Nicht ungefährlich: Abgase eines Autos.
Dank der Schlüssellos-Systeme können Autoabgase eine tödliche Gefahr sein.

Klage gegen Todesfalle

In den USA stehen fast alle großen Autohersteller vor Gericht

Köln, 27.08.2015 – Eigentlich sind sie eine feine Sache: Schlüssellose Startsysteme in Autos, die es dem Fahrer erlauben, den “Zündschlüssel” in der Tasche zu behalten. Wer allerdings das Auto verlässt und per Knopfdruck den Motor nicht richtig ausschaltet, kann in eine tödliche Falle geraten. Weil es in den USA bereits ein gutes Dutzend nachgewiesener Todesfälle aufgrund solcher Schlüssellos-Systeme gegeben haben soll, wurde jetzt eine Sammelklage gegen die meisten großen Autohersteller eingereicht. Das Ziel: Eine automatische Selbstabschaltung der Motoren.

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von Christian Schmid, Redakteur*in bei PKW.de 27.08.2015

So praktisch und komfortabel die Keyless-Systeme auch sein mögen, sie haben einen entscheidenden Fehler: Verlässt man den Wagen mit dem Signalgeber in der Tasche, ohne vorher den Motor auszuschalten, läuft dieser einfach weiter. Das hat schon zu manch einer lästigen Situation geführt, denn manchmal merkt man zu spät, dass bei einem Fahrerwechsel die ausgestiegene Person noch den Signalgeber mit sich trägt. Oder noch schlimmer: Man merkt nach dem Abstellen des Fahrzeugs in der Garage nicht, dass man den Motor nicht richtig ausgeschaltet hat. Wer dann beim Auto bleibt, könnte sich unbemerkt der tödlichen Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung aussetzen. In den USA wurden Fälle mit Toyota-Fahrzeugen dokumentiert, die sogar tödlich endeten.

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Am vergangenen Mittwoch hat deshalb eine Klägergruppe beim Bundesgericht in Los Angeles eine entsprechende Klage eingereicht. Einerseits geht es um eine Entschädigung von Betroffenen, andererseits soll mit der Klage erreicht werden, dass sich der Motor bei Fahrzeugen mit Keyless-Systemen künftig nach kurzer Zeit selbst abschaltet, sobald ihn der Fahrer verlassen hat. Technisch wäre es wohl kein Problem, eine solche Sicherheitsroutine einzubauen. Warum dies bislang nicht geschehen ist, ist ungewiss.

Auch die deutschen Hersteller VW, BMW und Mercedes betroffen

Die Chancen für einen Erfolg der Kläger dürften angesichts dieser durchaus ernsten Sicherheitslücke hoch sein. Insofern ist zu erwarten, dass in vermutlich naher Zukunft die Autohersteller umrüsten werden. Und wahrscheinlich werden sie noch eine sehr hohe Summe als Entschädigung an die Opfer zahlen müssen. Neben General Motors, FiatChrysler, Honda und Toyota sind auch deutsche Hersteller wie BMW, Mercedes und VW von dieser Klage betroffen.

(Bildmaterial: ©iStock.com/matteo69)


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