Reifengrößen: Für jede Felge das richtige Gummi

Je größer, desto besser?
Wie groß ist zu groß?
Darf es ein bisschen mehr sein? Welche Reifengröße passt auf Ihr Auto? Sergey Ryzhov / shutterstock.com
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Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 06.07.2018

Autos, die aussehen, als würden sie schnell fahren, stehen häufig auf extrem dünnen Reifen. Fürs Gelände braucht man anderes Gummi als für die Autobahn und einen Porsche sollte man nicht mit den Reifen eines VW Golf fahren. Damit Sie bei der ersten Autofahrt auf den neuen Reifen keine böse Überraschung erleben, sollten Sie sich mit Reifengrößen auskennen. Diese wird als kryptische Zahlenfolge auf der Seitenwand der Pneus angegeben und gibt nicht nur Auskunft über den Durchmesser. Wie man den Zahlencode liest, was die Reifengrößen bedeuten und welcher Reifen wozu der richtige ist, weiß PKW.de.

Reifengrößen als wirre Zahlenkette

Moderne Autoreifen sind viel mehr als nur ein Gummischlauch. Es gibt verschiedene Varianten für verschiedene Anwendungen und natürlich verschiedene Maße. Wer bei einem Reifenhändler die Frage nach der gesuchten Größe mit „Puuh, naja, so mittel ungefähr“ beantwortet, kommt nicht weit und wird schlimmstenfalls ausgelacht. Reifengrößen werden als 11-stellige Zahlenfolge auf die Seitenwände der Pneus gedruckt. Die sieht ungefähr so aus:

195 / 65 R 15 91 H

Ein Pneu dieser Reifengröße ist 195 Millimeter breit, das gibt die erste Zahl an. Außerdem beträgt der Abstand von der Lauffläche zum Felgenrand genau 65 % der Reifenbreite, also 126,7 Millimeter. Das R gibt die Bauart des Reifens an, in diesem Fall ist das Radial. Die 15 ist der Durchmesser der Felge.

Das bedeuten Tragfähigkeitsindex und Geschwindigkeitsindex

Diese Autos kosten weniger als ein Satz Reifen. PKW.de

Die nächsten beiden Angaben sind etwas schwieriger zu lesen, denn sie beziehen sich nicht direkt auf die Reifengröße, sondern auf Indexeinträge. Die 91 bezieht sich auf den Tragfähigkeitsindex, der angibt, mit wie viel Gewicht ein einzelner Reifen belastet werden kann. Eine 91 im Index bedeutet eine Tragfähigkeit von 615 Kilogramm, das Auto darf bei perfekter Gewichtsverteilung also nicht mehr als 2460 Kilogramm wiegen. Der letzte Wert in der Reifengröße ist der Geschwindigkeitsindex. Dieser gibt an, für welche Höchstgeschwindigkeit der Reifen zugelassen ist. Reifen mit H-Zulassung schaffen 210 km/h, bevor sie Gefahr laufen, als Gummikonfetti zu enden.

Reifengröße wechseln: Das müssen Sie beachten

Wie aber findet man sich nun in diesem Zahlendschungel zurecht? Den richtigen Reifen zu finden, ist im Prinzip ganz einfach, denn die korrekte Größe ist in Ihrem Fahrzeugschein eingetragen. Kaufen Sie, wenn Sie einen neuen Satz Reifen brauchen, also einfach dieselbe Größe. Wenn Sie allerdings neue Felgen kaufen oder aus einem anderen Grund eine andere Reifengröße benötigen, wird es etwas komplizierter, denn es gibt einige wichtige Dinge zu beachten: Zunächst muss der Reifen natürlich auf Ihre Felge passen, alles zusammen muss zum einen unter den Kotflügel Ihres Autos passen und darf auch bei vollem Lenkeinschlag nirgendwo schleifen. Wenn Sie beim Einlenken ein Geräusch hören, sollten Sie Ihr Auto sofort abstellen, denn bis zu einem geplatzten Reifen ist es dann nicht mehr weit. Und natürlich sollte der neue Reifen auch zum gewünschten Einsatzzweck passen: Winterreifen im Winter, Sommerreifen im Sommer, Rennreifen für die Rennstrecke und so weiter.

Reifengrößen machen universelle Antworten schwer

Eine universelle Formel für die richtige Reifengröße gibt es nicht, denn selbst innerhalb einer Modellreihe kann es, je nach Ausführung, gravierende Unterschiede an Fahrwerk und Motor geben. Welche Reifengröße Sie normalerweise brauchen, steht im Handbuch zu Ihrem Fahrzeug, in Sonderfällen ist ein Beratungstermin in der Fachwerkstatt ein guter Anfang.


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