Verschleiß: Welche Teile am Auto sind besonders reparaturanfällig?

Wir erklären überdies, worauf Sie beim Gebrauchtwagenkauf besonders achten sollten
Die Bremsen gehören zu den anfälligsten Verschleißteilen am Auto
©iStock.com/Urs Siedentop
sascha
Einleitung von Sascha Nendza, Redakteur bei PKW.de 07.05.2015

Wer ein Auto kauft, sollte sich im Klaren sein, dass manche Bauteile eine begrenzte Lebensdauer haben. Einige Komponenten gelten daher als normale Verschleißteile am Auto, die mal früher, mal später das Zeitliche segnen und ausgetauscht werden müssen. Welche dies sind und warum es darüber oft Streit gibt, erfahren Sie im Folgenden.

Welche sind die häufigsten Verschleißteile am Auto?

Wer einen Gebrauchtwagen kauft, kennt das Problem: Häufig gibt es mit dem Verkäufer Diskussionen darüber, was als Verschleiß gewertet wird und was tatsächlich ein Mangel ist. In der Regel gilt dabei: Normale Abnutzungserscheinungen, etwa an Bremsbelägen oder an Reifen, sind durchaus hinzunehmen, solange die Fahrsicherheit dadurch nicht beeinträchtigt wird. So sollten abgefahrene Reifen, die die Mindestprofiltiefe nicht mehr erfüllen, natürlich in jedem Fall beim Verkäufer reklamiert werden.

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Auch andere Bauteile unterliegen dem Verschleiß und müssen in regelmäßigen Abständen gewechselt werden. Hierzu zählen insbesondere Luftfilter, Zahnriemen sowie Zünd- bzw. Glühkerzen. Eine Autobatterie hält ebenfalls nicht ewig, im Durchschnitt sind es zwischen fünf bis sieben Jahre. Bei solchen Verschleißteilen müssen Käufer, die sich für ein gebrauchtes Auto entscheiden wollen, also durchaus Abstriche in Kauf nehmen.

Mangel oder Verschleiß?

Oftmals entsteht beim Autokauf ein Konflikt darüber, ob ein Defekt am Fahrzeug als Verschleiß oder eben als Mangel gewertet wird. Es stellt sich die Frage, ob ein alters- oder fahrbetriebsbedingter Verschleiß vorliegt oder doch ein Sachmangel. Gerade beim Privatverkauf ist für den Käufer das Risiko groß, dass ihm aufgrund erforderlicher Reparaturen hohe Kosten entstehen. Den privaten Verkäufer dafür anschließend in Haftung zu nehmen, ist in der Regel schwierig, es sei denn, man kann beweisen, dass er vorsätzlich einen Mangel verschwiegen hat.

Beim Kauf eines Autos bei einem Händler liegt das Risiko überwiegend auf Seiten des gewerblichen Verkäufers. Für Verschleißteile am Auto braucht der Händler zwar nicht zu haften, bei einem Mangel ist der Autohändler – im Rahmen der gesetzlichen Sachmängelhaftung – aber dazu verpflichtet, das Fahrzeug nachzubessern.

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Unseriöse Händler versuchen sich aus der Verantwortung zu stehlen und berufen sich gern auf eine Verschleißerscheinung. Nun bei einer abgenutzten Kupplung oder einer runtergefahrenen Bremsscheibe mag dies zutreffen, doch bei manchen Defekten, wie etwa einem Getriebeschaden, muss im Einzelfall – eventuell von einem Sachverständigen – geprüft werden, ob tatsächlich ein Mangel oder ein altersbedingter Verschleiß vorliegt (etwa bei Fahrzeugen mit einer hohen Laufleistung). Handelt es sich dann um einen Defekt, der zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt eingetreten ist, ist eine normale Abnutzung unwahrscheinlich. Ein Verkäufer kann also nicht unweigerlich mit einer normalen Verschleißerscheinung argumentieren.

Tipps zum Thema Verschleiß beim Auto
Wer den Verschleiß an seinem Auto möglichst gering halten und damit ebenso die Reparaturkosten eingrenzen möchte, der sollte ein paar grundlegende Dinge beim Fahren beachten. Der Verschleiß eines Motors in der Kaltstartphase am größten. Daher sollte man den Wagen langsam warm fahren und nicht gleich nach dem Start die Drehzahlen in Regionen von über 2.500 Umdrehungen pro Minute treiben. Doch auch danach gilt es behutsam mit dem Gaspedal umzugehen. Denn mit steigender Motordrehzahl nimmt auch der Verschleiß zu. Um diesen und eventuelle Folgeschäden niedrig zu halten, ist es unbedingt empfehlenswert, auch die Wartungsintervalle der Hersteller einzuhalten. Hierzu zählt auch ein regelmäßiger Ölwechsel.


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