Wenn Schlaf tötet

ADAC gibt Tipps, wie man den gefährlichen Sekundenschlaf vermeidet
Müdigkeit am Steuer ist eine Gefahr.
Jeder vierte tödliche Autobahncrash ist laut ADAC auf den Sekundenschlaf zurückzuführen.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 22.06.2015

Köln, 22.06.2015 – Dass Schlafen gesund ist, weiß jeder. Dass der eigentlich erholsame Schlaf aber auch zur tödlichen Gefahr werden kann, wird gerne ignoriert. Am Steuer eines Fahrzeugs birgt das kurze Einnicken ein erhebliches Unfallrisiko. Laut ADAC ist jeder vierte Autobahncrash mit tödlichen Folgen auf den Sekundenschlaf zurückzuführen. Um dieser Gefahr zu entgehen, sollten Autofahrer deshalb die folgenden Tipps des ADAC beherzigen.

Die meisten Autofahrer, so der ADAC, überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten. Schleicht sich das Gefühl der Müdigkeit an, wird dieses gerne ignoriert. Dabei führt Müdigkeit nicht nur zu Konzentrationsproblemen, sondern auch zu einer verminderten Reaktionszeit. Vor allem, wenn dem Fahrer für einen kurzen Augenblick die Lider herunterfallen. Geschieht dies auch nur für zwei Sekunden, legt ein Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h immerhin 56 Meter unkontrolliert zurück.

Die Gefahr für den Sekundenschlaf ist besonders groß, wenn die Fahrt entgegen der inneren Uhr angetreten wird. Hier gibt es Zeitfenster, die uns besonders anfällig machen. Zwischen zwei und fünf Uhr morgens sowie am Nachmittag gegen 14 Uhr befindet sich der Mensch laut ADAC in einem biologischen Tief. Dies sollten Autoreisende bei ihrer Fahrt in die Ferien beachten. In der Nacht aufzubrechen, um den großen Staus zu entgehen, macht anfällig für den Sekundenschlaf. Doch letztlich können Autofahrer zu jeder Zeit unter Müdigkeit leiden, vor allem dann, wenn die Fahrt sehr lange dauert und besonders monoton verläuft.

Häufiges Gähnen ein erstes Warnsignal

Der ADAC rät Autofahrern, sich selbst genau zu beobachten, um nicht vom plötzlichen Sekundenschlaf überrascht zu werden. Akute Warnzeichen sind häufiges Gähnen, plötzliches Frösteln und ein starkes Bewegungsbedürfnis. Auch wer Schwierigkeiten hat, die Spur zu halten oder das Gefühl hat, die Straße würde sich verengen, sollte schnellstmöglich eine Pause einlegen. Bei zufallenden Augen, plötzlichem Erschrecken und ruckartigen, unwillkürlichen Kopfbewegungen war der Fahrer bereits im Sekundenschlaf.

Müdigkeitswarner erkennen unkonzentrierte Fahrer und mahnen zur Pause.
Müdigkeitswarner erkennen unkonzentrierte Fahrer und mahnen zur Pause.

Moderne Fahrerassistenzsysteme, sogenannte Müdigkeitswarner, können auf ein verändertes Fahrverhalten hinweisen und zur Pause ermahnen. Zudem gibt es mittlerweile in vielen Autos Spurhalteassistenten und Auffahrwarnsysteme, die zwar eine unterstützende Funktion haben und Unaufmerksamkeiten des Fahrers ausgleichen können. Das Risiko eines Einschlafunfalls können diese Helfer allerdings nicht vollständig eleminieren.

Trinken, essen und pausieren

Um der Gefahr von Müdigkeit am Steuer vorzubeugen, ist deshalb vor allem eine gute Planung nötig. Eine längere Fahrt sollte man nur ausgeschlafen antreten und beispielsweise nicht nach einem langen Arbeitstag. Während der Fahrt sind regelmäßige Pausen wichtig. Der ADAC empfiehlt, ungefähr alle zwei Stunden eine Pause einzulegen und sich dabei an der frischen Luft zu bewegen. Wer müde ist, kann mit einem kurzen Nickerchen wieder etwas fitter werden. Ist eine noch lange Strecke von mehreren hundert Kilometern zu bewältigen, sollte man besser noch eine außerplanmäßige Übernachtung einlegen.

Wer am Steuer nicht müde werden will, kann sich außerdem mit ein paar einfachen Tricks helfen. Um fit zu bleiben, sind unter anderem ausreichend Flüssigkeit und eine leichte Kost wichtig. Zum Trinken empfiehlt der ADAC Wasser, Fruchtschorle und ungesüßte Früchtetees. Urlauber sollten für die Pausen zudem gut verdauliche Zwischenmahlzeiten wie Obst, Rohkost und Vollkornbrötchen einpacken.

Lesen Sie, was Sie nach einem Unfall tun sollten.

(Bildmaterial: ©iStock.com/gabrieletamborrelli; Mercedes-Benz)

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