Autofahren im Sturm: Wer reitet so spät durch Nacht und Wind…?

Auch bei schlechtem Wetter bringt Ihr Auto Sie sicher ans Ziel, wenn Sie diese Tipps beachten.
Waser auf der Straße, Wasser aus der Luft. Bei Sturm macht Autofahren keinen Spaß.
Wenn die Straße so aussieht gilt vor allem: Ruhe bewahren. Alexandru Chiriac / Shutterstock.com
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Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 17.10.2017

Der Herbst ist auch bei uns in Deutschland Sturmsaison. Wenn die Tage kürzer und das Wetter kälter werden, ist auch das Autofahren mit anderen Risiken verbunden. Wie sollten Autofahrer sich vor, während und nach einem schweren Herbststurm verhalten, um Schäden am Auto, und vor allem an Leib und Leben zu vermeiden?

Autofahren bei Sturm: Die Ruhe davor.

Nicht nur im Sommer können schwere Gewitter und Stürme auch sehr plötzlich auftreten. Die wirklich schweren Unwetter mit Orkanböen, die das Land im Herbst heimsuchen, sind aber meist einige Tage im Voraus bekannt. Daher unser erster Tipp: Wenn Sie nicht wirklich unbedingt ins Auto steigen müssen, verschieben Sie Ihre Reise lieber auf den nächsten Tag. So vermeiden Sie nicht nur Stress, sondern auch Sturmschäden am Auto und schwere Verletzungen. Wenn die Fahrt allerdings wirklich absolut unvermeidbar ist, empfiehlt es sich, für diverse Eventualitäten ausgerüstet zu sein. Eine Thermoskanne mit einem Heißgetränk Ihrer Wahl und ein paar Snacks können Wunder wirken, wenn man nach einem Sturm auf der Autobahn festsitzt. Prägen Sie sich außerdem am besten die umliegenden Tankstellen und Rastplätze ein. Diese bieten im Notfall den sichersten Unterschlupf.

Autofahren im Sturm: Wenn der Wind bläst.

Wenn Sie von einem Unwetter überrascht werden oder sich die Autofahrt trotz Sturm nicht vermeiden lässt, lautet die oberste Regel wie so oft: Ruhe bewahren. Die größte Gefahr für Sie und Ihr Auto sind nicht der Wind oder der Regen, sondern andere Autofahrer, die mit der Situation überfordert sind. Wenn der Wind am Lenkrad rüttelt, wird es tatsächlich schon mal unheimlich. Ein simpler Tipp, der nicht nur bei Sturm hilft, Unfälle zu vermeiden: Fuß vom Gas. Je langsamer Sie unterwegs sind, desto besser haftet der Reifen am Boden. Besonders gefährlich wird es, wenn Sie den Windschatten verlassen. Zum Beispiel bei Waldlichtungen, hinter LKW oder auf Brücken rüttelt der Wind heftig am Fahrzeug.

Autofahren im Sturm: Die Straße wird zum Fluss.

Die heftigen Regenfälle, die oft mit einem Unwetter einhergehen, sind nur dann gefährlich, wenn Sie zu schnell unterwegs sind. Den Ausdruck Aquaplaning wird wohl jeder Autofahrer in diesem Zusammenhang schon einmal gehört haben. Allerdings können schwere Regenfälle auch die Sicht behindern. Sichtweiten von unter 30 Metern sind für Autofahrer im Sturm keine Seltenheit. Darum sollten Sie in jedem Fall die Scheinwerfer und den Warnblinker einschalten. So stellen Sie sicher, dass andere Autofahrer Sie sehen können. Wenn wirklich gar nichts mehr geht, fahren Sie unbedingt auf den Standstreifen, um den Regen abzuwarten. Halten Sie niemals auf der Fahrbahn. Vor allem sollten Sie aber Ihr Fahrzeug nicht verlassen, denn im Auto sind Sie immer noch sicherer als bei Sturm auf einer befahrenen Straße.

Autofahren im Sturm: Die Extremsituation

Nur die wenigsten Autofahrer können wirklich ruhig bleiben, wenn es plötzlich Eiswürfel regnet. Schwere Hagelstürme sind zum Glück selten, aber wenn Autofahrer in einen solchen Sturm geraten, sollten sie sich darüber im Klaren sein, dass der Lack wahrscheinlich ruiniert ist. Es gilt die gleiche Regel wie im Regen: In Ihrem Auto sind Sie am sichersten. Um den Lack können Sie sich später kümmern. Wenn Sie einen Unterstand für Ihr Fahrzeug finden, können Sie den Sturm dort abwarten, allerdings sollten Sie dabei nicht die Fahrbahn für andere Verkehrsteilnehmer blockieren. Und dann wären da noch die Blitze. Die Sorge vor Blitzschlag im Auto ist größtenteils unbegründet, denn Autos sind als so genannter faradayscher Käfig gebaut. Elektrizität wird über die Außenhaut abgeleitet und erreicht die Insassen nicht, wenn sie keinen Kontakt zu Metallteilen haben. Halten Sie sich nach Möglichkeit von Bäumen fern, um nicht von fallenden Ästen getroffen zu werden.

Autofahren im Sturm: Immer mit der Ruhe

Moderne Autos sind kleine Wunder der Technik. Sie bringen Ihre Besitzer nicht nur von A nach B, sondern bieten ihnen auch Schutz vor den Elementen. Allerdings sollten Sie sich und Ihr Auto nicht überschätzen. Extremsituationen erfordern einige Vorsicht und Vorbereitung. Mit einer guten Portion gesunden Menschenverstandes und den PKW.de-Tipps für sicheres Fahren im Sturm kann aber fast nichts mehr schiefgehen.

(Bildmaterial: ©Shutterstock)


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