Fahrlässigkeit im Straßenverkehr: kein Kavaliersdelikt

Das kommt auf Unfallverursacher zu
Das ist fahrlässig.
Das ist fahrlässig.
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 17.10.2018

Jeder Mensch macht Fehler. Wir alle haben schon Gläser fallen lassen, schlechte Entscheidungen getroffen oder sind gegen Laternenpfähle gelaufen. Kein Problem, außer unserem Stolz ist dabei kaum jemand zu Schaden gekommen. Im Straßenverkehr haben solche Fehler aber teils dramatische Konsequenzen. Kaum ein normaler Mensch wird jemals absichtlich einen Unfall herbeiführen. Trotzdem drohen Unfallverursachern teils dramatische Strafen, denn der Tatbestand der Fahrlässigkeit droht immer dann, wenn durch fehlende Aufmerksamkeit jemand zu Schaden gekommen ist. Was droht Autofahrern, die einen massiven Fehler machen und damit andere gefährden? PKW.de hat sich durch die Gesetze gewühlt. Wie immer, wenn es um Verkehrsrecht geht: Wir sind keine Anwälte und können darum keine Rechtsberatung durchführen. Darum sind alle Informationen in diesem Artikel ohne Gewähr.

Fahrlässigkeit im Straßenverkehr: Was ist das überhaupt?

Um zu wissen, was den Tatbestand einer Fahrlässigkeit im Straßenverkehr erfüllt, muss man wissen, was es eigentlich mit dem Begriff der Fahrlässigkeit auf sich hat. Da ist die Rede von einer pflichtwidrigen Verletzung des strafrechtlichen Rechtsgutes. Von Negligentia und Luxiara. Kein Wunder also, dass kaum jemand sich im Wirrwarr der Gesetzestexte zurechtfindet.

(Sehr) Einfach erklärt, ist eine Fahrlässigkeit die Verletzung der Sorgfaltspflicht, durch die jemand oder etwas zu Schaden kommt. Wenn Sie also seit Jahren nicht mit Ihrem Wagen in der Werkstatt waren, wodurch der Treibstofftank ausläuft und den Drive-in des örtlichen Fast-Food-Restaurants in ein flammendes Inferno verwandelt, kann das als Fahrlässigkeit ausgelegt werden. Wenn Sie Ihrem Ex-Partner etwas heimzahlen wollen und seine Bremsleitungen zerschneiden, wodurch er sich um einen Baum wickelt, ist das entweder Mord oder Totschlag. Mit Fahrlässigkeit hat das nichts mehr zu tun.

Wie fahrlässig ist eine Fahrlässigkeit?

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Aber es geht noch weiter. Man unterscheidet im Zivilrecht auch noch zwischen verschiedenen Schweregraden der Fahrlässigkeit im Straßenverkehr. Jeder kennt wahrscheinlich den Begriff grob fahrlässig. Er beschreibt die schwerste Form. Dann unterscheidet man auch noch nach der Schwere des Ergebnisses einer Fahrlässigkeit im Straßenverkehr. Eine fahrlässige Sachbeschädigung wiegt nicht so schwer wie eine fahrlässige Körperverletzung. Die traurige Krönung ist die fahrlässige Tötung. Dazwischen liegen verschiedene Abstufungen, die sich auf das Strafmaß auswirken. Wie ein bestimmtes Vergehen bestraft wird, kann also nicht pauschal gesagt werden. Auch, weil es keine wasserdichte Definition gibt.

Fahrlässigkeit im Straßenverkehr kann schwere Strafen nach sich ziehen

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Ein Beispiel: Eines der schlimmsten Vergehen, die man als Autofahrer begehen kann, ist die Unfallflucht. Was sich dahinter verbirgt, ist eine Verletzung der Sorgfaltspflicht und damit eine Fahrlässigkeit im Straßenverkehr. In diesem Fall kann es sich um eines oder mehrere dieser Vergehen handeln: Fahrlässige Sachbeschädigung, Körperverletzung, Körperverletzung mit Todesfolge oder Tötung. Auf letzteres Vergehen stehen bis zu fünf Jahre. Dazu kommt das unerlaubte Entfernen vom Unfallort, das schlimmstenfalls noch einmal drei Jahre hinter Gittern nach sich ziehen kann.

Eine Fahrlässigkeit im Straßenverkehr ist also kein Kavaliersdelikt, sondern eine ernst zu nehmende Straftat. Man sollte es also eigentlich nicht sagen müssen, aber am Steuer gehört das Handy nicht ans Ohr, der Reifendruck sollte regelmäßig kontrolliert werden und die regelmäßige Wartung Ihres Fahrzeuges kann lebenswichtig sein.


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