Schnell durch den Stau: Geht das?

Niemand entkommt der Stehparty auf der Autobahn
Stau: Ein Albtraum
Machen Sie es sich bequem, Sie werden eine Weile hier bleiben müssen.
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 31.01.2019

So gut unser Autobahnsystem auch funktioniert, Staus gibt es trotzdem immer wieder. Manchmal, wegen eines Unfalls, wegen Bauarbeiten oder einfach so, weil das Schicksal es Ihnen nicht gönnt, pünktlich zum Abendessen zu Hause zu sein. Da muss es doch eine bessere Möglichkeit geben! PKW.de hat sich in den Stau gestellt und erklärt, wie Sie am schnellsten durchkommen.

Schnell durch den Stau: So passiert’s

Wir alle machen Fehler. Haben Sie schon mal auf der Autobahn gebremst, weil beispielsweise ein liegengebliebenes Fahrzeug am Straßenrand Ihre Aufmerksamkeit gefordert hat? Herzlichen Glückwunsch, Sie haben dadurch vielleicht einen Stau ausgelöst. Der Fahrer hinter Ihnen musste ebenfalls bremsen, der dahinter bremst etwas stärker und dahinter zieht ein anderer Fahrer auf die linke Spur, um dem Trödler auszuweichen. Ein anderer Fahrer auf der linken Spur musste abbremsen, um den Spurwechsler nicht zu rammen. So geht es für ein paar Minuten weiter, aus zäh fließendem Verkehr wird stockender Verkehr, dann Stau und schon ist die Autobahn genauso verstopft wie die umliegenden Landstraßen.

Wer sich für besonders klug hält, springt zwischen den Spuren, um sich immer besonders zügig durch den Stau bewegen zu können. Das bringt, große Überraschung, gar nichts. Im Gegenteil sorgt das ständige Wechseln der Spur dafür, dass sich der Stau nicht auflösen kann.

Schneller durch den Stau dank Rettungsgasse und Standstreifen?

Wie kommt man nun aber besonders schnell durch den Stau? Dabei sind doch, wenn man es genau betrachtet, zwei wunderbare Spuren komplett frei: Der Standstreifen und die, hoffentlich korrekt gebildete, Rettungsgasse. Da kann man ja ruhig entlang fahren, stört ja niemanden und immerhin haben Sie es eilig. Es dürfte keine Überraschung sein, dass sowohl die Benutzung der Rettungsgasse als auch das Fahren auf dem Seitenstreifen für zivile Autofahrer verboten ist. Für Ersteres werden mindestens 100 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig. Letzteres kostet ab 75 Euro und bringt ebenfalls einen Punkt ein. Wer bei solchen Aktionen andere gefährdet, Unfälle provoziert oder sich einfach extrem dumm anstellt, zahlt aber weit mehr. Die Regel zum Seitenstreifen hat allerdings eine Ausnahme. Diese wird von den Verkehrszeichen 223.1 bis 223.3 geregelt. Zu sehen sind drei Pfeile auf blauem Untergrund. Der rechte Pfeil ist von den anderen beiden durch eine weiße Linie begrenzt. Wo dieses Verkehrszeichen zu sehen ist, darf der Seitenstreifen befahren werden. Allerdings nur, bis ein anderes Schild anzeigt, dass die Ausnahme aufgehoben ist.

Schneller durch den Stau geht es wahrscheinlich nicht

Wie kommt man am schnellsten durch den Stau? Wahrscheinlich gar nicht. Wenn Sie erst mal drin stehen, müssen Sie auch durch. Wenn Sie dabei etwas für die Allgemeinheit tun wollen, versuchen Sie es so: Fahren Sie mit möglichst gleichmäßiger Geschwindigkeit. Wenn Sie nur mit Schrittgeschwindigkeit vorankommen, ist das absolut okay, so lange Sie nicht anhalten. Wenn hinter Ihnen alles gut läuft, kann die Kolonne genauso gleichmäßig fahren und weitere Verstopfungen durch plötzliches Bremsen werden vermieden. Langsam, aber sicher fließt der Stau ab und löst sich schließlich ganz auf. Leider ist so eine Verhaltensweise aber natürlich nicht immer möglich. Wenn vor Ihnen gebremst wird, sollten Sie einen Auffahrunfall natürlich vermeiden.

Um gar nicht erst in den Stau zu geraten, macht es Sinn, sich auf Ihr Navigationssystem zu verlassen. Die meisten modernen Geräte und fast alle Smartphones bieten eine Option zur Stauumfahrung. Die leitet Sie dann auf eine andere Autobahn oder eine Landstraße um. Da kommen Sie natürlich nicht so schnell voran wie auf einer freien Autobahn, aber immerhin verbrauchen Sie auf die Strecke gerechnet weniger Sprit und sind stressfreier unterwegs. Wenn Sie nicht über ein modernes Navigationsgerät verfügen, können Sie auch so Ihr Glück bei der nächsten Ausfahrt versuchen. Aber Achtung: Auf eine ähnliche Idee kommen wahrscheinlich auch andere Autofahrer. So kann es sein, dass der Stau auf der Autobahn sich auch auf die umliegenden Straßen auswirkt.

Entspannt im Stau

Zu guter Letzt wäre da noch der Ratschlag, der fast in jeder Lebenslage gilt: Bewahren Sie Ruhe. Der Stau ist nicht der Moment, in dem man Streit mit einem Beifahrer anfangen sollte. Tipps zum Verreisen mit Kindern haben wir auch. Im Stau sind die wichtiger denn je. Staus auf der Autobahn sind wie schlechtes Wetter oder Castingshows: Sie sind unangenehm, man kann ihnen kaum entkommen und wenn es vorbei ist, ist man erleichtert.


Weitere Artikel zu diesem Thema