Chromfelgen: Stilvoll oder kitschig?

Glänzende Felgen sind nicht mehr <i>in</i>, oder?
Kann man sich drn spiegeln: Chromfelgen
So gut können Chromfelgen aussehen, wenn man sie gut pflegt. s_oleg / shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 19.07.2018

Aus einem Esel macht man auch mit dem schönsten Sattel kein Rennpferd, und dasselbe gilt für Autos. Ihr uralter Corsa wird halt einfach kein Lamborghini mehr. Trotzdem sieht man immer wieder Autos, deren Fahrer trotzdem den verzweifelten Versuch unternehmen, mit Anbauteilen den Eindruck eines Sportwagens zu erzeugen. Besonders beliebt sind spätestens seit The Fast and the Furious Chromfelgen, die heute zumindest immer noch auffallen. Ob das etwas Gutes ist oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Sicher ist: Chromfelgen sind ziemlich pflegeintensiv und vor allem teuer. Damit die Freude über die neuen Hochglanzfelgen länger hält, hat PKW.de alles zusammengefasst, was Sie über Chromfelgen wissen müssen.

Chromfelgen dank Galvanisierung

Ein bisschen Chemie vorweg: Chrom ist ein sogenanntes Übergangsmetall, das in seiner reinen Form glänzt wie ein Spiegel. Es hat einen hohen Schmelzpunkt, ist extrem hart und leichter als Stahl. Ein echter Wunderwerkstoff also? Nicht ganz, denn auch die teuren Chromfelgen sind nicht aus massivem Chrom gefertigt. Das Metall ist nicht nur extrem hart, sondern auch sehr brüchig. Es verbiegt sich also nicht, sondern splittert wegen seiner kristallinen Struktur schnell, was bei Autobahngeschwindigkeiten natürlich tödlich enden kann. Darum bestehen auch Chromfelgen meistens aus Aluminium, auf das eine dünne Chromschicht galvanisch aufgebracht wird. So kommt zwar der Chromglanz auf die Felgen, die Stabilität des Aluminiums bleibt aber trotzdem erhalten.

So pflegt man die Glitzerfelgen

Chromfelgen sind teuer. Damit sie lange schön bleiben, benötigen sie sehr regelmäßige Pflege. Echte Enthusiasten schwören, dass die Hochglanzräder mindestens alle zwei Tage gewaschen werden wollen, allerdings kommt man mit einer wöchentlichen Reinigung wahrscheinlich auch noch gut weg. Dafür können Sie ganz einfach Wasser mit ein paar Tropfen Spülmittel und einen weichen Lappen benutzen. Achten Sie darauf, die Räder danach gut abzutrocknen, damit keine hässlichen Wasserflecken entstehen. Wer noch etwas mehr Glanz haben möchte, kann auch einen speziellen Chromreiniger benutzen. Dabei ist aber große Sorgfalt nötig, denn die Rückstände dieser Reinigungsmittel können nach ein paar Tage hässliche schwarze Flecken verursachen.

Immerhin: Eine Fahrt durch die Waschstraße sollten die meisten Chromfelgen gut überstehen können, denn die relative Härte der Beschichtung macht sie unempfindlich gegen Kratzer. Überprüfen Sie danach nur noch, dass auch alles trocken ist.

Chromfelgen sind kaum reparierbar

Zu diesen Chromfelgen gibt es sogar ein ganzes Auto gratis.

Eine Reparatur ist bei Chromfelgen übrigens kaum möglich. Kleinste Kratzer können zwar mit viel Zeit und Fingerspitzengefühl wegpoliert werden, aber meistens muss man einfach mit einer beschädigten Felge leben, denn ein Überlackieren ist nicht einfach möglich. Um einen tieferen Kratzer zu entfernen, müsste die Felge neu verchromt werden, und das ist sehr aufwendig und darum teuer. Meistens macht es mehr Sinn, eine neue Felge zu kaufen.


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