GTÜ warnt vor gefälschten Oldtimern

Die hohen Preise von Top-Modellen wecken Begehrlichkeiten
Ford Mustang Shelby GT350.
Wird gerne nachgebaut: Mustang Shelby GT350.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 31.03.2015

Köln, 31.03.2015 – Ein historischer Ford Mustang ist ein durchaus finanzierbarer Traumwagen. Extrem teuer wird er allerdings, wenn dieser mit Shelby-Weihen gesegnet sein soll. Genau solche exklusiven und teuren Versionen wie zum Beispiel auch Porsche 911 Carrera RS 2.7 oder BMW 2002 ti werden immer häufiger gefälscht, wie die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) warnt.

Grundlage für eine solche Fälschung ist ein original historisches Fahrzeug einer einfacheren Version, die zum Top-Modell umgebaut wurde. Technisch stellt das in manchen Fällen keine allzu große Herausforderung dar. Entsprechend kann man solche Umbauten, wie im Fall der Shelby-Versionen, durchaus häufiger antreffen. Und sie sind auch keineswegs illegal, sofern die Fahrzeuge ihren TÜV-Segen bekommen.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt erzielen solche Umbauten aber lange nicht die Spitzenpreise einer Original-Topversion. Und hier setzt die Verlockung an, die wahre Identität des Fahrzeugs zu vertuschen. Kern dieser Vertuschung ist der Tausch der Fahrzeug-Ident-Nummer (FIN). Wie die Experten vom GTÜ berichten, hat der Handel von Original-Kfz-Briefen von Top-Modellen ohne Fahrzeug zugenommen. Wer einen solchen Brief erwirbt, kann auf seinem umgebauten Fahrzeug gleichen Typs die FIN aus dem Brief anbringen. Fertig ist die Fälschung.

Wichtig: Lückenlose und nachvollziehbare Fahrzeughistorie

Wo 2002 ti drauf steht, muss nicht immer original 2002ti drin stecken.
Wo 2002 ti drauf steht, muss nicht immer original 2002ti drin stecken.
An diesem Punkt kann es sehr schwierig werden, die falsche Identität zu erkennen. Eine Möglichkeit: Dass Schlagtiefe und Gravur vom Original abweichen. Schwieriger kann es allerdings werden, wenn bei einem Porsche 911 ein Teil des Gepäckraumbodens mit der Original-FIN in das Fahrzeug eingebaut wird. Verräterische Stellen können hier kaum erkennbar überlackiert worden sein.

Deshalb rät die GTÜ Käufern von exklusiven Topmodellen, auf eine lückenlos nachvollziehbare Fahrzeughistorie zu achten. Ist diese Fahrzeughistorie nicht oder nur unvollständig dokumentiert und wurde die Karosserie erkennbar restauriert, ist nach Ansicht der GTÜ-Oldtimerexperten das Risiko einer Fälschung durchaus gegeben.

(Bildmaterial: Ford/BMW)


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