Terrafugia TF-X.
Der gut sechs Meter lange Terrafugia TF-X soll auch senkrecht starten und landen können.

Hochfliegende Pläne

Terrafugia plant Flugauto mit Heli-Technik. Ein Flugplatz wird überflüssig.

Köln, 27.07.2015 – Der Traum vom fliegenden Auto – die US-Firma Terrafugia hat ihn mit dem Transition wahr werden lassen. Von dem noch sehr nach Flugzeug aussehenden Luftikus wurde trotz der Ankündigung für einen Serienbau noch kein Exemplar verkauft. Nichtsdestotrotz plant das in Massachusetts beheimatete Unternehmen bereits den nächsten Schritt: Mit dem TF-X soll wohl bis Mitte der nächsten Dekade ein deutlich autoartigeres Fluggerät mit Senkrechtstarter-Technik kommen. Zumindest einige Computerbilder und ein Video verkünden eine schöne neue Mobilitäts-Zukunft.

mario
von Mario Hommen, Redakteur*in bei PKW.de 27.07.2015
Soll auch auf Straßen fahren können: Terrafugia TF-X.
Soll auch auf Straßen fahren können: Terrafugia TF-X.

Eines der Probleme des bereits fertig entwickelten Transition: Er sieht nicht nur so aus wie ein Flugzeug, er braucht auch noch eine echte Landebahn. Wirklich genial wäre es jedoch, wenn ein Flugauto senkrecht und damit auf eigentlich jeder Fläche starten und landen könnte. Im Fall des TF-X soll das sogar im Autopilotmodus möglich werden. Für den Start- und Landemodus verfügt der TF-X über zwei ausklappbar Stummelflügel, an deren Enden sich E-Motoren mit einem um eine vertikale Achse drehenden Rotor befinden. Da es sich beim viersitzigen TF-X um ein Fahrzeug mit Hybridantrieb handelt, sollen die für den Senkrechtstart verantwortlichen Rotoren rein elektrisch betrieben werden.

Mit den elektrisch betriebenen Rotoren wird der TF-X zum Senkrechtstarter
Mit den elektrisch betriebenen Rotoren wird der TF-X zum Senkrechtstarter

Für den normalen Flugbetrieb gibt es zudem einen Propeller im Heck, der dank eines gut 300 PS starken Verbrennungsmotors eine Fluggeschwindigkeit von über 300 km/h erlaubt. Das ist für ein Flugzeug eine noch recht gemütliche Geschwindigkeit, doch der Anspruch, auch auf vier Rädern fahren zu können, verlangt nach konstruktionsbedingten Kompromissen. Und eben nach kurzen, klappbaren Tragflächen, die zumindest optisch keine allzu hohe Flugstabilität versprechen. Vielleicht deshalb muss der TF-X auch einen Fallschirm an Bord haben. Im Normalfall soll der Verbrennungsmotor im Flugbetrieb die für den Rotorbetrieb verantwortlichen Batterien laden und der TF-X damit dann wieder sanft und rein elektrisch betrieben senkrecht landen können.

 

Mit einer Tankfüllung soll der TF-X übrigens gut 800 Kilometer weit kommen können. Theoretisch könnte man also die Strecke Hamburg-München ohne Zwischenstopp in knapp zweieinhalb Stunden erledigen – von Tür zu Tür. Ein Linienflug braucht zwar in Hinblick auf die reine Flugdauer nur die Hälfte der Zeit, doch ein klassisches Tür-zu-Tür-Szenario zieht sich in der Regel drei bis vier Stunden hin.

In rund 10 Jahren soll der Terrafugia TF-X über Straßen fahren und über 300 km/h schnell fliegen können.
In rund 10 Jahren soll der Terrafugia TF-X über Straßen fahren und über 300 km/h schnell fliegen können.

Klingt eigentlich verheißungsvoll, doch ob der TF-X Serienwirklichkeit werden kann, bleibt abzuwarten. Terrafugia hat den Transition zwar gebaut, aber noch kein Exemplar verkauft. Ob das von spendierfreudigen Investoren abhängige Unternehmen die Kraft aufbringen wird, den TF-X serienreif zu machen, muss sich erst zeigen.

(Bildmaterial: Terrafugia)


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