycles und Yamaha fallen in diese Kategorie. Doch der Schein ist in vier Klassen aufgeteilt: AM, A1, A2 und A. Die Klasse AM befähigt Sie zum Führen eines Mofas oder Rollers. Hier darf die Maximalleistung von 4 kW und ein Hubraum von 50 cm³ nicht überschritten werden. Außerdem sollten Sie mindestens 16 Jahre alt sein. Die Klasse A1 erlaubt das Fahren von Krafträdern bis maximal 125 cm³ und einer Motorleistung von maximal 15 PS. Auch hier ist das Mindestalter 16.

Der beschränkte Schein der Klasse A2 berechtigt zum Führen und Halten eines Kraftrads mit einer Maximalleistung bis 35 kW(48 PS) seit dem 19.01.2013 (Davor waren es 25 kW/ 34 PS). Bei diesen Motorrädern darf das Verhältnis von Leistung zu Gewicht nicht mehr als 0,2 kW/kg betragen. Ebenso müssen Sie für den Stufenaufstieg erneut eine praktische Prüfung absolvieren, um Motorräder der höheren Klasse führen zu dürfen.

Das Mindestalter der Klasse A beträgt 24 Jahre (Direkteinstieg), sollten Sie den A2-Schein gemacht haben, liegt es aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Leistungsbeschränkung des Motorrads bei mindestens 20 Jahren, sofern der beschränkte Führerschein bereits mit 18 Jahren erreicht wurde. Die Führerscheinklassen AM/A1 werden von den jeweils höheren Klassen A /A2 eingeschlossen.

Der Erhalt der Fahrerlaubnis der Klasse A berechtigt Sie, bereits mit einer BMW S1000RR oder mit einer BMW R1200GS die Straßen unsicher zu machen. Doch um der eigenen Sicherheit willen sei der Erwerb der Klasse A2 geraten. Nicht nur aus dem Grund, dass Sie bereits früher die Herrlichkeit der Alpenstraßen genießen dürfen (und sich auch Kosten sparen), sondern besonders aus dem Motiv heraus, ein Gefühl für die Traummaschine zu erlangen.

Das schrittweise Lernen und die beginnende Kontrolle über eine schwächere Motorleistung hilft effektiv, die eigenen Grenzen kennenzulernen und diese auch strikt einzuhalten. Die individuellen Stärken zu respektieren ist beim Fahren eines Motorrads extrem wichtig.

Richtige Schutzkleidung und Klasse des Motorrads sind wichtig

Haben Sie sich entschieden, einen Schein der Klasse A1,A2 oder A zu machen, dann sollte vor allem auch die Auswahl der Schutzkleidung beachtet werden. Führen Sie sich stets vor Augen, wie wertvoll Ihnen der eigene Körper und die Gesundheit ist. Ein stabiler und sicherer Motorradhelm ist gesetzliche Pflicht, um die Sie nicht herum kommen. Neben einem gut durchlüfteten und praktischen Helm sollte besonders auch die Schutzkleidung eine ausgewogene Mischung der genannten Aspekte darstellen. Ebenso ist die Auswahl der richtigen Klasse des Motorrads eine gute Richtlinie: Wollen Sie eher eine Maschine der Klasse Enduro, Touren, Sport, Supersport oder Chopper fahren? Dazu ist das Lesen der Fachzeitschriften (Motorrad, MO oder PS) eine hilfreiche und wichtige Stütze, die richtige Klasse des Motorrads für sich selbst zu finden.

Helle und sichtbare Farben liegen absolut im Trend. Adriano Castelli / <a href='http://www.shutterstock.com/'>Shutterstock.com</a>
Helle und sichtbare Farben liegen absolut im Trend. Adriano Castelli / Shutterstock.com

Da es für Motorradfahrer nun mal keine Knautschzone gibt, ist eine Einhaltung und Beachtung dieser Tatsache von großer Wichtigkeit. Verzichten Sie aus Gründen der Bequemlichkeit NICHT auf das Tragen der speziellen Anzüge. Natürlich ist der Erwerb einer Schutzkleidung auch an das eigene Budget gebunden, aber die Fachhändler geben zu Saisonstart (Anfang März) oder Ende (Anfang November) meist satte Rabatte. Suchen Sie auf jeden Fall den Kontakt zum Verkaufspersonal!

Neben Geduld sollten Sie vor allem Zeit mitbringen. Allein der Erwerb des passenden Motorradhelmes nimmt gut 2-3 Stunden in Anspruch, da auch jeder Mensch eine eigene Kopfform hat. Die Modelle der Hersteller Arai, HJC oder Shoei, sind eine lohnende Investition von hervorragender Qualität und weisen keinerlei Unbequemlichkeiten auf. Wie bei den Anzügen wird vermehrt auf helle und kräftige Farben gesetzt. Auch hier ist für jede Klasse, egal ob Motorrad oder Preis, ein gutes Modell erhältlich.

Diese Fahrer sind richtig gewappnet und sichtbar. Thampitakkull Jakkree / <a href='http://www.shutterstock.com/'>Shutterstock.com</a>
Diese Fahrer sind richtig gewappnet und sichtbar. Thampitakkull Jakkree / Shutterstock.com

Neben Helm, Jacke und Hose sollten auch die Handschuhe wie Stiefel für Ihre Sicherheit sorgen. Auch hier ist der Aspekt der praktischen Sicherheit über den der Bequemlichkeit zu stellen. Letztlich ist der richtige Anzug auch eine individuelle Entscheidung des Motorradfahrertyps, aber zwei Garnituren aus Textil- und Lederbekleidung sind nie verkehrt, ebenso wie ein Hybridanzug, der Textil- und Lederelemente hat. Wie bei den Helmen ist auch hier eine Orientierung an verschiedenen Klassen des eigenen Motorrads eine gute Richtlinie.

Ebenso ist auch die Pflege und Wartung des eigenen Bikes kein Selbstläufer. Denn mit dem Besitz der Klasse A kommen neben einer großen Verantwortung für sich selbst oder andere Verkehrsteilnehmer, auch die für das eigene Motorrad einher, die jedoch durch den Fahrspaß und Besitz eines Motorrads nur besser werden kann und sich auf keine Klasse, egal ob Alter oder Motorradtyp, beschränkt.


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