Ölwechsel selbst machen? Besser nicht

Zur Motorpflege besser in die Werkstatt fahren
Ölige Angelegenheit.
Denn sie wissen ganz genau, was sie tun: Ölwechsel vom Profi. Nejron Photo / shutterstock.com
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Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 22.08.2018

Hoffentlich kommen Sie nie in diese Situation: Sie fahren so über die Autobahn, denken sich nichts Böses. Plötzlich knallt es und der Motor klingt, als würde er sich selbst verdauen. Wichtige Teile, die eigentlich auf der Innenseite des Motors liegen sollten, entdecken plötzlich die Freiheit und machen sich auf, ihr Glück in der großen weiten Welt zu finden. Und das Schlimmste: Mit großer Wahrscheinlichkeit sind Sie selbst an der Katastrophe schuld. Kapitale Motorschäden wie dieser entstehen meistens, weil der Besitzer den Ölwechsel vergessen hat. Kann ja auch nicht angehen, dass Sie für Ihr teures Auto auch noch Unterhalt bezahlen sollen. Tatsächlich ist der Ölwechsel eine der wichtigsten Wartungsarbeiten, die an einem Auto gemacht werden müssen. Ob Sie den Ölwechsel selber machen können, was der Profi dafür verlangt und warum die Prozedur so wichtig ist, weiß PKW.de.

Ölwechsel sind nötig, damit der Motor lange hält

Autos funktionieren nur durch ein Zusammenspiel verschiedener Flüssigkeiten. Benzin und Luft werden verbrannt, um Energie freizusetzen, Wasser führt die Wärme aus dem Motor ab und Öl sorgt dafür, dass alles läuft wie geschmiert. Wenn nicht mehr genug Öl zum Schmieren vorhanden ist, kommt es zum sogenannten Kolbenfresser. Dabei verkeilt sich einer der Kolben im Zylinder – wenn sich die anderen Kolben weiterbewegen, kann die Kurbelwelle brechen, die Nockenwellen verbiegen sich und die Ventile werden zu Metallgranulat zermahlen. Eine teurere Reparatur gibt es kaum, meistens muss das Auto als Totalverlust abgeschrieben werden. Frisches und vor allem gutes Öl verbessert also nicht nur die Haltbarkeit des Motors, sondern sorgt auch dafür, dass er besser läuft und weniger Sprit verbraucht.

Wann wird ein Ölwechsel nötig?

Wann der Ölwechsel nötig wird, sagen moderne Autos ihren Fahrern automatisch über den Bordcomputer. Bei älteren Fahrzeugen wird aber ein Blick in die Betriebsanleitung nötig. Das Serviceintervall gibt an, in welchen Abständen das Öl gewechselt werden sollte, denn je länger man es benutzt, desto zäher wird es. Dann kann es den Motor nicht mehr richtig schmieren. Wer sich nicht sicher ist, kann den Zustand des Öls einfach selbst überprüfen.

Wie man einen Ölmessstab benutzt, lernt man eigentlich in der Fahrschule, aber falls das schon eine Weile her ist, hier ein kleiner Auffrischungskurs: Öffnen Sie zunächst die Motorhaube und lokalisieren Sie den Peilstab. Im Zweifelsfall hilft auch hier die Betriebsanleitung. Ziehen Sie den Stab hinaus und wischen Sie das Ende mit einem Papiertuch ab. Schieben Sie den Stab bis zum Anschlag zurück und ziehen Sie ihn wieder heraus. Die Ölspur sollte zwischen die Markierungen mit den Aufschriften Min und Max reichen. Wenn zu wenig Öl im Motor ist, der Ölstand also unter dem Minimum liegt, können Sie einfach etwas Öl nachfüllen, wenn der letzte Ölstand noch nicht zu lange zurückliegt. Dazu später mehr. Wenn sich zu viel Öl im Motor befindet, wird aber zumindest der erste Teil eines Ölwechsels nötig.

Kann man den Ölwechsel selbst machen?

Eines vorweg: Einen Ölwechsel dürfen Sie wahrscheinlich nicht selbst durchführen. Der Gesetzgeber sagt, dass ein Ölwechsel nur durchgeführt werden darf, wenn auf keinen Fall Öl ins Abwasser gelangen kann. Um das sicherzustellen, braucht man allerdings einen Ölabscheider (Leichtflüssigkeitsabscheideranlage), der im Boden der „Werkstatt“ eingelassen sein muss. Dann geht es bestenfalls nur noch darum, die Ölablassschraube an der Ölwanne zu finden und zu lösen. Vorsicht: Zuerst muss eine Auffangwanne unter die Ölwanne gestellt werden. Das Öl wird dann ganz langsam aus dem Motor abgelassen und durch frisches Schmiermittel ersetzt. Wie immer steht die richtige Menge und der richtige Typ im Handbuch zu Ihrem Auto. Bei dieser Gelegenheit macht es Sinn, auch gleich einen neuen Ölfilter einzubauen.

Ölwechsel vom Profi lohnen sich

Ein Ölwechsel inklusive Filter kostet in der Werkstatt ungefähr 100 Euro. Im Vergleich zu dem Aufwand, den ein Ölwechsel in Eigenregie mit sich bringt, lohnt sich diese Investition für die meisten Autofahrer. Die Werkstatt ist für eventuelle Schäden verantwortlich und vor allem gibt es hier auch einen Stempel im Scheckheft, was den Wertverlust Ihres Fahrzeuges bremst. Wenn Sie den Ölwechsel trotzdem selber machen wollen, sollten Sie dafür in eine Selbsthilfewerkstatt fahren. Hier sind meistens Ölabscheider installiert und gleichgesinnte Hobbymechaniker können im Zweifelsfall bei der Prozedur helfen. Egal, ob Sie den Ölwechsel selbst machen oder die Aufgabe einem Profi überlassen wollen: Sorgen Sie auf jeden Fall dafür, dass Ihr Motor immer gut geschmiert ist.


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