Scheiben enteisen – so geht es am leichtesten

Trotz vereister Scheiben mit Durchblick durch den Winter
Vereiste Scheiben sind kein Grund, zu spät zu kommen.
Kratzen, sprühen oder wärmen? So werden Scheiben auch bei klirrender Kälte eisfrei. l i g h t p o e t / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 13.12.2016

Die wohl beliebteste Ausrede für Zuspätkommer im Winter ist: „Ich musste noch meine Autoscheibe enteisen“. Auch wenn eiskratzen wohl kaum mehr als 10 Minuten in Anspruch nimmt, gibt es zahlreiche Methoden, mit denen Autoscheiben auch im tiefsten Winter wirksam und bequem von Eis befreit werden können.

Mit dem Eiskratzer gegen vereiste Scheiben

Die wohl verbreitetste Methode um im Winter Scheiben zu enteisen ist der Eiskratzer. Ein simples Plastikteil, mit dem das Eis von der Scheibe gekratzt werden kann. Allerdings kann das, besonders bei stark vereisten Scheiben, schnell zur Tortur werden. Außerdem können kleinste Schmutzpartikel oder Eiskristalle Kratzer auf der Scheibe verursachen, die sich besonders bei Gegenlicht schnell auf die Sichtbarkeit auswirken können.

Scheiben enteisen mit Chemie

Scheibenenteiser sind ebenfalls sehr beliebt. Die Chemikalien aus der Sprühflasche helfen bei schwacher bis mäßiger Vereisung der Scheiben ebenfalls schnell und zuverlässig, sind bei starker Eisbildung aber so gut wie nutzlos. Günstige Präparate enthalten außerdem oft Stoffe, die die Gummilippen der Scheibenwischer oder die Dichtungen der Scheibenwaschanlage angreifen. Bei der Benutzung solcher Sprays sollte man sich auch darüber bewusst sein, dass die enthaltenen Stoffe umweltschädlich sind und nicht in den Boden gelangen sollten.

Eine Standheizung sorgt für Tauwetter

Eine Standheizung befreit das Auto ebenfalls zuverlässig von Eis. Sie ist mit einer Zeitschaltung ausgestattet, die das Gerät automatisch einschalten kann. Etwa eine halbe Stunde genügt in den meisten Fällen, um nicht nur die Windschutzscheibe, sondern das gesamte Auto zu enteisen. Der positive Nebeneffekt: Der Innenraum ist beim Losfahren angenehm warm und lässt einen die bittere Kälte des Winters vergessen. Das Warmlaufenlassen des Autos im Stand steht übrigens unter Strafe. Wer seine Autoscheiben so enteisen möchte, wird mit 10 Euro zur Kasse gebeten.

Beliebte Hausmittel gegen vereiste Scheiben

Am schnellsten kommen Autofahrer morgens los, wenn die Scheiben über Nacht gar nicht erst vereisen können. Hierzu kann die Frontscheibe einfach abends mit einem Müllsack oder einer Folie abgedeckt werden. Das verhindert Eisbildung effektiv. Morgens muss die Folie dann nur noch entfernt und im Kofferraum deponiert werden. Achtung: Die Scheibe sollte nicht mit Pappe abgedeckt werden. Diese nimmt über Nacht Feuchtigkeit auf und friert fest. Neben dem Eis müssen dann auch noch Pappenreste entfernt werden. Wenn die Scheibe trotz Vorsorge Eis angesetzt hat, hilft Omas Trick von früher auch heute noch: Eine Wärmflasche, gefüllt mit heißem Wasser auf das Armaturenbrett gelegt, enteist die Scheibe in etwa einer halben Stunde.

Niemals mit Wasser Scheiben enteisen

Achtung: Niemals sollte man Scheiben mit warmem Wasser enteisen. Bestenfalls verschlimmert das gefrierende Wasser die Eisbildung, aber im Ernstfall kann die Scheibe durch die rasche Ausdehnung bei Wärmeeinwirkung zerspringen. Das löst zwar das Eisproblem, aber sicher nicht auf die gewünschte Weise.

(Bildmaterial: ©Shutterstock.com)


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