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Der Klassiker der Schwaben neu aufgelegt. Steve Lagreca / Shutterstock.com

In Detroit setzt man auf SUV

Eine Auto-Show zwischen Heute und Morgen.

Jedes Jahr findet Mitte Januar in Detroit, der Geburtsstätte des US-Autos, die North American Auto Show (NAIAS) statt. Auf dieser Messe werden die neuesten Modelle der großen Hersteller präsentiert und gezeigt, welche Pläne besonders für den US-Markt bestehen. PKW.de blickt noch einmal auf die Highlights der Show zurück.

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von Christoph Sedlmaier, Redakteur*in bei PKW.de 23.03.2018

Mercedes erneuert seine G-Klasse

Der Stuttgarter Autobauer hat seinem 39 Jahre alten Klassiker und Mutter der deutschen SUVs, der G-Klasse, eine Frischzellenkur verliehen. Diese zeigt sich mit neuem Erscheinungsbild, aber auch neuer Technik im Inneren. Das Design der G-Klasse hat sich angenehm verändert. Es ist nicht mehr allzu kantig und wirkt deutlich erfrischt, ohne den Wiedererkennungswert zu verlieren. Das neue SUV hat seinen ikonischen Ersatzreifen auf der Kofferraumtür und die klaren, großen Fenster nicht einbüßen müssen. Auch ist durchaus anzunehmen, dass die Geländefähigkeit des Autos durch verbesserte Technik noch größer geworden ist. Eine Bodenfreiheit bis zu 24 cm bietet eine gute Voraussetzung für Offroad-Touren, und eine maximale Watttiefe von 70 cm beweist, dass die 4,82 Meter lange G-Klasse nichts von ihrer ursprünglichen Fahrzeug-DNA verloren hat. Ebenso verspricht Mercedes einen Rampenwinkel von 25,7 Grad, um dem Kunden ein intensives Geländeerlebnis bescheren zu können. Auch sollen ein Leiterrahmen und eine erstmals mit einer Einzelradaufhängung kombinierte Starrachse für mehr Komfort auf der Straße sorgen.

Doch es sind nicht nur die beibehaltenen Fahrzeugeigenschaften, die die Schwaben konsequent umsetzen wollten, sie haben auch das Interieur und die Technik in der Fahrgastzelle den modernen Trends angepasst. Mercedes hat im Rahmen der NAIAS sein neues Infotainmentbediensystem vorgestellt: Die „Mercedes Benz User Experience“, kurz MBUX, wird ab Frühling 2018 bereits im überarbeiteten Modell der A-Klasse verbaut werden. Das neue Cockpitsystem wird durch intuitive Elemente steuerbar sein und über eine eigene Sprachsteuerung verfügen, die mit „Hey Mercedes“ aktiviert werden kann. Der Aktivierungsspruch kann durchaus als eine Anspielung auf die Sprachsteuerung vieler Apple-Modelle („Hey Siri.“) verstanden werden. Ebenso sind viele Anzeigen wie Tacho auch in digitaler Ausführung gegen Aufpreis erhältlich. Zum Marktstart wird es die neue G-Klasse als G 500 für 107.000,00 € mit einem 422 PS starken Vierliter-Biturbo-V8-Motor geben.

Die US-Autobauer setzen auf Pick-Ups

Die Ingenieure von Ford, Chevrolet und Dodge setzen ebenfalls auf Offroadtauglichkeit. Der zulassungsstärkste Wagen des US-Marktes, der Ford F-150 (900.000 Neuverkäufe 2017) wurde wie die ebenfalls beliebten Konkurrenten in Gestalt des Chevrolet Silverado (586.000 Neuverkäufe) oder Dodge RAM (500.000 Modelle) in neuem Gewand der Öffentlichkeit präsentiert. Die Neuerungen des Ford liegen vor allem in der Verfügbarkeit eines 250 PS starken Dieselmotors und Detailveränderungen. Der neue Silverado konnte dank Leichtbaukarosserie über 200 Kilogramm abnehmen und neben neuen Assistenzsystemen auch einen Dieselmotor in sein Motorenangebot aufnehmen.

