Autogas-Umbau auch für Ihr Auto?

Was Sie tun müssen, um Autogas geben zu können
Autogastank für den Kofferraum
Ohne einen zusätzlichen Tank für Flüssiggas geht es nicht. yoojiwhan / Shutterstock.com
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Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 08.06.2018

Benzin ist teuer, und Elektroautos sind preislich noch lange nicht auf einem kompetitiven Level angekommen. Die Alternativen sind überschaubar: Wer leiden kann, fährt mit Bus und Bahn, besonders harte Pendler nehmen das Rad. Das hält fit und spart nicht nur das Geld für Benzin, sondern auch das fürs Fitnessstudio. Wer trotzdem nicht auf sein Auto verzichten kann, sollte eine Umrüstung auf Flüssiggas in Betracht ziehen, denn das ist nicht nur sauberer, sondern kostet auch viel weniger als Benzin. Ab wann sich ein Umbau auf Flüssiggas lohnt, was der Spaß kostet, und mit welchen Einschränkungen Sie rechnen müssen, weiß PKW.de.

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Autogas tanken: Fast so leicht wie Benzin

Um Gas in flüssiger Form speichern zu können, ist einiger Aufwand nötig. Das Autogas, das Sie an der Tankstelle bekommen, besteht aus Propan und Butan in verschiedenen Mischverhältnissen. Keine Sorge: Sie müssen nicht darauf achten, welche Mischung Sie tanken. Mit einem professionellen Autogas-Umbau und regelmäßiger Wartung funktionieren alle Gemische, die als Autogas, Flüssiggas oder LPG bezeichnet werden. Auch der Tankvorgang unterscheidet sich nur unwesentlich von der gewohnten Betankung mit Benzin oder Diesel. Der einzige Unterschied: Um eine druckdichte Verbindung zwischen der Zapfsäule und dem Tank herzustellen, muss der Tankstutzen arretiert werden. Leider sind Autogastankstellen noch nicht standardisiert, sie sollten also Adapter für die gängigen Systeme mitführen.

Autogas oder Benzin? Sie entscheiden, sogar bei der Fahrt

Der Autogas-Umbau selbst ist gar nicht so kompliziert, wie man meinen könnte, denn der Motor selbst wird dabei nicht angerührt. Nur das Treibstoffsystem wird modifiziert und die Steuereinheit wird auf den neuen Treibstoff eingestellt. In den meisten Systemen wird das flüssige Gasgemisch im Ansaugtrakt verdampft und in die Zylinder gesaugt, wo es dann normal verbrannt wird. Positiver Nebeneffekt: Durch die Verdampfung wird die Ladeluft gekühlt, was die Effizienz des Systems noch einmal steigert. Neuere Systeme spritzen das flüssige Gas direkt in die Zylinder, was die Gefahr eines Rückschlages in den Ansaugtrakt verringert. Der größte Vorteil eines Autogas-Umbaus ist aber die Flexibilität, denn der Motor kann weiterhin mit Benzin betrieben werden, der Wechsel zwischen den verschiedenen Treibstoffen ist sogar im laufenden Betrieb möglich. So sind Reichweiten von weit mehr als 1000 Kilometern ohne Tankstopp möglich.

Wie sicher ist Autogas?

Natürlich ist ein Autogas-Umbau auch mit gewissen Risiken verbunden. Einige Autohersteller übernehmen keine Garantie für einen Umbau von Drittanbietern. Außerdem fühlen sich viele Autofahrer bei dem Gedanken, mit einer Bombe im Kofferraum herumzufahren, ziemlich unwohl. Um Explosionen ausschließen zu können, müssen Autogas-Anlagen regelmäßig überprüft und gewartet werden, was die laufenden Kosten für einen Autogas-Umbau erhöht. Explosionen von Autogas-Systemen sind darum selten, können aber verheerende Folgen haben.

Der Autogas-Umbau ist teuer, lohnt sich aber

Autogas-Umbauten sind für die meisten gängigen Automodelle zu haben und kosten im Normalfall zwischen 2000 und 3000 Euro. Wer beispielsweise einen Porsche 911 auf Autogas umrüsten lassen möchte, müsste eine Sonderanfertigung in Auftrag geben und dafür entsprechend tiefer in die Tasche greifen. Wie schnell sich die hohen Kosten für den Autogas-Umbau amortisieren, hängt stark von den regionalen Preisen an der Autogastankstelle Ihres Vertrauens ab. Normalerweise dauert es maximal drei Jahre, bis sich der Autogas-Umbau lohnt. Ab diesem Zeitpunkt sparen Sie mit jedem Kilometer, den Sie im Gasbetrieb zurücklegen, bares Geld.


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