Kleiner Schnippser, fatale Folgen

Legere Entsorgung von Zigarettenstummel kann zur Straftat werden
Verboten: Zigaretten aus dem Autofenster werfen.
Diese Art der Entsorgung ist verboten und kann sogar strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
carlos
Einleitung von Carlos Gabriel Klein Schindler, Redaktionsleister bei PKW.de 13.07.2015

Köln, 13.07.2015 – Rauchen tötet! So steht es auf vielen Zigarettenschachteln. Gewarnt wird dabei allerdings der Konsument vor dem Lungentod. Darauf, dass Zigaretten auch außerhalb des menschlichen Körpers großen Schaden anrichten können, hat jetzt der Automobilclub AvD hingewiesen. Das Hinausschnippen aus dem Fenster ist eigentlich nur eine Ordnungswidrigkeit, die mit 50 Euro bestraft werden kann; sollte diese Zigarette aber einen Brand verursachen, kann dies strafrechtliche Konsequenzen haben und sogar Gefängnisstrafen nach sich ziehen.

Konkret bezieht sich der AvD in seiner Meldung auf den jungen Fall eines in Brand geratenen Opel Meriva. Bei diesem hatten Brandexperten im Nachhinein festgestellt, dass eine Zigarette, die wohl aus einem anderen Auto herausgeworfen worden war, eine im Fahrzeugunterboden befindliche Filzschicht entzündet hatte. Vermutlich gelangte die Zigarette durch den Kühlergrill auf die Motorhaubenwanne und entfachte dort durch den Fahrtwind ein Feuer. Ein Verursacher konnte bislang nicht ermittelt werden. Sollte wider Erwarten doch ein Täter ausfindig gemacht werden, droht diesem eine hohe Strafe.

Doch nicht nur andere Verkehrsteilnehmer sind bedroht. Gerade im Sommer kann ein glühender Stummel auf trockenen Grasflächen und Böschungen sehr leicht ein großes Feuer entfachen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu großen Waldbränden kommen. Dann droht dem Verursacher möglicherweise eine Gefängnisstrafe.

Panikreaktionen können Unfälle verursachen

Doch es muss nicht einmal zu einem Feuer kommen. Ein herausgeworfener Zigarettenstummel kann andere Verkehrsteilnehmer derart irritieren, dass diese einen Unfall verursachen. Fliegt der brennende Tabakrest in das offene Visier oder die Halskrause eines Bikers, kann dieser in Panik höchst unbesonnen reagieren. Kommt es dann zu einem Unfall mit tödlichen Folgen, droht dem Verursacher möglicherweise eine Klage wegen fahrlässiger Tötung, in jedem Fall aber eine fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs.

Daher kann es nur eine Empfehlung geben: Die Zigarette wird im Aschenbecher entsorgt. Grundsätzlich empfiehlt es sich sogar, das Rauchen während der Fahrt ganz zu unterlassen. Letztlich beeinflusst das Rauchen die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit des Fahrers. Außerdem gibt es die klassische Situation, dass ein Fahrer eine Zigarette versehentlich fallen lässt und spontan verkehrsgefährdend reagiert. Auch hier drohen Gefahr für Leib und Leben und bei einem Unfall empfindliche Strafen sowie der Wegfall des Versicherungsschutzes. Wer also am Glimmstengel und seinem Leben hängt, sollte zumindest bei Lust auf eine Zigarette eine Pause einlegen. Gerade auf langen Strecken bietet dieser Stopp auch den Vorteil, dem gefährlichen Sekundenschlaf vorzubeugen.

(Bildmaterial: AvD)


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