Eine rote Ampel überfahren: Ein teures Vergnügen

Das kommt auf Sie zu, wenn Sie eine rote Ampel übersehen
STOP!
Was? Eben war die doch noch Grün! Maxx-Studio/Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 20.09.2018

Rotlichtverstöße sind gefährlich. Das hat nichts mit den Krankheiten zu tun, die in den weniger angenehmen Vierteln einschlägiger Hafenstädte grassieren, sondern mit Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung. Kaum ein StVO-Verstoß ist gefährlicher, denn nur eine Minderheit aller Autofahrer achtet auf den Querverkehr, wenn die Ampel Grün zeigt. Wer eine rote Ampel überfahren hat, muss dafür also aus gutem Grund tief in die Tasche greifen. Natürlich kann jedem einmal ein Fehler passieren, aber die empfindlichen Strafen für Rotlichtverstöße sind durchaus gerechtfertigt. Wie hoch diese Strafen ausfallen und was Sie tun können, um das Schlimmste zu verhindern, weiß PKW.de.

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Eine rote Ampel weiß, wenn Sie überfahren wird

Die Zeit, in der in Ampeln nur Leuchtsignale mit Zeitschaltung steckten, ist lange vorbei. Mittlerweile sind Ampeln nicht nur mit einem Computer verbunden, der den Verkehr regelt, sie können auch selber Daten sammeln und an eine Zentrale schicken. Dafür braucht es Sensoren in der Straße vor der Ampel, Kameras und Infrarotbeleuchtung, die für das menschliche Auge unsichtbar ist und darum nicht blendet. Dieses Sensorenpaket sorgt aber nicht nur für fließenden Verkehr, sondern kann auch Verkehrssünder dingfest machen. Denn wenn die Ampel auf Rot schaltet, wird der Rotlichtblitzer aktiviert, der dann jeden, der die Ampel unerlaubt überfährt, zum Model wider Willen macht. Und das kann ziemlich teuer werden.

Was kostet der Rotlichtverstoß?

Wie in vielen anderen Fällen unterscheidet die StVO auch beim Überfahren einer roten Ampel zwischen drei Schweregraden: Das einfache Fehlverhalten kostet schon 90 Euro, wenn dabei andere Verkehrsteilnehmer gefährdet wurden, steigt das Bußgeld schon auf 200 Euro. Da sind die insgesamt 240 Euro für eine Sachbeschädigung fast schon ein Schnäppchen. Außerdem wird auch noch nach dem Zeitpunkt des Verstoßes unterschieden. Wenn die Ampel schon seit mehr als einer Sekunde rot zeigt, ist anzunehmen, dass sie mit Absicht überfahren wurde. Damit steigen die Bußgelder auf 200 bis 360 Euro. Dazu gibt es noch einen Monat Fahrverbot und je nach Schwere des Falles Führerscheinentzug oder sogar bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe.

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Im Zweifelsfall hilft nur der Anwalt

Sind wir mal ehrlich: Wenn Sie einen Bußgeldbescheid für einen Rotlichtverstoß erhalten haben, haben Sie wahrscheinlich eine rote Ampel überfahren. Wenn Sie aber wirklich der Meinung sind, zu Unrecht zur Kasse gebeten zu werden, können Ihnen am ehesten eine Rechtsschutzversicherung und ein Anwalt helfen. Die Erfolgsaussichten sind zwar nicht unbedingt rosig, aber in Einzelfällen soll eine Anfechtung schon Erfolg gehabt haben. Übrigens sind auch Radfahrer den gleichen Gesetzen unterstellt wie ihre motorgetriebenen Kollegen. Bußgelder zwischen 60 und 180 Euro drohen auch, wenn man mit dem Fahrrad eine rote Ampel überfährt.

Rote Ampeln können noch viel mehr

Übrigens haben moderne Ampeln noch ganz andere Tricks auf Lager, um Rasern das Leben schwer zu machen. Dass man, wenn man die Geschwindigkeitsbegrenzung einhält, eher in den Genuss der „grünen Welle“ kommt, ist mittlerweile ja allgemein bekannt. Wussten Sie aber, dass manche Ampeln extra auf Rot schalten, wenn sie einen Raser erkennen? Das soll in erster Linie bremsend wirken, kann aber besonders teuer werden, wenn man in die Falle tappt und eine rote Ampel überfährt, die eben noch grün war. Besonders stark frequentierte Kreuzungen können durch diese Technologie aber auch möglichst frei gehalten werden.


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