Böse-Bulli

Das Ur-Modell T1 kommt mit 530 Porsche-PS zum GTI-Treffen am Wörthersee
VW T1 Race Taxi.
Der PS-Fetisch der Schweizer treibt manchmal seltsame Blüten: VW T1 Race Taxi.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 13.05.2015

Köln, 13.05.2015 – Das GTI-Treffen am Wörthersee wird am “langen” Himmelfahrts-Wochenende wieder zur großen Muskelparade des VW-Konzerns. Mit im Gepäck haben die Wolfsburger auch die neue [Bulli-Generation T6](https://www.pkw.de/ratgeber/autonews/vw-t6). Damit diese in ihrer zivilen Normalo-Version in dem Tuning-Gewusel auch eine Daseinsberechtigung hat, wurde dem Großraum-VW noch ein auf 530 PS aufgemotzter Umbau eines historischen T1 zur Seite gestellt. Ein Schmuckstück für jeden Tuning-Fan.

Ein T1 als Renn-Taxi-Umbau? Für Fans des Ur-Bulli mag das als Sakrileg gewertet werden. Der für den Umbau verantwortliche Schweizer Fred Bernhard hat diesen Weg allerdings als einzig vernünftigen angesehen, da der einst von ihm erworbene T1 derart verrottet war, dass sich eine Original-Restauration nicht mehr lohnte. Also behielt Bernhard lediglich die Karosserie des T1 und pflanzte dieser den Antrieb eines verunfallten Porsche 911 (993) Turbo und einiges mehr ein.

Das Projekt beanspruchte über 3.000 Arbeitsstunden und zog sich über einen Zeitraum von 6 Jahren hin. Allein die Montage des BiTurbo-Aggregats war eine besondere Herausforderung. Getriebe, Fahrwerk – in vielen Punkten musste experimentiert und improvisiert werden. Zudem musste Bernhard viele Teile aufwendig und zeitraubend beschaffen.

Die Über-200-km/h-Bullis

Das VW T1 Renntaxi und sein Erschaffer Fred Bernhard.
Das VW T1 Renntaxi und sein Erschaffer Fred Bernhard.
Am Ende wurde Fred Bernhard aber mit einem besonderen Schmuckstück belohnt. Dieser mit vier Schalensitzen ausgestattete Renn-Bulli fährt sogar. Und das ziemlich schnell. Die 530 PS und 757 Newtonmeter Drehmoment, die dem modifizierten Boxermotor entlockt werden, dürften angesichts der 1,5 Tonnen Fahrgewicht für atemberaubende Beschleunigungswerte sorgen. Auch wenn der Motor für Geschwindigkeiten jenseits der 300 km/h konzipiert wurde: Maximal darf der Porsche-T1 230 km/h schnell werden. Mehr lassen Auslegung und Aerodynamik nicht zu. Und leider reicht es nur für Showfahrten auf Rennstrecken, denn eine Straßenzulassung gibt es für diesen Spezialumbau nicht.

Wer legal mit einem Bulli auf der Autobahn mehr als 200 km/h fahren will, kann das übrigens erstmalig mit der Serienversion des neuen T6 tun. Ein neuer BiTurbo-Diesel befördert das Transporttalent auf Wunsch bis in diesen Geschwindigkeitsbereich, in den kein Serien-Bulli zuvor vorzudringen vermochte.

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(Bildmaterial: Volkswagen)


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