Alarmanlage nachrüsten: Mehr Sicherheit fürs Auto

Wie man Autodiebe vertreibt
Machen Sie es ihm nicht zu leicht
Nachgerüstete Alarmanlagen machen es den Dieben schwer. Vava Vladimir Jovanovic / shutterstock.com
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Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 29.06.2018

Die Anzahl geklauter Autos in Deutschland geht immer weiter zurück. Trotzdem wurden 2017 immer noch 19.026 Autos von deutschen Straßen geklaut. Die Diebe konzentrieren sich dabei viel lieber auf ältere, günstige Autos. Diese lassen sich schneller verkaufen und sind seltener mit komplexer Sicherheitstechnik ausgestattet. Wer seinen alten Polo oder Corsa also liebt und nicht will, dass er sein Ende als Ersatzteillager in Osteuropa findet (hierhin werden die meisten in Deutschland gestohlenen Fahrzeuge gebracht. Weitere Ziele sind der Nahe Osten oder Nordafrika), sollte vielleicht eine Alarmanlage nachrüsten. Was es für Modelle gibt, wie man sie einbaut, und was man tun kann, damit die Alarmanlage gar nicht erst zum Einsatz kommen muss, weiß PKW.de.

Diese Autos lohnen sich für Diebe besonders. PKW.de

Alarmanlage nachrüsten: Am günstigsten ist die Fälschung

Eine fest eingebaute Alarmanlage vom Hersteller misst ständig viele verschiedene Parameter, die Auskunft über den Zustand des Fahrzeuges geben. Erschütterungssensoren können ein Ausparken von einem Parkrempler unterscheiden, Kameras im Innenraum erkennen Bewegungen und manche Autos verfügen sogar über Gewichtssensoren im Fahrersitz.

Registriert eines dieser Systeme eine Veränderung, obwohl der Zündschlüssel nicht im Schloss steckt, schlägt es Alarm. Das passiert über eine laute Sirene, Blinken oder sogar eine Meldung an die nächste Polizeiwache mitsamt GPS-Koordinaten des entführten Fahrzeuges. Diese Systeme sind schwer zu umgehen und halten viele potenzielle Diebe schon vor dem Versuch ab. Anstatt eine Alarmanlage nachzurüsten, kann man also auch einfach eine Attrappe einbauen. Funktioniert natürlich nicht immer, kostet aber fast nichts und kann zumindest Gelegenheitsdiebe abhalten.

Alarmanlage nachrüsten auf die schnelle Art

Wer etwas mehr Sicherheit braucht, sich aber nicht zutraut, eine Alarmanlage nachzurüsten, kann ein mobiles Gerät für den Zigarettenanzünder kaufen. Das wird in den 12-Volt-Anschluss im Auto gesteckt und registriert ebenfalls Bewegung. Dann schickt es über eine SIM-Karte, die man vorher in das Gerät einlegen muss, eine Notfall-SMS an eine zuvor festgelegte Handynummer.

Praktisch: Viele Geräte verfügen auch über einen Akku, können also auch eingesetzt werden, um andere Dinge wie Motorräder oder Gartenhäuschen zu sichern. Was aber, wenn der Dieb das Gerät geistesgegenwärtig einfach aus dem Fenster wirft? Dann bekommen Sie zwar die SMS mit den Koordinaten, das Auto selbst ist aber mit dem Einbrecher längst über alle Berge.

Alarmanlagen und Keyless-Go-Systeme für alte Autos

Damit das nicht passiert, können Sie auch eine echte Alarmanlage nachrüsten. Das klingt zwar kompliziert und sieht beim Auspacken der Komponenten nach einer Aufgabe für einen Raketenwissenschaftler aus. So schlimm ist es aber eigentlich gar nicht. Das Wichtigste ist, dass Sie alle Komponenten so unterbringen, dass sie nicht sofort zu erreichen sind.

Im Grunde ist der Einbau nur eine Frage der Logistik: Welches Kabel ist wie lang, welcher Stecker muss in welche Buchse, welcher Sensor funktioniert wo am besten? Moderne Alarmanlagen zum Nachrüsten kommen mit einem Funkschlüssel daher, der sich bei höherpreisigen Modellen sogar mit der Zündung verbinden lässt. Ein Keyless-Go-System für ein 30 Jahre altes Auto? Ob das eine gute Idee ist, sei Ihnen überlassen. Übrigens: Die Versicherung erkennt Alarmanlagen meist nur an, wenn sie vom Profi installiert wurden.

Alarmanlage nachrüsten auf die harte Tour

Keine gute Idee sind die Anlagen, die mittlerweile in Südafrika immer häufiger anzutreffen sind. Das Land hat riesige Probleme mit Autodiebstahl, darum rüsten reiche Autofahrer ihre Luxuskarossen mit Waffensystemen aus, die hierzulande wahrscheinlich gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen. Zieht ein Unbefugter am Türgriff, bevor der Schlüssel im Schloss steckt, werden Flammenwerfer unter der Seitenschürze aktiviert, die den Dieb knusprig durchgrillen. Schafft er es trotz angesengter Haare in den Innenraum des Autos, explodiert ein Sprengsatz, der je nach Gusto Tränengas, Farbe oder andere unangenehme Inhaltsstoffe versprüht. Wer hierzulande eine Alarmanlage nachrüsten will, sollte von solchen Maßnahmen aber unbedingt absehen, sonst hat er bald größere Probleme als ein geklautes Auto.


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