Zurück in die Zukunft – Ein DeLorean auf Abwegen

Langsam im Raum, schnell in der Zeit
Den DeLorean kennt heute wohl jeder Filmfan
Doc Brown und Marty McFly reisen im DeLorean zurück in die Zukunft. 461195332 / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 07.12.2016

Die ursprüngliche Idee des DMC-12 mag gut klingen: Unter fairen Bedingungen für die Arbeiter der irischen Werke wollte man ein Auto bauen, das ökonomisch zu fahren war und dazu Spaß machen sollte. Die Rettung der irischen Wirtschaft hätte es werden sollen. Und die Abgabe der Entwicklung an Lotus hätte ein sportliches Fahrverhalten garantieren sollen. Letzten Endes war der DeLorean, wie das Auto heute nur genannt wird, ein finanzielles Desaster. Ironischerweise sollte er aber nur wenige Jahre nach dem Ende der Produktion einen Kultstatus erreichen, dem sich kaum ein anderes Fahrzeug rühmen kann.

Stählerne Zeitmaschine

Die massive Stahlkonstruktion des DMC-12 machte das Auto zu einem behäbigen Schwergewicht, aber für einen sehr spezifischen Einsatz war der DeLorean bestens geeignet: Zeitreisen. Stahl leitet Flux besser als Aluminium, zumindest wenn man Doctor Emmet Brown aus den Zurück in die Zukunft-Filmen glauben schenken darf. Eine merkwürdige Entscheidung war es trotzdem, wie auch Doc Brown’s Protegé Marty McFly im ersten Film der Reihe treffend anmerkt. Trotzdem begeben sich beide im stark modifizierten DeLorean auf diverse Abenteuer durch die Zeit.

Mit Atomenergie zurück in die Zukunft

Die Probleme des Original-Autos übertragen sich auch auf die Zeitmaschine. Die für einen Sportwagen relativ geringe Höchstgeschwindigkeit wird immer wieder zum Problem, denn für Zeitreisen ist in Zurück in die Zukunft eine Geschwindigkeit von 88 Meilen pro Stunde oder 141 km/h erforderlich, auch wenn der Tachometer des DeLorean maximal 85 Meilen pro Stunde anzeigen kann. Die Zeitmaschine im Film ist zwar mit einem Nuklearreaktor ausgestattet, trotzdem benötigt das Auto noch immer einen konventionellen Antrieb, um auf die nötige Geschwindigkeit zu kommen. Eine gerissene Treibstoffleitung wird schnell zum Problem, sodass im letzten Film der Reihe eine Lokomotive als Antrieb für den, in der Vergangenheit gestrandeten, DeLorean herhalten muss.

Das frühe Ende und lange Leben des DeLorean

Der DeLorean DMC-12 war, selbst für die zwei Jahre, in denen er produziert wurde, kein gutes Auto. Die Verarbeitungsqualität ist bis heute berüchtigt, das Design war bestenfalls kontrovers und der Fahrspaß blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Um DeLorean zu retten, lies sich die Geschäftsleitung sogar auf einen groß angelegten Kokain-Deal ein, der letztendlich das Ende des DMC-12 bedeuten sollte. Die Insolvenz der Firma im Jahr 1983 hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können, denn nur 2 Jahre später erschien der erste Teil der Zurück in die Zukunft-Reihe und die Verkaufspreise für gebrauchte DeLoreans erreichten teilweise über 50.000 Dollar, also das Vierfache des ursprünglichen Preises. Der DMC-12 hat bis heute Kultstatus. Replikas der Zeitmaschine tauchen immer wieder auf Automessen und Fantreffen auf und immer wieder wird auf die Filme angespielt. Der Erfolg des Autos geht sogar soweit, dass ein texanischer Autobauer sich bereit erklärt hat, eine modernisierte Version des DeLorean in Kleinserie zu produzieren. Die ersten Exemplare sollen bereits 2017 in den Verkauf gehen. Für 100.000 Dollar.

Hier geht es zum ersten Teil der Serie über Filmautos: KITT – Computer auf Rädern.

Im dritten Teil geht es um einen ganz besonderen Käfer: Herbie, Filmstar auf vier Rädern

(Bildmaterial: Bildquelle)

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