Motoröl macht mehr, als nur schmieren

Schmiermittel halten den Motor nicht nur geschmeidig, sondern auch sauber.
Ein Ölwechsel sollte regelmäßig durchgeführt werden.
Ruß und Dreck macht klares Motoröl zur braunen Suppe. Sappasit / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 15.03.2017

Mal wieder sind die 15.000 Kilometer gefahren, wieder ist ein Jahr vorbei und wieder muss der Autofahrer an den Ölwechsel denken. Frisches Motoröl bewirkt viel mehr als nur die Schmierung der beweglichen Teile im Motor. Es sorgt auch für Sauberkeit und Dichtung. Die verschiedenen Schmiermittel haben besondere Eigenschaften, darum gibt es für jeden Zweck und für jede Gegebenheit das richtige Öl.

Motoröl wird aus Erdöl hergestellt

Die erste Entscheidung, die man beim Ölwechsel treffen muss, ist die der Sorte. Der Unterschied zwischen synthetischen Ölen und sogenannten Mineralölen besteht vor allem in deren Herstellung und damit auch ihren Laufeigenschaften. Beide Produkte werden aus Erdöl gewonnen, genau wie das Benzin oder der Diesel im Tank des Fahrzeuges. Der Unterschied zu diesen Treibstoffen liegt in der Destillation. Motoröl ist zäher als Treibstoff und muss daher weniger destilliert werden. Mineralöle werden dann mit Additiven versetzt, die zum Beispiel verhindern sollen, dass das Öl im Motor zu heiß wird. Synthetische Öle werden schon bei der Herstellung gesondert behandelt. So können die Effekte von Ölzusätzen häufig auch erzielt werden, ohne dass die Schmierstoffe mit Additiven vermischt werden müssen. Diese synthetischen Öle haben meist bessere Laufeigenschaften als Mineralöle, sind aber auch teurer, was besonders bei großen Motoren, die bis zu 15 Liter Öl benötigen, schnell ins Geld gehen kann.

Motoröl-Codes: Was bedeutet das Zahlengewirr?

Wer schon einmal ein Motoröl kaufen musste, ohne sich vorher mit der Materie beschäftigt zu haben, wird ratlos vor einem Regal voller unverständlicher Zahlen und Bezeichnungen gestanden haben. Dabei sind die Zahlencodes auf Motorölen eigentlich ganz leicht zu verstehen. Normalerweise bestehen diese Codes aus zwei Zahlen und dem Buchstaben W. Die Zahl vor dem W gibt die Viskosität, oder Zähigkeit, im Winter an. Die zweite Zahl gibt an, wie gut das Motoröl fließt, wenn es sich im Motor auf 100 °C erhitzt hat. Das ist besonders nützlich, um herauszufinden, wie kalt die Umgebungsluft sein darf und wie heiß der Motor laufen darf. Ein Öl mit der Bezeichnung SAE 10W-60 ist also bis -30°C flüssig genug, um gepumpt zu werden und wird auch bei höheren Temperaturen nicht gut verteilt. 20W-50 wird schon bei -20°C zu fest, hat aber bei hohen Temperaturen bessere Fließeigenschaften. Welches Öl das richtige für Ihren Motor ist, steht im Handbuch Ihres Fahrzeuges oder auf dem Öleinfüllstutzen.

Mehr als nur ein Schmierstoff

Motoröl macht viel mehr als nur schmieren. Egal wie gut das getankte Benzin oder wie umweltfreundlich der Motor ist, bei jeder Verbrennung entstehen Rückstände. Diese Rußpartikel können sich im Motor absetzen und mit der Zeit den Lauf der Kolben blockieren. Ein Motorschaden wäre die Folge. Das Motoröl nimmt diese mikroskopisch kleinen Partikel auf und wäscht sie von den Innenwänden der Maschine. Auch Metallabrieb, der immer entsteht, wenn sich zwei Metallteile aneinander reiben, wird vom Motoröl abgetragen und landet dann im Ölfilter. Diese Verunreinigungen sind der Grund, aus dem das Motoröl, das beim Einfüllen noch so schön klar aussah, als schwarz-braune Suppe aus der Ölwanne läuft, wenn das Öl gewechselt wird.

Welches Motoröl passt in meinen Motor?

Ohne Motoröl passiert in kürzester Zeit das, was der Mechaniker als Kolbenfresser bezeichnet. Die Kolben werden glühend heiß und fressen sich an den Innenwänden der Zylinder fest. Das bedeutet einen Totalschaden, der Motor muss ausgetauscht werden. Welche Öle aber sind die besten, um so eine Katastrophe zu verhindern? Ein Leichtlauföl hält nicht nur den Motor geschmeidig, es kann sogar beim Spritsparen helfen, weil es die inneren Widerstände des Motors verringert. Für gewöhnlich halten synthetische Öle etwas länger und verfügen über bessere Schmiereigenschaften. Achtung bei Dieselmotoren: Weil das Öl in einem Dieselmotor Teil des Verbrennungsvorgangs ist, muss hier ein besonderes Öl gekauft werden, das möglichst sauber verbrennt. Normale Öle können zu dichten Rauchschwaden aus dem Auspuff führen, was im schlimmsten Fall eine saftige Geldstrafe nach sich ziehen kann.

(Bildmaterial: ©Shutterstock)


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