Führerschein verloren oder gestohlen – was tun?

Wie man sich in so einem misslichen Fall richtig verhält, erfahrst du hier
Führerschein verloren – dann heißt es unbedingt schnell zu handeln.
Wer seinen Führerschein verloren hat, sollte unverzüglich einen Ersatzführerschein beantragen.
christian
Einleitung von Christian Schmid, Redakteur bei PKW.de 07.10.2015

Schnell kann es passieren, dass die Geldbörse samt Führerschein verloren geht. Doch was dann? Wie bekommt man auf die Schnelle eine neue Fahrberechtigung? Unsere Autoexperten haben für dich die wichtigsten Schritte zusammengestellt.

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Wie muss ich vorgehen, wenn ich meinen Führerschein verloren habe?

Es gibt wohl kaum etwas Ärgerliches, als wenn wichtige Dokumente abhanden kommen. Ganz besonders unerfreulich ist es, wenn der Ausweis oder der Führerschein verloren geht. Das ist zwar unangenehm, aber in so einem Fall sollte man schnell handeln. Wurde der Führerschein gestohlen, heißt es zunächst zur Polizei zu gehen, um eine Diebstahlsanzeige aufzugeben. Hat man seinen Führerschein lediglich durch Unachtsamkeit verloren, führt der direkte Weg zur Straßenverkehrsbehörde, um einen neuen Führerschein zu beantragen.

Führerschein neu beantragen – so geht’s!

Wer noch keinen EU-Führerschein im Scheckkartenformat besessen hat, der sollte sich am besten direkt an das Straßenverkehrsamt wenden, das den verlustig gegangenen Führerschein ausgestellt hat. Da Führerscheine, die vor dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurden, noch nicht im Zentralen Fahrerlaubnisregister erfasst und damit nicht digital abrufbar sind, benötigst du einen Auszug aus dem Führerscheinregister von der Fahrerlaubnisbehörde, die den Führerschein seinerzeit ausgestellt hat. Dies ist allerdings nur zu beachten, wenn sich zwischenzeitlich dein Wohnort geändert hat und du dadurch eine andere Führerscheinstelle anlaufen musst.

Damit die Fahrerlaubnisbehörde dir einen Ersatzführerschein ausstellen kann, sind der amtliche Personalausweis, eine eidesstattliche Versicherung über den Verlust des Führerscheins sowie ein aktuelles biometrietaugliches Passfoto und gegebenenfalls der Nachweis aus dem Führerscheinregister erforderlich. Wurde der Führerschein nicht verloren, sondern entwendet, ist anstelle einer eidesstattlichen Erklärung die polizeiliche Diebstahlsanzeige vorzulegen.

Da der Ersatzführerschein in der Bundesdruckerei in Berlin angefertigt wird und zuvor eine Anfrage beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg getätigt werden muss, kann die Ausstellung und Zusendung des neuen Dokuments bis zu mehreren Wochen dauern. Damit man in dieser Zeit nicht auf das Autofahren verzichten muss, wird von der örtlichen Fahrerlaubnisbehörde ein vorläufiger Führerschein ausgestellt. Dieses Dokument ist nur in Verbindung mit dem Personalausweis gültig und verliert nach dem Ablauf einer bestimmten Frist seine Validität. Danach darfst du mit dem Übergangsführerschein kein Fahrzeug mehr lenken!

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Führerschein verloren – wie hoch sind die Kosten?

Wer seinen Führerschein verloren hat, muss je nach Fahrerlaubnisbehörde für die Neubeschaffung zwischen 35 und 70 Euro einplanen. In den meisten Fällen kostet der Ersatz bei Diebstahl weniger, als wenn der Führerschein durch eigenes Verschulden verloren gegangen ist. Das liegt daran, dass bei Eigenverschulden die eidesstattliche Versicherung mit rund 30 Euro zu Buche schlägt. Am besten verfasst du diese selbst und bringst sie mit zur Führerscheinstelle.

Wer es besonders eilig hat und seinen neuen Führerschein dringend benötigt, etwa weil eine längere Auslandreise ansteht, kann oftmals auch die Option einer Expressbestellung wählen. Ein neuer Führerschein ist dann bereits nach zwei Werktagen verfügbar. Der beschleunigte Verwaltungsakt kostet in der Regel zwischen 10 und 25 Euro Aufpreis.

(Bildmaterial: Bundesrepublik Deutschland, Bundesministerium des Innern - Bundesdruckerei GmbH)


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