Tesla schreibt schwarze Zahlen

Werden Elektroautos jetzt endlich profitabel?
Tesla macht Geld
Geht es jetzt noch schneller aufwärts für Tesla? Nadezda Murmakova / shutterstock.com
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Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 06.11.2018

esla hat es geschafft. Wie von CEO Elon Musk versprochen, erwirtschaftete der Elektroautobauer aus Kalifornien für das dritte Quartal 2018 einen Gewinn. Warum das wichtig ist, was es bedeutet und wie es jetzt weitergeht, weiß PKW.de.

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Teslas unberechenbares Geschäftsmodell

Kaum ein Autobauer macht mehr Schlagzeilen als Tesla. Nicht immer sind diese auch positiv. In den letzten Monaten gab es Probleme mit der Produktion des Model 3, viele Kunden warten seit Jahren auf ihre Fahrzeuge und wenn tatsächlich eines der Elektroautos beim Kunden landet, hagelt es Beschwerden über die schlechte Verarbeitung.
Und dann wäre da noch Teslas kontroverser CEO Elon Musk. Auf der einen Seite ist der Milliardär einer der wenigen Menschen, die ohne Rücksicht auf Verluste auf Fortschritt setzen. Andererseits ist der gebürtige Südafrikaner berüchtigt für seine Twitter-Tiraden und für Versprechen, die er später nicht einhalten kann. Egal, ob es um Mini-U-Boote zur Höhlenrettung geht, oder darum, „Flammenwerfer“ an Fans seiner anderen Unternehmen zu verkaufen. Im September dachte er öffentlich darüber nach, sein Unternehmen von der Börse zu nehmen. Die Investoren wurden nervös, Teslas Kurs begann eine Achterbahnfahrt und schließlich drohten die amerikanische Börsenaufsicht und Teslas Aufsichtsrat damit, Musk von seinem Posten als CEO zu entbinden.

Warum ist Teslas Gewinn eine große Sache?

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Die Geduld von Teslas Kunden und Investoren wurde also auf eine harte Probe gestellt, zumal der Autobauer immer und immer mehr Kapital verbrannte. Allein im ersten Quartal 2018 belief sich der Verlust auf ganze 709 Millionen Dollar. Jetzt hat Tesla, erst zum dritten Mal in der Firmengeschichte, einen bescheidenen Gewinn vermelden können. 312 Millionen Dollar haben das Model 3, Model S und Model X in die Kassen gespült. Die problemgeplagte Produktionslinie für das neueste Modell funktioniert mittlerweile einigermaßen und offenbar konnte man auch die meisten Sicherheitsbedenken ausräumen. Das ist besonders dann eine beeindruckende Leistung, wenn man bedenkt, wie schwierig es für neue Hersteller ist, am Automobilmarkt mitzumischen. Die meisten Hersteller sind seit weit über 50 Jahren aktiv und lassen kaum Konkurrenz von jungen Unternehmen zu.

Wie soll es weitergehen in Kalifornien?

Was bedeuten diese Zahlen für Teslas Zukunft? Zum einen dürften die Skeptiker, PKW.de eingeschlossen, sich in Zukunft zweimal überlegen, ob sie den Untergang des Elektroautobauers vorhersagen wollen. Die sogenannten „Short Sellers“, also Börsenspekulanten, die gegen Tesla wetten, dürften auch anfangen, ihre Strategie zu überdenken. Ob aber die Negativschlagzeilen zu den Arbeitsbedingungen bei Tesla abreißen, kann wohl niemand mit Sicherheit voraussagen. Auf jeden Fall hat man große Pläne: Mit der neuen Version des Tesla Roadster will man in Supersportwagen-Territorien einfallen, das Model Y soll als Bindeglied zwischen Model X und Model 3 funktionieren, der Semi soll ein elektrischer Sattelschlepper werden und offenbar ist sogar ein Pickup-Truck in Entwicklung.

Teslas große Versprechen

Übernimmt man sich bei Tesla? Wir sagen dazu nichts mehr. Ein Unternehmen, das sich wie Tesla aus allen Schwierigkeiten ziehen kann, das so treue, und teilweise militante, Fans hat und das trotz alledem nicht untergeht, ist unberechenbar. Egal, wie es mit Elon Musks Unternehmen und Plänen weitergeht, auf jeden Fall ist es eine spannende Zeit für Technologiefans.


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