Das neue Modell des Silverado. Steve Lagreca / <a href='http://www.shutterstock.com/'>Shutterstock.com</a>
Das neue Modell des Silverado. Steve Lagreca / Shutterstock.com

Der Dodge Ram erfuhr sogar eine größere Veränderung: Er besitzt nun Hightechausstattungen, Luftfederung und einen 48 Volt starken Mild-Hybrid-Motor. Beim Ram steht neben zwei Benzinmotoren mit 3,6 oder 5,7 Litern Hubraum noch ein Dreiliter-Diesel zur Auswahl. Die amerikanischen Autobauer setzen neben den üblichen Verbrennern nun auch auf die Selbstzünderantriebe, allerdings ist es zu erwarten, dass das Gros der Kundschaft die Benzinmotoren wählen wird. Ein wichtiges Element der neuen Antriebe ist eine zehnstufige Automatik, die entspannte Gangwechsel vornimmt.

Japanische Konzeptstudien geben einen Ausblick auf die Zukunft

Die Studie des Infiniti Q Inspiration. Steve Lagreca / <a href='http://www.shutterstock.com/'>Shutterstock.com</a>
Die Studie des Infiniti Q Inspiration. Steve Lagreca / Shutterstock.com

Die japanischen Aussteller setzen im Gegensatz zu den Amerikanern auf die Präsentation ihrer Zukunftsvisionen. Da ist neben Lexus mit seiner Studie des LF-1 Limitless, die einen Ausblick auf die künftigen Generationen der eigenen SUV gibt, auch der Nissan xMotion (gesprochen: CrossMotion), der Infiniti Q Inspiration oder der Acura RDX zu nennen. Besonders der Infiniti Q Inspiration und Nissan xMotion geben einen interessanten Aufschluss über die Ideen und Konzepte der Japaner zur zukünftigen Vorstellung vom Autofahren.

Die Studie des Infiniti zeigt einen kreativen Blick in neue Konzeptionen eines modernen Autos. Ein luftiger und eleganter Innenraum soll den Insassen eine angenehme und komfortable Atmosphäre schenken, während ein modernes Sicherheitskonzept die Fahrt mit dem Auto verändern wird. Neben dem modernen Interieur erhält jeder der Mitfahrenden einen eigenen Touchscreen. Überdies misst und überwacht ein internes Assistenzsystem die Vitalwerte der sich im Auto befindlichen Menschen und führt bei Verschlechterung entsprechende Gegenmaßnahmen ein. Sollte beim Fahrer ein hohes Maß an Stress registriert werden, übernimmt das Fahrzeug schrittweise die Steuerung, um die Anspannung des Fahrers zu reduzieren. Diese neue Idee des autonomen Fahrens könnte die Anzahl von durch Stress provozierten Unfällen reduzieren und somit auch Überreaktionen verhindern.

Neben der hauseigenen Edelmarke Infiniti haben die Ingenieure von Nissan eine interessante Studie auf die Räder gestellt. Der Nissan xMotion besticht durch ein modernes Design und sein innovatives Bediensystem. Sieben Displays sollen die Steuerung des neuen Autos vereinfachen und überdies auch von jedem Insassen per Gesten oder Augensteuerung bedient werden können. Noch dazu ist die innere Gestaltung an einer Holzoptik ausgerichtet und mit leichten, aber stabilen Materialien übersät und versprüht sofort ein einladendes Ambiente.

Eine Mischung aus dem Jetzt und Bald

Die NAIAS wirkt wie eine Messe, die eine Mixtur aus der aktuellen Ära der Automobiltechnik repräsentiert und die baldigen, nicht mehr fernen Konzepte der Mobilität zeigt. Es ist ein interessantes Paradox, dass auf der einen Seite SUV mit großen Motoren vorgestellt werden, während auf der anderen neu entstandene Ideen Form annahmen und aus eher leichten Elementen bestehen. Gegensätzlicher könnte es nicht sein, dass die Amerikaner an ihren Pick-up-Modellen verhangen zu sein scheinen, wohingegen die japanischen Autobauer Modellstudien voller digitaler Elemente präsentieren. Nichtsdestotrotz ist es eine Messe, die sich eher dem US-Markt als dem europäischen Markt verbunden fühlt, was allein die Dichte an für den amerikanischen Markt gebauten Autos beweist.


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